01.07.2013 06:45
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FRweekly briefing: „DAX-Jahresziel von 9.000 Punkten wird nicht geändert“

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Aktien: Rallye von August bis März

Ein Ende der DAX-Konsolidierung ist vorerst nicht in Sicht, glaubt Stefan Schneider von der WGZ Bank: „Nach einem kurzen Anstieg, der den DAX zunächst in den Bereich der 8.000-Punkte-Marke treiben kann, muss mit nochmaligen Verlusten gerechnet werden, die sich bis Ende August erstrecken können.“ Unter zyklischen Gesichtspunkten sei aber dann mit einer Wende zu rechnen, die der Grundstein für eine Rallye werden könne. „Diese könnte bis zum März 2014 andauern“, glaubt Schneider. „Letztendlich wird es aber darauf ankommen, dass die Bären zuvor nicht zu viel Porzellan zerschlagen.“ Niveaus dauerhaft unter 7.450 Punkten würden das zurzeit noch positive, mittel- bis langfristige Bild stark beschädigen.

Ähnlicher Ansicht ist Wieland Staud, Geschäftsführer und technischer Analyst bei Staud Research. Die Kursgewinne der vergangenen Woche dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die kurzfristige Verfassung des DAX nicht entscheidend verändert hat. „Ein freundlicher Tag allein reicht nur selten für eine Trendwende aus“, so der Analyst. Gerade die Dynamik, mit der der DAX abrutschte, sei ein guter Hinweis darauf, dass sich nicht von heute auf morgen wieder Normalität einstellen werde. Dennoch bleibt Staud auf mittelfristige Sicht optimistisch: „Das Jahresziel von 9.000 Punkten wird nicht geändert.“

Dass die zweite Jahreshälfte 2013 im Zeichen von Aktien stehen wird, glaubt auch Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy bei ING Investment Management. Neben defensiven Aktiensektoren seien in letzter Zeit auch andere vormals populäre Renditetitel, wie Immobilienaktien und Anleihen, erheblich unter Druck geraten. „Doch über die nächsten Jahre werden Aktienrenditen die Anleiheerträge wieder deutlich übertreffen, während weltweite Reflation und höhere Zinsen mehr Spielraum für Aktienallokationen bei Pensionsfonds und Versicherungen schaffen.“

In der aktuellen Erholungsbewegung der Aktienmärkte insgesamt erkennt Daniel Zindstein, Portfoliomanager der GECAM AG, sogar Vorteile: „Aus unserer Sicht sind westliche Aktienmärkte in einer weiter wachsenden Welt sehr günstig bewertet und ein Kursrückgang von zehn Prozent ist wie ein Schnäppchenpreis für hochwertigste Qualitätsprodukte im Sommerschlussverkauf zu betrachten.“ Vor allem deutsche und europäische Titel erschienen günstig, während US-Aktien bereits ambitionierter bewertet seien.

Renten: Bundeanleihen mit zwei Prozent Rendite bis 2014

Die Kurse vieler Anleihen gingen in den vergangenen Monaten in die Knie. Kein Grund zur Sorge, findet Jorgen Kjaersgard, Head of Europe Credit Portfolio Management bei ACMBernstein: „Aus unserer Sicht handelt es sich bei Unternehmensanleihen eher um eine Korrektur, denn das Interesse an höheren Renditen ist immer noch groß.“ Mit europäischen High-Yield-Anleihen dürften Anleger noch länger relativ hohe Erträge erzielen können als mit US-Papieren. „Wir sind der festen Überzeugung, dass der Renditeaufschlag auf europäische High-Yield-Anleihen den in den nächsten zwölf Monaten zu erwartenden Anstieg der Staatsanleiherenditen wettmachen wird.“

Dass die Fed ihr Quantitative Easing Programm noch 2013 einstellen wird, glaubt Franz Wenzel, Investmentstratege bei AXA Investment Managers, nicht. Dies werde frühestens im ersten Halbjahr 2014 geschehen. Daher dürften sich die amerikanischen Langfristrenditen normalisieren. An einen Verkauf des Fed-Anleihebestands glaubt er nicht. „Das dürfte den Renditeanstieg begrenzen“, so Wenzel. Bis Ende 2014 taxiert er die Zehnjahresrendite auf drei Prozent (derzeit ca. 2,48 Prozent). Auch die Renditen des Euroraums dürften eher anziehen: „Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Rendite deutscher Bundesanleihen Ende 2014 bei zwei Prozent liegen wird.“

Rohstoffe: Talsohle beim Goldpreis durchschritten?

Der Goldpreis unterschritt in der vergangenen Woche die Marke von 1.200 US-Dollar, bevor es am Freitag wieder leicht bergauf ging. Viel tiefer werde es nicht gehen, ist der US-amerikanische Rohstoff-Guru Jim Rogers überzeugt. Der Preisverfall habe damit zu tun, dass viele stark gehebelte Akteure gezwungen seien, ihre Long-Positionen zu verkaufen. „Dieses Phänomen zeigt sich normalerweise dann, wenn der Preis sich einem Tief nähert, auch wenn es vielleicht noch nicht das endgültige Tief ist.“

Florian Eberhard, Research Analyst bei Alpari DE, hält eher eine kurze Verschnaufpause des Abwärtstrends für wahrscheinlich: „Sollte die leichte Erholung bestand haben, könnte sie zunächst bis an das Niveau von 1.300 US-Dollar heranreichen, ehe der Abwärtstrend wieder aufgenommen wird.“

(PD)

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