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24.01.2019 10:12
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Marktkommentar: Kann Draghi die Märkte beruhigen?

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  • “Government Shutdown” könnte US-Wachstum negativ beeinflussen
  • EZB-Werkzeug TLTRO sorgt für Gesprächsstoff an den Märkten
  • EURUSD verbleibt in Wartehaltung, DE30 mit interessanten Start

Am Mittwoch war die Wall Street ein wenig unentschlossen, da sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite Kursbewegungen zu beobachten war. Die Aktienanleger erwarten weitere Hinweise beim ungelösten Handelsstreit zwischen den USA und China und scheinen vorübergehend eine neutrale Haltung einzunehmen. Unter den drei großen US-Aktienindizes sticht der Leitindex Dow Jones mit einem Anstieg von 0,7% auf 24.576 Punkte heraus. In den USA bleibt der historisch lange “Government Shutdown” weiter ungewiss, allerdings könnte die heutige Abstimmung im Senat den Haushalt der US-Regierung für die kommenden drei Wochen gewährleisten. "Wenn die Stilllegung für das gesamte Quartal andauern würde, könnte er etwa einen vollen Prozentpunkt vom inflationsbereinigten Produktionswachstum des ersten Quartals abziehen. Im schlimmsten Fall könnte das reale BIP im ersten Quartal tatsächlich schrumpfen, wenn der Kongress die Problematik nicht überwindet", sagte Brett Ryan, Senior US-Ökonom bei der Deutschen Bank. Der Shutdown verhindert außerdem einige Veröffentlichungen von “harten” Daten, was wiederum die Fed still halten könnte. Ein Highlight der Woche für die US-Wirtschaft werden die heutigen EMIs sein, am Vormittag erhalten wir ebenfalls ein Update aus der Eurozone.

Die EZB steht nach dem Auslaufen ihres Anleihekaufprogramms (QE) Ende 2018 und der schwächelnden Konjunktur vor einem großen Problem. Beim heutigen Treffen erwarten die Märkte aber keine großen Neuigkeiten, insbesondere da die Investoren keine vierteljährlichen Reviews erhalten. Derzeit gibt es wenig Gründe für eine geldpolitische Normalisierung oder überhaupt um eine lockere Geldpolitik aufzugeben. Sollten sich die Sorgen um eine weltweite Wachstumsverlangsamung intensivieren und sich die Daten weiter verschlechtern, so hat die EZB - nach dem QE-Ende und bereits historisch niedrigen Zinsen - wenig Spielraum, um auf erhöhte Abwärtsrisiken zu reagieren. Potenzielle Gefahren stellen u.a. der ungelöste Brexit dar, ebenso wie die Lage in Italien und die Protestbewegungen in Frankreich. Wird die EZB auf die Situation reagieren? Es dürfte zu erwarten sein, dass Präsident Mario Draghi bei seiner Pressekonferenz versuchen wird die Märkte zu beruhigen. Des Weiteren wird an den Märkten derzeit über die Ankündigung eines Finanzierungsschritts in Form von TLTRO (“Targeted Long-Term Refinancing Operations”) spekuliert. Das Werkzeug ermöglicht es, Banken einzelner Länder mit Liquidität zu versorgen. Dies wäre zumindest ein Instrument, um den sich unterschiedlich entwickelnden EU-Ländern gezielt Hilfe zu leisten bzw. zu einem gewissen Teil das QE-Programm zu verlängern. Wann jedoch ein solcher Schritt erfolgen könnte, bleibt ungewiss.

EURUSD wies in dieser Woche gerade einmal eine Handelsspanne von 60 Pips auf. Selbst für Intraday-Trader ist das nicht besonders viel. Die Devisenhändler bleiben scheinbar vor dem heutigen EZB-Treffen passiv. Im W1-Chart war nach der gescheiterten Trendwende ein Umkehrsignal zu erkennen. Mit der gestrigen Kursentwicklung rutschte das Paar zwar wieder in die Gewinnzone, allerdings bleibt der Markt weiter gefangen im Bereich von 1,13 und 1,1450. Ausbrüche werden vom Verhalten an den genannten Marken abhängen, im frühen Handel notiert EURUSD jedoch genau in der Mitte der Konsolidierung. Über die zukünftige Entwicklung könnte das geldpolitische Update der EZB bestimmen, jegliche Hinweise könnten daher am frühen Nachmittag einen entscheidenden Impuls liefern. Andererseits könnte ein schwacher EUR der stark exportabhängigen Eurozone (siehe Deutschland) einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Der DE30 erlebte am Donnerstag ein ähnliches Szenario wie am Vortag: Höhere Eröffnung gefolgt von einem starken Abwärtsdruck. Der Abstand zur Unterstützung bei 11.000 Punkten beträgt gerade einmal 50 Punkte, daher sollten Anleger vorsichtig bleiben.  

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