13.10.2015 13:00
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Tschechische Krone: Der Druck wächst

Euro am Sonntag: Tschechische Krone: Der Druck wächst | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
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Die Notenbank muss massiv intervenieren, um die Aufwertung der Währung zu verhindern. Der Mindestkurs könnte kippen.
€uro am Sonntag
von Thomas Strohm, Euro am Sonntag

Bis Mitte 2016 will die Tschechische Nationalbank den Wechselkurs bei mindestens 27 Kronen je Euro halten. Dafür würden die Währungshüter, falls nötig, auch weiter am Devisenmarkt intervenieren - mit unbegrenztem Volumen, wie die Noten­banker beteuern. Bei Devisenanalysten wachsen allerdings die Zweifel, ob die Zentralbank den Mindestkurs, den sie als ein Element ihrer expansiven Geldpolitik sieht, noch so lange wird durchhalten können. Der Aufwertungsdruck auf die Krone ist angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Landes seit Monaten groß.


Im zweiten Quartal ist die tschechische Wirtschaft verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent gewachsen. Von den 28 EU-Staaten hatte nur Malta ein höheres BIP-Plus vorzuweisen. Für etwas Unsicherheit sorgt nun zwar der Volkswagen-Skandal, der sich über Škoda auf die Konjunktur niederschlagen könnte; die VW-Tochter steht immerhin für rund zehn Prozent des tschechischen BIP. Die Stimmung in der Wirtschaft ist aber seit Monaten gut, wie Sentimentindikatoren belegen. Die Inflationsrate liegt knapp über der Nullmarke. Und die Bonität des Staats wird von den großen Ratingagenturen mit sehr guten Noten und einem stabilen Ausblick bewertet. Kein Wunder also, dass der Aufwertungsdruck auf die tschechische Währung so immens ist. Die Zentralbank stemmt sich dagegen, indem sie Kronen auf den Markt wirft.


Im Juli verkaufte sie eigene Devisen im Wert von gut einer Milliarde Euro, um den gewünschten Mindestkurs zu halten. Im August waren es gar Kronen für 3,7 Milliarden Euro, wie die Tschechische Nationalbank am Mittwoch bestätigte. Parallelen zur Schweiz werden inzwischen gezogen: Die Nationalbank der Eidgenossen hatte ihren Mindestkurs lange mit viel Geld verteidigt, im Januar aber völlig überraschend aufgegeben - der Franken wertete binnen ­Sekunden dramatisch auf.

"Sollte die Tschechische Nationalbank dauerhaft massiv am Devisenmarkt intervenieren müssen, wäre die aktuelle Wechselkurs­politik nicht bis Mitte 2016 durchzuhalten", meinen die Analysten der LBBW. Sie rechnen mit der Aufgabe des Wechselkursregimes in der ersten Jahreshälfte 2016. Die Tschechen müssten dafür einen vergleichbaren Weg wie die Schweizer wählen - mit ähnlichen Folgen für den Wechselkurs.


Anleger, die sich dafür positionieren wollen, können mit einem Zertifikat von BNP Paribas (ISIN: DE 000 PA1 U5E 8) auf eine zum Euro stärkere Krone setzen. Das Papier bildet die Währungsentwicklung mit Hebel 4,4 ab. Sollte die Krone doch verlieren, drohen entsprechende Einbußen. Die Barriere, die praktisch Totalverlust bedeutet, ist vom aktuellen Wechselkurs 22 Prozent entfernt.
Bildquellen: Vladimir Wrangel / Shutterstock.com, Ikerlaes / Shutterstock.com
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