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12.09.2018 13:03
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Großer Donnerstag für Währungen: Wird die CRBT die türkische Lira retten?

DRUCKEN
  • Zinsentscheide der EZB, Bank of England und CBRT am Donnerstag
  • Bedeutende Zinserhöhung vorausgesetzt für Stabilisierung der Lira
  • Andere Schwellenländer von CRBT-Entscheidung betroffen

CRBT wichtiger als EZB und BoE
Normalerweise erwarten die Anleger vor allem das Treffen der EZB und die anschließende Pressekonferenz mit Mario Draghi wird sicherlich eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Da die Zinsen jedoch für ein weiteres Jahr unverändert bleiben dürften, gibt es vermutlich wenig Neuigkeiten für Anleger. Die Bank of England hatte bei ihrer letzten Sitzung bereits die Zinsen erhöht. Allgemein wird erwartet, dass die Zentralbank aber für die nächsten Monate in einer Wartehaltung bleibt. Insbesondere die Brexit-Verhandlungen scheinen einen viel größeren Einfluss auf das Pfund zu haben. In der Zwischenzeit hat die Türkei die diesjährige Krise in den Schwellenländern eingeleitet und es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende. Die Gründe für die türkische Krise reichen weit über die Zinsen hinaus, aber die Zentralbank muss sie dennoch erhöhen, um weitere Panikverkäufe zu vermeiden. Diese Entscheidung wird sich zwangsläufig auch auf andere Schwellenländer auswirken. Der Zinsentscheid wird am Donnerstag um 13:00 Uhr bekannt gegeben.

Was wird die CRBT tun?
Wir können hier nur Vermutungen aufstellen. Doch was wir wissen ist, dass sie weitere Panikverkäufe bei der Lira und anderen Schwellenländerwährungen abwenden muss. Dafür wird eine Zinserhöhung von derzeit 17,75% auf 21-22% notwendig sein, zumindest sind dies die Einschätzungen der Märkte. Selbst 17,75% klingen hoch, oder? Warum sollte die CRBT es also riskieren, Präsident Erdogan mit mehr Zinserhöhungen zu verärgern? Das Problem ist die Inflation. Als die CRBT sich im Mai für eine Notfall-Zinserhöhung entschloss, lag die Inflation bei etwa 12%. Die Realzinsen (Leitzinsen abzüglich Inflation) waren damals hoch genug, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Die diplomatische Krise zwischen den USA und der Türkei sowie der daraus resultierende Einbruch der Lira ließen die Inflation jedoch auf fast 18% ansteigen. Auch ein weiterer Anstieg sollte hier nicht ausgeschlossen werden. Wenn man die Inflation abzieht, verschwinden jedoch diese hohen Zinsen plötzlich. Die CRBT benötigt Zinsen in Höhe von 20% oder höher, um wieder positive Realzinsen zu erzielen. Allerdings wird dies die Krise nicht beenden: Das Problem mit den USA wird damit nicht gelöst und die breiteren Fundamentaldaten (Leistungsbilanzdefizit, externer Kreditbedarf) werden Monate oder Jahre brauchen, um sich zu verbessern. Aber ohne diesen Zinsschritt könnte die Lira einem weiteren Verkaufsdruck ausgesetzt sein.

Die Zinsen in der Türkei sind zwar hoch, doch die Inflation ebenfalls, deshalb halten die Märkte nach einer weiteren großen Zinserhöhung Ausschau. Quelle: Macrobond, XTB Research

Drei wichtige Märkte:

USDTRY
Der USDTRY hat sich in letzter Zeit stabilisiert, aber es ist kein Zeichen von Ruhe, sondern eher eine Art Lähmung vor dem CRBT-Zinsentscheid. Außerdem liegt der Kurs immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Wenn sich hier also nichts ändert, wird dies in der Türkei zu mehr Inflation führen. Die Reaktion könnte wahrscheinlich zu einem Test der wichtigsten Bereiche führen. Sollte die Reaktion positiv sein, werden Händler auf die Unterstützung bei 5,95 schauen, die die Erholung vom letzten Abverkauf aufhielt. Die Trendlinie liegt jedoch so weit darunter, dass sie vorerst nicht im Fokus steht. Bei einer Enttäuschung der CBRT könnte wiederum die 7er-Marke erneut in den Vordergrund rücken.

Die Märkte suchen nach einer weiteren bedeutenden Zinserhöhung in der Türkei, um eine weitere USDTRY-Rallye zu verhindern. Quelle: xStation 5

USDZAR
Der südafrikanische Rand war bisher die anfälligste Währung für die türkischen Probleme und das nicht ohne Grund. Südafrika weist ein relativ großes Leistungsbilanzdefizit auf und die jüngsten Versuche, eine Landreform einzuführen, sorgten für Unruhe unter den Investoren. USDZAR ist leicht zurückgegangen, aber der Aufwärtstrend scheint recht stark zu sein. Der Bereich um die 14,70 könnte als wichtigste Unterstützung fungieren.

Südafrika hat seine eigenen Probleme, aber der USDZAR wird wahrscheinlich vom Zinsentscheid der CBRT betroffen sein. Quelle: xStation 5

USDBRL
Brasilien ist eine weitere heiße Geschichte hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen in den Schwellenländern. Die Präsidentschaftswahlen - nur 4 Wochen entfernt - sind völlig unberechenbar und die Möglichkeit eines Sieges von einem linken Kandidaten, der marktfreundliche Reformen umkehren könnte, hat den USDBRL bereits auf das Allzeithoch von 4,24 gebracht. Aufgrund dieser Unsicherheit könnte der USDBRL bei Schwellenländerwährungen eine erhöhte Volatilität  auslösen.

Kann sich der USDBRL von den Höchstständen von 2015 abwenden? Quelle: xStation 5

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Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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