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11.07.2018 12:30
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DE30: Handelsspannungen lasten auf europäischen Aktien

DRUCKEN
  • Unsicherheit an europäischen Aktienmärkten nach neuen Zöllankündigungen
  • DE30 testet wichtige Unterstützung bei 12.450 Punkten
  • Koreanische Behörden führen Ermittlungen gegen Daimler (DAI.DE) und Volkswagen (VOW.DE) durch

Es scheint, als ob ein paar ruhigere Handelstage heute zu viel für die Welt sind. Die Vereinigten Staaten kündigten eine weitere Liste chinesischer Waren an, die von Zöllen betroffen sein werden, diesmal im Wert von 200 Mrd. US-Dollar. Im Gegenzug war während der asiatischen Sitzung heute ein Rückgang der Aktien zu beobachten, wobei die chinesischen Aktienmärkten die größte Verluste aufwiesen.

Die europäischen Aktienmärkte eröffneten am Mittwoch tiefer, da sich die Anleger von riskanteren Anlagen abwandten. Auslöser waren die von den USA angekündigten neuen Strafzölle auf zahlreiche chinesische Waren. Kursrückgänge in ähnlicher Größenordnung wurden in den ersten Minuten der europäischen Sitzung beobachtet. Alle 19 Branchenindizes des EuroStoxx 600 haben den Mittwoch schwächer begonnen. Der stärkste Rückgang war aufgrund des Abverkaufs von Rohstoffen bei Bergbauunternehmen zu sehen. Immobilienunternehmen scheinen gegenüber den eskalierenden Handelsspannungen am widerstandsfähigsten zu sein.

Während das Thema Handelskonflikt in den kommenden Tagen vermutlich am ehesten die Märkte beschäftigen wird, sollten sich Anleger aber eines wichtigen Ereignisses bewusst sein, das am 11. und 12. Juli in Brüssel stattfindet. Der NATO-Gipfel wird heute und morgen stattfinden, mit besonderem Schwerpunkt auf den Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben. Erinnern wir uns daran, dass die NATO 2014 das Verteidigungsausgabenziel auf 2% des BIP festgelegt hat. Allerdings wirft US-Präsident Donald Trump anderen NATO-Mitgliedern vor, sich nicht an dieses Ziel zu halten und machte beispielsweise die niedrigen deutschen Sicherheitsausgaben für  den Handelsüberschuss mit den USA verantwortlich. Allerdings kann man sehen, dass obwohl die NATO eine militärische Organisation ist, Handelsfragen in der öffentlichen Debatte oder hinter den Kulissen aufgeworfen werden.

Wichtige europäische Aktienindizes nach der ersten Handelsstunde:

  • DE30: -1,15%
  • CAC 40 (FRA40): -1,05%
  • FTSE 100 (UK100): -1,2%
  • IBEX (SPA35): -1,1%
  • FTSE MIB (ITA40): -1,6%

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Der DE30 eröffnete am Mittwoch deutlich tiefer und sank auf das Unterstützungsniveau bei 12.450 Punkten. Quelle: xStation 5

Wenige Handelstage stabiler Gewinne drängten den DE30 Richtung eines wichtigen Widerstandsniveaus bei 12.600 Punkten. Der Leitindex konnte dieses allerdings nicht überwinden und als das Thema Strafzölle in der Nacht wieder auftauchte, sahen wir heute Morgen ein beachtliches bärisches Gap. Zum Zeitpunkt des Schreibens testet wird der Unterstützungsbereich bei 12.450 Punkten getestet. Ein Durchbruch könnte möglicherweise auf eine längere Abwärtsbewegung hindeuten, sogar bis zum vorherigen Swing-Level bei 12.150 Punkten. Beachten Sie, dass das Unterstützungsniveau bei 12.450 Punkten im 4-Stundenchart mit dem 33er EMA übereinstimmt, weshalb Verkäufer es schwer haben könnten, dieses zu durchbrechen.

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Die deutschen Blue Chips sinken aufgrund der eskalierenden Handelsspannungen. Quelle: Bloomberg

Unternehmensnachrichten
Es überrascht nicht, dass die Aktien der Autohersteller nach der Ankündigung neuer Strafzölle die größten Rückgänge erlitten haben. Weitere Nachrichten, welche die Bewertungen von Volkswagen (VOW.DE) und Daimler (DAI.DE) belasten könnten, kommen aus Südkorea. Die koreanische Aufsichtsbehörde startete eine Untersuchung von Audi und Mercedes-Benz. Die Institution befürchtet, dass die Unternehmen möglicherweise gegen das lokale Fair-Trade-Gesetz verstoßen haben. Die Behörden werden untersuchen, ob Volkswagen und Daimler die Verbraucher in die Irre geführt haben, während beide Unternehmen sagen, dass ihre Autos die europäischen Emissionsstandards erfüllen. Nach der ersten Handelsstunde werden die Aktien von Volkswagen und Daimler 1,85% bzw. 1,2% tiefer gehandelt.
 

Offenlegung gemäß § 34b WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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