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22.02.2012 16:00
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Devisen-Spekulation: Worauf es wirklich ankommt

Währungen: Devisen-Spekulation: Worauf es wirklich ankommt | Nachricht | finanzen.net
Der Einstieg ins erfolgreiche Trading führt meist über den Devisenmarkt
Währungen
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Der Einstieg ins erfolgreiche Trading führt meist über den Devisenmarkt. Im Interview verrät Kathleen Brooks von Forex.com, worauf es beim Devisenhandel ankommt.
€uro am Sonntag
von Jens Castner, €uro am Sonntag

Forex.com hat sich einiges vorgenommen. Innerhalb von drei Jahren will der Newcomer am deutschen Markt zur führenden Plattform für Forex-Handel im Land aufsteigen. Um die Kunden fortlaufend mit aktuellen Devisen-Tradingideen zu versorgen, leistet sich die Tochter des US-Investmenthauses Gain Capital eine eigene Research-Abteilung. Für den europäi­schen Part ist Kathleen Brooks zuständig. Im Interview erklärt die 30-Jährige ihren unkonventionellen Analyseansatz.

€uro am Sonntag: Frau Brooks, was macht einen erfolgreichen ­Devisentrader aus?
Kathleen Brooks:
Es gibt ja diesen ewigen Streit zwischen Fundamentalisten und Charttechnikern. Ich denke, am erfolgreichsten sind die Anleger, die das beste aus beiden Welten suchen.

Wie beurteilt man eine Währung fundamental richtig?
Indem man zum Beispiel Meldungen von und über Zentralbanken aufmerksam liest und sich bei ungesunden Entwicklungen auf die Lauer legt. Ein Klassiker ist so etwas wie die jüngst veröffentlichte Statistik, wonach die Bank of England inzwischen der am schnellsten wachsende Investor in britischen Staatsanleihen, sogenannten Gilts, ist. Das könnte den einen oder anderen zu der Annahme verleiten, das Pfund sei reif für eine Abwertung.

Und wie sehen Sie das?
Ein sicherer Hafen ist das Pfund jedenfalls nicht. Selbst als Engländerin muss ich das leider sagen.

Das Pfund war aber zuletzt doch recht stabil.
So eine Abwertung vollzieht sich nicht von heute auf morgen. Die quantitative Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of England war ja auch ein Prozess, der mehrere Jahre gedauert hat. Außerdem blickt wegen der Eurokrise im Moment alle Welt nach Kontinentaleuropa und verdrängt die Probleme Großbritanniens. Da niemand weiß, wie lange, kommt ja als zweite Komponente die Charttechnik ins Spiel.


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Das heißt: Wenn Sie ein fundamentales Ungleichgewicht identifiziert haben, warten Sie auf das Startsignal, den sogenannten Trigger?
Exakt. Allerdings steht zuvor noch ein bisschen Arbeit an. Wir beobachten zum Beispiel die Wechselwirkung mit anderen Währungen und Anlageklassen wie Rohstoffe — und insbesondere den Bondmarkt, „The Big Beast“, wie wir ihn nennen. Der Bondmarkt hat ja meistens recht. Wenn alles für unsere — manchmal auch um ein paar Ecken gedachten — Ideen spricht und dann zum Beispiel eine langfristige Trendlinie gebrochen wird, ist es Zeit, sich zu positionieren.

Könnten Sie so eine um ein paar Ecken entwickelte Idee etwas ­näher erläutern?
Wenn wir in den Medien lesen, dass europäische Großbanken wie Uni­credit Beteiligungen verkaufen wollen, um die strengeren Eigenkapi­talvorschriften zu erfüllen, dann schauen wir uns diese Beteiligungen genau an. Und siehe da, italienische Banken sind stark in Osteuropa engagiert, allein in Ungarn mit mehreren Milliarden Euro. Was glauben Sie, werden sie verkaufen? Italienische oder ungarische Beteiligungen? Ungarische oder italienische Staatsanleihen?

Wohl eher ungarische.
Genau. Und weil der ungarische Forint wegen seiner extremen Kursschwankungen ohnehin eine der interessantesten Währungen für Trader ist, beobachten wir die Situation sehr genau. Wir sind übrigens alles in allem nicht sehr optimistisch für osteuropäische Währungen.

Können Sie uns abschließend vielleicht noch verraten, wo nach Ihren Beobachtungen der Startschuss für einen Devisen-Trade schon gefallen ist?
Der Dollar zum Yen sieht interessant aus. Die US-Währung fiel gegenüber der japanischen jahrzehntelang. Nach Fukushima wurde der Yen noch stärker, weil die Japaner ihr Geld für den Wiederaufbau im eigenen Land brauchten und es daher aus dem Rest der Welt abzogen. Aber eigentlich wollen die Japaner diese starke Währung nicht haben. Jetzt sind wir an einem fundamentalen Wendepunkt. Denn Japan hat auch ein Schuldenproblem, ein heftigeres sogar als die USA. Zusammen mit der Überalterung der japanischen Bevölkerung ist das die perfekte Story. Und sie passiert jetzt, nicht übermorgen oder in ein paar Jahren.

Wie schätzen Sie die technische ­Situation ein?
Aus dem langfristigen Abwärtstrend ist der Dollar schon seitlich hinausgelaufen. Die laufende Bodenbildung spricht für eine Umkehrformation und zukünftige Stärke des Dollar gegenüber dem Yen.

Bildquellen: iStock

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