06.09.2011 09:33
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Fondshandel von Panik keine Spur

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Vom Sturm an den Aktienmärkten ist im Fondshandel derzeit nicht viel zu spüren, es geht weiter eher ruhig zu, so die Deutsche Börse AG.

"Die Umsätze sind ganz gering", erkläre Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. "Die Anleger, die verkaufen wollen, haben bereits verkauft. Es wird besonnen reagiert." Umfangreichere Abgaben oder Umschichtungen von Aktien- in Rentenfonds habe er nicht beobachtet. Schnäppchenjäger, die attraktive Einstiegsmöglichkeiten gewittert hätten, seien allerdings auch nicht unterwegs. Nur die Arbitragehändler wären recht aktiv. "Von einem Abgabedruck ist nichts zu spüren", meine auch Matthias Präger von der Baader Bank. Angesichts der extremen Bewegungen an den Märkten seien die Volumina erstaunlich dünn.

Die europäischen Märkte seien gestern - bei feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen - nochmals auf Tauchkurs gegangen, der Dax habe über 5 Prozent verloren. Im Gegenzug seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die als sicherer Hafen gelten würden, auf nur noch 1,85 Prozent und damit so tief gefallen wie noch nie. Der Goldpreis eile unterdessen von einem Hoch zum anderen, heute Morgen sei ein neuer Rekord markiert worden. Es seien weiter die Euro-Krise und die Rezessionssorgen, die die Gemüter bewegen würden. "Keiner weiß mehr, wieso", kommentiere Orlemann die erneuten Rückschläge, er halte das ganze für eine Übertreibung.

Die Fondshändler hätten jedenfalls nicht viel zu tun. "Wenn überhaupt Order hereinkommen, dann wird meist verkauft", berichte Präger. Auf den Abgabelisten im Bereich der deutschen und europäischen Fonds hätten Aktienfonds wie der DekaFonds TF , der Julius Baer German Value Stock Fund A (Julius Baer German Value Stock Fund (EUR) A) und der DWS Aktien Strategie Deutschland gestanden. Auch vom FAST Europe (FAST Europe Fund A Acc (EUR)), einem Fidelity-Fonds mit europäischen Werten, hätten die Investoren offenbar nichts wissen wollen. Doch nicht alles sei abgestraft worden: Beim DWS Deutschland (DWS Deutschland ) hätten die Zuflüsse überwogen.

Auch bei den meisten internationalen Fonds herrsche alles andere als Kauffreude, Investoren hätten sich laut Baader Bank etwa vom DekaSpezial CF , vom DWS Top Dividende und vom DJE - Alpha Global P (DJE - Alpha Global P (EUR)) getrennt. Der Warburg Value Fund A (Warburg Value Fund A ) habe hingegen noch Zuspruch gefunden. Asien-Fonds (DWS Top 50 Asien) seien ebenfalls überwiegend abgegeben worden. Ziemlich viele Käufer habe es Orlemann zufolge hingegen beim DJE - Dividende & Substanz P (DJE - DividendeSubstanz P (EUR)), einem von der Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG gemanagten internationalen Aktienfonds gegeben. "Vielleicht steckt eine Empfehlung dahinter", mutmaße der Spezialist.

Auch der M & W Privat (MW Privat) sei abermals gut weggegangen. Der Fonds der Hamburger Mack & Weise Vermögensverwaltung agiere flexibel in den Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle und habe seit Anfang Juli deutlich an Wert zulegen können. Seit Jahresanfang liege er mit 5,64 Prozent im Plus, Anlageschwerpunkt seien zurzeit nämlich Gold, ein auf Schweizer Franken lautender Silber-ETF und Bundesobligationen.

Auch beim Mischfonds Pioneer Investments Substanzwerte , der in europäische Aktien, offene Immobilienfonds sowie festverzinsliche Wertpapiere investiere, hätten die Zuflüsse überwogen. Auf den Verkaufslisten habe unterdessen der Carmignac Patrimoine (carmignac patrimoine) gestanden. Der habe sich zuletzt allerdings gar nicht schlecht geschlagen: Das Fondsschwergewicht habe in der ersten Jahreshälfte enttäuscht, viele Anleger hätten ihr Geld abgezogen. Mit den Marktturbulenzen der vergangenen Monate habe der Carmignac Patrimoine aber wieder auftrumpfen können: Seit Anfang Juni habe er um 5,34 Prozent zugelegt - ein Plus, das bei den meisten Fondsmanagern Neid hervorrufen sollte.

Bei den Minenfonds sei das Bild gemischt gewesen. "Zu- und Abflüsse hielten sich die Waage", erkläre Präger. Der Goldpreis sei heute Morgen auf ein neues Rekordhoch geklettert, in der Spitze habe eine Feinunze 1.920,25 US-Dollar gekostet. Damit sei der jüngste Rekord von vor zwei Wochen bei rund 1.913,50 US-Dollar nochmals klar übertroffen worden. Allerdings hätten nicht alle Goldanlagen von der Euphorie profitiert: Zwar seien die Investoren laut Baader Bank bei Goldminenfonds wie dem Craton Capital Precious Metal Fund (Craton Capital Precious Metal Fund A), dem Earth Gold Fund UI (Earth Gold Fund UI (EUR R)) und dem Falcon Gold Equity (Falcon Gold Equity Fund A) eingestiegen.

Weniger überzeugen könnten aber offenbar der BGF World Gold Fund A2 (BGF World Gold Fund A2 USD) und der breit aufgestellte Rohstofffonds BGF World Mining Fund A2 (BGF World Mining Fund A2 USD), die beide auf US-Dollar lauten würden.

Immobilienfonds komme die Risikoscheu nicht zugute, offenbar habe ihr Image zu arg gelitten: Wenig Anhänger würden derzeit laut ICF Kursmakler jedenfalls der CS Euroreal A (CS Euroreal A EUR) sowie der SEB ImmoInvest (SEB ImmoInvest P) finden. Die eigentlich offenen Immobilienfonds seien seit einiger Zeit geschlossen, könnten aber über die Börse gehandelt werden. Auch Fonds mit russischen Aktien wie der DWS Russia würden ICF Kursmakler zufolge eher abgestoßen. (06.09.2011/fc/a/f)

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