finanzen.net
10.02.2014 14:44
Bewerten
(0)

Comgest Growth Global Emerging Markets Fonds: Qualitätswachstum zum angemessenen Preis - Fondsanalyse

DRUCKEN

Paris (www.fondscheck.de) - Die Herausforderungen für Aktien aus Schwellenländern blieben auch 2013 bestehen und spiegeln sich in den Bewertungen entsprechend wider, so die Experten von Comgest im Kommentar zum Comgest Growth Global Emerging Markets Fonds (Comgest Growth Emerging Markets USD Acc).

Der Abschlag, den Schwellenlandaktien mittlerweile gegenüber Aktien aus Industrieländern aufweisen würden, sei beträchtlich und habe sich im Laufe des Jahres weiter erhöht. Das neue Jahr habe nun genauso begonnen, wie das alte geendet habe: mit einer Underperformance der Schwellenländeraktien gegenüber jenen der Industriestaaten. Welche Gründe stünden hinter dieser relativ schwachen Performance?

Obwohl die Experten die Schwellenländer grundsätzlich weiterhin als attraktiv ansehen würden, so würden die Wachstumsraten nicht mehr dem entsprechen, was die Experten seit einem Jahrzehnt gewohnt gewesen seien. Zwar wachse die Wirtschaft in den Schwellenländern weiterhin kräftiger als in den Industrienationen; künftig werde es für Aktienanleger jedoch schwieriger werden, von diesem Wachstum zu profitieren. Das Wachstumsmodell der Schwellenländer habe begonnen sich zu verändern. Diese Entwicklung werde in Zukunft anhalten.

Lange Zeit seien die Schwellenländer dank niedriger Zinsen, üppiger Liquidität und vergleichsweise stabiler Währungen die "Turboversion" der westlichen Industriestaaten gewesen. Wegen der seit der globalen Finanzkrise herrschenden Konjunkturflaute und den an Wert verlierenden Währungen - welche ihrerseits mit höheren Zinsen und einer schrumpfenden Liquidität einhergehen würden -, habe sich das Wachstumsmodell vieler Schwellenländer nun unwiderruflich verändert.

Das Wachstum dürfte sich künftig etwas ungleicher zwischen den einzelnen Ländern verteilen. Volkswirtschaften mit einem strukturellen Leistungsbilanz- oder Doppeldefizit sowie einer hohen Abhängigkeit von Rohstoffzyklen würden weiter unter genauer Beobachtung der Anleger stehen; ebenso wie jene, in denen politischer Stillstand bzw. instabile politische Verhältnisse herrschen würden. Die Bereitschaft zu politischen und wirtschaftlichen Reformen sowie deren konkrete Umsetzung dürften dagegen honoriert werden.

Diese Veränderungen würden Emerging Markets-Anleger zwingen, die Nachhaltigkeit des Gewinnwachstums über ideale Konjunkturbedingungen hinaus sehr viel stärker und differenzierter in Betracht zu ziehen, als sie es über viele Jahre gewohnt gewesen seien. Auch flowgetriebene Strategien, die auf eine allgemeine Hausse bei Schwellenmarktaktien setzen würden, würden es künftig weiter schwer haben. Der Fokus der Investoren werde sich in einem solchen Umfeld noch mehr von allgemeinen Wirtschaftstrends hin zu individueller Aktienperformance verlagern. Dies werde Chancen für Comgests Investmentansatz des Qualitätswachstums mit sich bringen.

Anstatt in Länder oder Sektoren zu investieren, stelle das Exposure in langfristig anhaltende Megatrends, die hohe und langfristige Gewinnvisibilität erzeugen würden, nach wie vor einen wichtigen Bestandteil des Investmentansatzes der Experten dar. Der Comgest Growth Global Emerging Markets Fonds, Comgests Schwellenland-Large-Cap-Portfolio, setze auf den weiterhin beherrschenden Megatrend der wachsenden Mittelklasse in den Schwellenländern. Hinzu würden langfristige Infrastrukturbedürfnisse und multinationale Schwellenmarktunternehmen kommen, also Unternehmen, die es zu Weltmarktführern geschafft hätten oder auf dem Weg dorthin seien.

Das Investmentspektrum rund um den Schwellenmarktverbraucher sei nicht auf Unternehmen aus dem Basiskonsumgüterbereich beschränkt. Die Experten würden schon lange sagen, dass die Bewertungen in diesem Sektor, dem es nicht an Qualitätswachstum fehle, Grenzen erreicht habe. Folglich seien die Experten hier in deutlich geringerem Umfang engagiert, als sie es in der Vergangenheit gewesen seien.

Aktuell würden die Gewinnrevisionen der Basiskonsumgütertitel zu den schwächsten gehören. Die Umsatzwarnung etwa, die Unilever für das dritte Quartal 2013 habe herausgeben müssen, sei ein deutlicher Beleg für die sich abschwächende Nachfrage in den Schwellenländermärkten gewesen. Die Verbraucher dort stünden unter Druck, da durch die rapide Abwertung ihrer Währungen auch deren Kaufkraft für viele importierte Waren sinke.

Das umfangreiche Exposure der Experten gegenüber dem Schwellenmarktverbraucher beziehe inzwischen auch den Internet- und Lebensversicherungssektor ein. Daher würden die Experten auf unterschiedlichste Unternehmen setzen: etwa auf Magnit, Coca Cola Icecek, JBS, Mediatek, China Life, Tata Motors, Baidu, Tencent, Richemont und Cielo, um nur einige zu nennen.

Die größte Position des Comgest Growth Global Emerging Markets sei der Titel TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited - 6,1% per Dezember 2013). Der globale Marktführer im Bereich Halbleiter-Foundries sei ein sehr gutes Beispiel für ein erfolgreiches multinationales Schwellenmarktunternehmen.

Langfristige Infrastrukturerfordernisse wie gebührenpflichtige Straßen und Energieerzeugung würden in dem Portfolio der Experten ebenfalls weiterhin eine Rolle spielen. Brasiliens Mautstraßenbetreiber CCR zum Beispiel könne dank seines hohen Anteils an wiederkehrenden Umsätzen eine ausgezeichnete Gewinnvisibilität vorweisen. Bharat Heavy Electricals in Indien habe lange Zeit unter dem politischen Stillstand in seinem Land gelitten. Angesichts des dringenden Strombedarfs der indischen Wirtschaft und der Aussicht auf einen politischen Wandel dort seien die Experten in dem Unternehmen konträr positioniert.

In den letzten Jahren hätten die Gewinne der Schwellenmarktunternehmen regelmäßig unter Druck gestanden. Der Comgest Growth Global Emerging Markets dürfte 2013 auf ein Gewinnwachstum je Aktie von 12,8% kommen, verglichen mit 7,5% für den MSCI Emerging Markets Index (MSCI EM). Für 2014 gehe der Markt beim MSCI EM von 11,5% Gewinnwachstum je Aktie aus, das auch das aktuelle Comgest Growth Global Emerging Markets Portfolio erwirtschaften dürfte.

Die Konsenserwartungen lägen mittlerweile deutlich niedriger als in den letzten Jahren üblich. Die Anleger hätten die Herausforderungen für das Schwellenländer-Wachstumsmodell bereits eingepreist, wie der sehr hohe Abschlag von mehr als 25% gegenüber Aktien aus den Industrieländern zeige.

Im Gegensatz zu den entwickelten Märkten habe sich die Risikoprämie der Schwellenländer hartnäckig hoch gehalten. Das lasse einen größeren Spielraum für Überraschungen offen - und zwar nicht nur für negative wie in den Industrieländern, wo ein selbsttragender Aufschwung schon in den Kursen berücksichtigt zu sein scheine.

Die Weltwirtschaft scheine sich tatsächlich zu beleben, darauf würden zumindest die besseren Zahlen aus den USA, Japan und Großbritannien sowie die Anzeichen für eine Stabilisierung in Europa und China hindeuten. Damit das Wachstum richtig Tritt fassen könne, müsse sich der Aufschwung allerdings in diesem Jahr fortsetzen. Was die Schwellenländer betreffe, würden die Experten 2014 wegen des erheblich veränderten Wachstumsmodells noch für zu früh halten, um der Anlageklasse nach den zuletzt schwierigen Jahren uneingeschränkten Optimismus entgegenzubringen.

Reformen würden zwar neue Wachstumschancen schaffen, könnten kurzfristig aber auch zu Verwerfungen führen. Das könnte aktuell bei den von der chinesischen Regierung angedachten Reformen der Fall sein. Diese würden die Experten begrüßen, weil sie privates Kapital, die Öffnung gegenüber dem Ausland sowie Sozialleistungen begünstigen und damit für einzelne Unternehmen hochwertigere Wachstumsmöglichkeiten schaffen würden.

Die Experten würden in China entsprechende Anlagechancen wahrnehmen und sollten dabei auch attraktive Renditen erzielen, da sich der Quality-Growth-Ansatz der Experten auf ein langfristiges Wachstumspotenzial konzentriere, das relativ konjunkturunabhängig sei. Der Internetsektor sei ein gutes Beispiel für diese Art von langfristigem Wachstum.

Die Verfügbarkeit von Telekommunikationsnetzen der jüngsten Generation und bezahlbaren Smartphones werde auf Jahre hin für kräftiges Wachstum sorgen. Internet-Suchmaschinen wie Baidu, Yandex und Naver, Social-Media-Plattformen wie Tencent oder Chipsatzentwickler wie Mediatek sollten von diesem Trend profitieren.

So paradox es klingen mag: Trotz geringeren Wirtschaftswachstums und der Veränderung des EM-Wachstumsmodells entdecken wir im aktuellen Umfeld zunehmend Qualitätswachstum zu einem angemessenen Preis, so die Experten von Comgest. (10.02.2014/fc/a/f)

Anzeige

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

Asiens Börsen uneinheitlich-- Daimler dementiert Bericht über drohende Rückrufe in Dieselaffäre -- Lufthansa-Großaktionär Lansdowne Partners stockt auf

Gespräche zwischen BMW und FC Bayern über Sponsoring gescheitert. Boeing bessert Flugsimulator des Unglücksjets 737 Max nach. Conti-Chef sieht keinen Grund für Investition in deutsche Zellfabrik. May verspricht kühnes neues Brexit-Paket.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Bundesjustizministerin Barley (SPD) hat vorgeschlagen, die Mietpreisbremse zu verschärfen. Was halten Sie von dieser Idee?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Wirecard AG747206
Amazon906866
TeslaA1CX3T
SAP SE716460
Allianz840400
BMW AG519000
BayerBAY001
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
NEL ASAA0B733
BASFBASF11
E.ON SEENAG99