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aktualisiert: 28.04.2016 14:51
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Serie Teil 1: Die besten Fonds der Welt

Raus aus der Zinsfalle: Serie Teil 1: Die besten Fonds der Welt | Nachricht | finanzen.net
Raus aus der Zinsfalle
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Nur wenigen ­Produkten gelingt es, über Jahre hinweg aus der Masse herauszuragen. €uro am Sonntag stellt die Dauerbrenner vor.
€uro am Sonntag
von C. Platt und A. Zehbe, Euro am Sonntag

Düster sieht es aus an der Zinsfront: Wer auf sein Tagesgeld noch mehr als 0,5 Prozent bekommt, darf sich glücklich schätzen. Das Sparbuch hat als lukrative Geldanlage längst ausgedient. Eine neue Serie in €uro am Sonntag will helfen, ­Alternativen zu finden, mit denen sich auch in der Zinswüste Geld verdienen lässt. In den kommenden Wochen stellt die Redaktion die Chancen verschiedener Anlagemöglichkeiten vor und gibt Tipps zum richtigen Vorgehen.

Den Anfang machen diese Woche Investmentfonds. Aus den mehr als 6.000 Produkten, die Anlegern hierzulande zur Verfügung stehen, hat die Redaktion 30 Spitzenfonds ausgewählt. Sie eignen sich hervorragend für die langfristige Geldanlage: €uro am Sonntag stellt ausschließlich Fonds vor, die über viele Jahre hinweg überzeugt haben - die Dauerbrenner, die den Erfolg für sich ­gepachtet zu haben scheinen.

Um diese Dauerbrenner zu ermitteln, hat sich die Redaktion sechs wichtige Anlageklassen angeschaut: Mischfonds, internationale Rentenfonds sowie vier Kategorien von Aktienfonds (Deutschland, Europa, Welt und Schwellenländer). In die engere Wahl kamen nur Fonds, die konstant besser waren als ihre Konkurrenz oder die zumindest niemals eine unterdurchschnittliche Leistung abgeliefert haben. Dazu wurden sämtliche €uro-FondsNoten ausgewertet, die ein Produkt jemals erhalten hat.

Dieses hauseigene Fondsrating des ­Finanzen Verlags bewertet zum einen, wie hoch die Rendite eines Produkts innerhalb der vergangenen vier Jahre war. Zum anderen fließt die Volatilität in die Beurteilung ein. Nur Fonds, die ordentlich zulegen und gleichzeitig wenig schwanken, tragen eine gute Note.
Mithilfe des Datenanbieters Edisoft filterte die Redaktion alle Fonds heraus, die niemals eine schlechtere Note als 2 trugen oder - wenn diese Vorgabe zu ­weniger als fünf Treffern in einer An­lageklasse führte - die niemals eine schlechtere Note als 3 hatten.

Um die konstant erfolgreichen Fonds zu ermitteln, war weitere Bedingung, dass das Produkt seit mindestens sechs Jahren eine FondsNote tragen muss. Da diese einen Zeitraum von vier Jahren analysiert, wurde auf diese Weise die Leistung der Fonds in den vergangenen zehn Jahren abgedeckt.

In unserer Auswertung geht es nicht darum, die Fonds aufzuzeigen, die über fünf oder zehn Jahre die absolut höchste Rendite erzielen konnten. €uro am Sonntag präsentiert vielmehr Produkte, die sich nur selten - oder nie - eine Schwächephase geleistet haben.

Von diesen Dauerbrennern stellen wir aus jeder Kategorie einen Fonds ausführlich vor, den wir für besonders empfehlenswert halten. Dazu nennen wir pro Kategorie vier weitere Fonds, die dauerhaft überzeugen konnten. Sie bieten sich als Alternative an, wenn Anleger ihr Geld auf mehrere Fonds innerhalb einer Anlageklasse verteilen möchten.

Aktien global:
DWS Top Dividende

Das vergangene Jahr war ein gutes für den DWS Top Dividende - wieder einmal. Um 18 Prozent stieg 2014 der Wert des globalen Aktienfonds, und das mit nur geringen Schwankungen. "Das hat uns natürlich sehr für unsere Anleger gefreut", sagt Denise Kißner, verantwortliche Produkt­spezialistin im Team von Fondsmanager Thomas Schüßler. "Normalerweise streben wir mit unserer konservativ ausgerichteten Strategie eher eine hohe einstellige Rendite an."

Ein bisschen Understatement ist allerdings schon dabei, wenn Kißner solche Sätze sagt. Denn dieses Renditeziel wurde oft übertroffen. Seit seiner Auflegung im April 2003 legte der DWS Top Dividende um rund 240 Prozent zu - mit einstelligen Jah­resrenditen ist das nicht zu machen.

Als er an den Start ging, waren ­Dividendenfonds nicht gerade in Mode. Doch in den vergangenen Jahren ist das Interesse der Anleger regelrecht explodiert. Denn in Zeiten niedriger Zinsen ist ein Fonds mit ­ regelmäßigen Ausschüttungen von drei bis vier Prozent äußerst attraktiv. Mittlerweile ist das DWS-Produkt der größte deutsche Aktienfonds -mit einem Volumen von mehr als 13 Milliarden Euro.

Schüßler investiert in Unternehmen, deren Dividendenrendite leicht über dem Durchschnitt des breiten Markts liegt. Die Dividendenrendite der zurzeit gehaltenen Aktien beträgt im Mittel 3,5 Prozent. "Titel mit extrem hohen Dividendenrenditen kommen allerdings nicht ins Portfolio", betont Kißner. Denn dies sei oft ein Zeichen, dass sich das Unternehmen in Schieflage befinde. Die Folge sei häufig, dass bei diesen Gesellschaften die Gewinnausschüttung gekürzt wird.

Vielmehr sollen nur Titel ins Portfolio aufgenommen werden, deren Ausschüttungen nachhaltig sind. Hinzu kommen Unternehmen, bei welchen ein relativ starkes Dividendenwachstum zu erkennen ist. Wie für einen globalen Aktienfonds üblich, hat Schüßler einen großen Teil des Vermögens in US-Werten angelegt (38 Prozent). Engagements in Großbritannien, der Schweiz, Deutschland und Kanada folgen mit Anteilen von jeweils sechs bis neun Prozent. Besonders viele Aktien stammen aus den Sektoren Verbrauchsgüter und Gesundheitswesen. Der Schwerpunkt des Fonds liegt klar auf Qualitätstiteln - etablierten Konzernen von Weltruf.

Zum großen Erfolg des Produkts, das seit Beginn der Bewertung vor sieben Jahren stets €uro-FondsNote 1 oder 2 getragen hat, hat das asymmetrische Rendite-Risiko-Profil entscheidend beigetragen. "In steigenden Aktienmärkten war der Fonds in der Vergangenheit zu 90 Prozent dabei, in fallenden aber nur zu 65 Prozent", sagt Kißner. In Bullenmärkten bleibt der DWS Top Dividende also für gewöhnlich etwas hinter dem breiten Markt zurück, in Bärenmärkten steht er jedoch deutlich besser da. Dieser Defensivcharakter ist einer der großen Pluspunkte des Fonds.

Fünf hervorragende globale Aktienfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
BL Global Equities B LU0117287580 79,4% 1,24% p.a. (2)
DWS Top Dividende LD DE0009848119 86,6% 1,45% p.a. (2)
LOYS Global P LU0107944042 72,0% 1,70% p.a (2)
Morgan St. Global Brands A $ LU0119620416 107,9% 1,70% p.a. (2)
UniGlobal DE0008491051 91,2% 1,49% p.a. (2)

1) Lfd. Kosten (laut KIID); Stand: 19.02.2015; Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Anleihen global:
StarCapital Argos

Schubladendenken kann man Peter E. Huber wirklich nicht vorwerfen. Mit seinem StarCapital Argos hat der Fondsmanager schon so einiges angestellt - und war dabei fast immer sehr erfolgreich. Vor einigen Jahren lag der Schwerpunkt des global anlegenden Rentenfonds auf Staatsanleihen, inzwischen spielen Unternehmensanleihen eine große Rolle. "Alles, wo ‚festverzinslich‘ draufsteht, können wir kaufen", umschreibt er das Konzept des Produkts.

Huber versteht sich als antizyklischer Investor. "Wir analysieren verschiedene Branchen und Ratingkategorien und suchen nach Ineffizienzen." Wird also eine Branche von der Mehrzahl der Anleger gemieden, schaut er sich dort besonders gern nach Gelegenheiten um. Auch das Nutzen von Krisen zählt der Manager zu seinen Stärken.
Da verwundert es kaum, dass Huber "Fallen Angels" besonders schätzt. Im Rentenbereich sind das Unternehmen, die ihr Investment-Grade-Rating verloren haben und damit nicht mehr als verlässliche Schuldner gelten. Dadurch sind sie für viele Großinvestoren, die nur Papiere mit Topbonitäten halten dürfen, uninteressant geworden. "Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung", sagt er. Bei diesen Unternehmen, die möglicherweise übertrieben abgestraft werden, findet er immer wieder aussichtsreiche Anleihen.

Huber ist mit seinen Engagements nicht ängstlich. Doch genauso wenig geht er übertrieben offensiv vor. "Wir holen uns keine Risiken ins Portfolio, die sich leicht vermeiden lassen", sagt er.
Für Huber bestehen solche Risiken vor allem bei Bankanleihen, bei Nachrang­anleihen und bei synthetischen Papieren. Darüber hinaus investiert er nur in Ausnahmefällen in Anleihen, deren Bonitätsrating schlechter als "BB" ist und die ­damit als hochspekulativ gelten.

Eine Besonderheit des Fonds: Er darf auch short gehen, also auf fallende Kurse setzen. Dazu nutzt Huber unter anderem ETFs, die im Wert steigen, wenn die Kurse von Anleihen nachgeben. Auf diese Weise kann sich der Manager absichern, wenn es zu Zinserhöhungen kommt, durch die die Kurse der festverzinslichen Papiere unter Druck geraten.

Huber betont aber: "Wir sind keine Spekulanten." Er verwendet Short-ETFs nur dann, wenn ein deutlicher Trend zu Zinserhöhungen zu erkennen ist. Seit Oktober 2005 wird der StarCapital Argos von €uro am Sonntag bewertet und immer trug das Produkt FondsNote 1 oder 2. Huber hat damit über viele Jahre hinweg bewiesen, dass er auf der Klaviatur der internationalen Rentenmärkte ausgezeichnet zu spielen versteht.

Fünf herausragende globale Rentenfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
DJE Renten Global PA € LU0159549574 24,5% 1,32% p.a. (1)
StarCapital Argos A € LU0137341789 35,3% 1,23% p.a. (1)
StarCapital Bondvalue UI A DE0009781872 29,5% 1,26% p.a. (2)
Südwestbank-Interrent-Union DE0008491291 25,5% 0,95% p.a (1)
Templeton Glo. Total Return A acc $ LU0170475312 66,7% 1,41% p.a. (1)

1) Lfd. Kosten (laut KIID); Stand: 19.02.2015; Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Mischfonds:
Ethna-Aktiv

Luca Pesarini ist nicht nur optisch auffällig. Der Mann mit dem kahlen Schädel überrascht auch mit markanten Aussagen. "Willst du mit mir Drogen nehmen?", fragte er jüngst in seinem Vortrag auf dem größten europäischen Treffen der Fondsbranche in Mannheim. Die Drogen sind für den Manager des Ethna-Aktiv das billige Geld der Notenbanken weltweit, das die Kurse der Aktien nach oben treibt.

Der Manager hält diese geldpolitischen Maßnahmen nicht für schlecht. Er ermahnt die Anleger aber, bescheiden zu sein - und meint damit auch sich selbst. "Niemand sollte vergessen, dass die hohen Börsenkurse nur ein Geschenk von Mario Draghi, Ben Bernanke und Janet Yellen sind", verweist er auf die amtierenden und ehemaligen Chefs der europäischen und US-amerikanischen Notenbank.

Wegen der guten Aussichten für Aktien sind diese im Portfolio des Mischfonds zurzeit mit 37 Prozent relativ hoch gewichtet. Erlaubt sind maximal 49 Prozent - ausgeschöpft hat Pesarini diese Quote noch nie. "Normal ist ein Aktienanteil von 20 bis 35 Prozent", sagt er.

Der Ethna-Aktiv ist ein vermögensverwaltender Fonds. "Wir tun so, als ob uns der Kunde sein gesamtes Geld anvertraut hat", beschreibt Pesarini die Leitidee. Er ist deshalb bereit, auch einmal schnell die Kasse zu erhöhen oder Positionen abzu­sichern, um das Vermögen zu schützen. Sind Risiken erkennbar, kann die Cashquote des Fonds auf 20 oder 30 Prozent steigen - theoretisch sogar noch höher.

Um das Risiko zu minimieren, investiert Pesarini in zahlreiche Einzeltitel aus verschiedenen Branchen und Regionen weltweit. "Wir gehen explizit keine großen Wetten ein", sagt er und gibt sich bescheiden: "Denn wir können uns mit der Auswahl einzelner Titel auch irren." Durch die breite Streuung will der Manager solche Gefahren umgehen.

Pesarini sieht sich eher als Sektor-, denn als Stockpicker. Hat er bestimmte Sektoren ausgemacht, die ihm stabil und attraktiv erscheinen, wählt er meist die liquidesten Werte für sein Portfolio aus. Durch diesen Fokus auf leicht handelbare Titel gewinnt der Manager Flexibilität - gut für die Sicherheit des Fonds.

Auch auf Fremdwährungen kann Pesarini setzen. Doch ein übertriebenes Wagnis geht er dabei nicht ein. "Unsere Referenzwährung ist der Euro", betont er. Deshalb sichert er sich gegen Wechselkursschwankungen ab, falls eine Devise ein zu hohes Gewicht erhalten würde. Obwohl der Fonds zum Beispiel viele US-Anleihen und auch einige US-Aktien enthält, hat das Dollar-Engagement momentan nur einen Anteil von neun Prozent.

Bei der Auswahl der Titel konzentriert sich der Manager fast vollständig auf die entwickelten Märkte. Im Regelfall spielen die USA, Deutschland und die Schweiz die größte Rolle. Eine stabile Wirtschaft und eine hohe Liquidität der Märkte sind die Hauptgründe für diese Ausrichtung. Auf der Aktienseite kauft Pesarini vor allem große internationale Konzerne, auf der Rentenseite beschränkt er sich meist auf Länder und Unternehmen mit einer guten bis sehr guten Bonität.

Ziel des Ethna-Aktiv ist es, eine jährliche Rendite von mindestens fünf Prozent zu erwirtschaften. Die Volatilität soll dabei nicht höher als sechs Prozent liegen. Hier erkennt Pesarini auch einen wesentlichen Unterschied zur Konkurrenz: "Wir sind nicht darauf aus, Performance um jeden Preis zu machen, sondern wollen das Risiko gering halten", sagt er. Bislang jedenfalls ist ihm eine bravouröse Leistung geglückt: Seit Mitte 2006 trägt der Ethna-Aktiv ununterbrochen FondsNote 1 oder 2.

Fünf herausragende Mischfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
DWS Concept DJE A. Renten Glo. LC LU0087412390 37,8% 1,35% p.a. (2)
Ethna-Aktiv A LU0136412771 34,3% 1,86% p.a. (2)
LBBW Multi Global R DE0009766881 38,6% 1,39% p.a. (2)
Swisscanto (L) P.F. Balanced € A LU0112804983 40,4% 1,35% p.a. (2)
UniRak DE0008491044 69,1% 1,47% p.a. (2)
1) Lfd. Kosten (laut KIID), Stand: 19.02.2015Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Aktien Schwellenländer:
Comgest Magellan

Unsere Strategie ist total konventionell - einfacher geht es nicht." Was Vincent Strauss über die von ihm verantworteten Produkte sagt, klingt, als hielte er nicht viel von ihrem Konzept. Doch der Manager will damit deutlich ­machen, dass seine Schwellenländerfonds ohne Firlefanz, ohne komplizierte Investmentansätze auskommen. "Wir nutzen keine Derivate, wir sind keine Trader, wir verleihen keine Aktien", sagt er. "Wir sind vielmehr typische Buy-and-Hold-Anleger, sehr vorsichtig und vollständig auf Langfristinvestments ausgerichtet."

Diese Risikoaversion und der Fokus auf langfristige Anlagen machen den Fonds so erfolgreich. Seit fast zwölf Jahren trägt der Magellan eine €uro FondsNote. Mehr als die Hälfte dieser Zeit wurde er mit Note 1 bewertet, nur in vereinzelten Monaten musste er sich mit einer 3 begnügen.

Strauss investiert mit seinen Co-Managern Wojciech Stanislawski und Emil Wolter in große Konzerne, die über eine starke Marktstellung verfügen. "Wir wollen Unternehmen kaufen, die hohe Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten aufbauen konnten. Sie verfügen über ein spezielles Netzwerk oder Wissen, das schwierig zu kopieren ist", erläutert er.

Wie bei Comgest-Fonds üblich, meidet der Manager Banken. "Sie sind notorisch intransparent", kritisiert er. Auch Unternehmen, deren Erfolg stark von Rohstoffpreisen abhängt, werden misstrauisch beäugt. "Ich bin der Auffassung, dass niemand die Entwicklung von Rohstoffpreisen vorhersagen kann", sagt er. Auf eine solche Wette lässt sich der Manager daher nur selten ein.

Zentrales Element bei der Auswahl der Aktien ist das Gewinnwachstum. Strauss kauft Unternehmen, deren Gewinne in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit um mindestens zehn Prozent jährlich zulegen werden. Darüber ­hinaus sind stabile Bilanzen und eine geringe Verschuldung ein Muss.

Dank dieses Fokus auf stabil wachsende Qualitätsunternehmen ist der Magellan ein eher defensiver Schwellenländerfonds. Das hat zur Folge, dass er während einer Hausse oft nicht ganz mit dem breiten Markt mithalten kann, während einer Baisse aber deutlich weniger verliert.
Das Portfolio ist mit ungefähr 45 Titeln relativ konzentriert. Die Umschlagrate der Aktien ist niedrig, ungefähr fünf Jahre lang bleiben sie durchschnittlich im Fonds. Aktuell spielen Unternehmen aus China die größte Rolle im Magellan: Rund ein Viertel des Vermögens ist dort investiert. Auch Titel aus Indien, Brasilien und Taiwan haben ein hohes Gewicht. Bei den Branchen ist Informationstechnologie am stärksten vertreten.

Fünf herausragende Schwellenländer-Aktienfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
Aberdeen EM Equity A2 $ LU0132412106 61,4% 1,99% p.a. (3)
Candriam Equities L EM C LU0056052961 43,0% 2,12% p.a. (2)
Comgest Growth EM $ acc IE0033535182 54,9% 1,59% p.a. (2)
First State Glo. EM Leaders A acc £ GB0033873919 89,8% 1,57% p.a. (1)
Magellan C FR0000292278 52,4% 1,98% p.a. (2)

1) Lfd. Kosten (laut KIID); Stand: 19.02.2015Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Aktien Europa
Invesco Pan European Str. Equity

Thorsten Paarmann und Michael Fraikin haben allen Grund stolz zu sein: Der von ihnen gemanagte Invesco Pan European Structured Equity ist eine Konstante unter den Europa-Fonds. Seit Jahren liefert er ausgezeichnete Ergebnisse. Mehr als zwölf Prozent Zuwachs waren es in den vergangenen zwölf Monaten, und auf Fünfjahressicht hat sich der Wert des Fonds mehr als verdoppelt. Seinen Vergleichsindex MSCI Europe, der in diesem Zeitraum nur um die Hälfte stieg, konnte der Fonds fast immer schlagen.

Das Renditeplus gegenüber dem MSCI Europe wird jedoch nicht mit einem höheren Risiko erkauft. Im Gegenteil: Der Pan European Structured Equity gehört zu den schwankungsärmsten Fonds seiner Klasse. Und das aus einem einfachen Grund: Der Fokus liegt auf Aktien mit möglichst niedriger Volatilität. "Wir haben festgestellt, dass weniger volatile Papiere über einen Zyklus ein besseres Chance-­Risiko-Verhältnis aufweisen als stark schwankende Titel", sagt Paarmann, der seit 2007 als Co-Manager für den Fonds verantwortlich ist. Im Portfolio finden sich daher eher Titel aus defensiven Branchen.

Die Manager verfolgen eine Strategie, bei der sie sich die einzelnen Unternehmen sehr genau anschauen. Vier Kriterien hält Invesco für besonders wichtig für die Wertentwicklung von Aktien: Gewinn­revisionen, Relative Stärke, Managementverhalten und Bewertung. Aus einem Universum von 800 europäischen Titeln wird für jede Aktie ein Attraktivitätswert errechnet. Ein Ranking entscheidet dann darüber, welche Papiere es ins Portfolio des Fonds schaffen.

Aktuell sind etwa zyklische Konsum­güter und Basiskonsumgüter übergewichtet. Sie machen zusammen ein Drittel des Portfolios aus. Bei Unternehmen aus dem Finanzsektor ist Paarmann hingegen vorsichtig: "Bankaktien waren in der Vergangenheit viel zu volatil, darum sind wir dort deutlich untergewichtet."

Auch das makroökonomische Umfeld kann das Schwankungsrisiko erhöhen. So ist die Volatilität von Schweizer Werten derzeit zu hoch, meint Paarmann. "Nach der Entkoppelung des Euro vom Franken ist es schwerer geworden, attraktive Schweizer Aktien zu finden." Auch französische Papiere gehören momentan nicht zu seinen Favoriten: "Die wirtschaftliche Situation in Frankreich ist zurzeit schwierig, das belastet die Unternehmen des Landes", so der Fondsmanager. Er setzt lieber auf britische Aktien, auch skandinavische Papiere stehen bei ihm hoch im Kurs. Die Aussichten für europäische Aktien schätzt Paarmann weiterhin als gut ein. Vor allem die lockere Geldpolitik in der Eurozone sowie der niedrige Ölpreis seien Kurstreiber und hätten zu den positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten beigetragen. Doch er warnt auch: "Es gibt einige Störfeuer wie in Griechenland oder der Ukraine, die es zu beobachten gilt."

Rauer Wind könnte zudem auch aus Übersee kommen. Wenn die US-Notenbank Fed ab Herbst tatsächlich ihre Geldpolitik strafft, könnte der Invesco Pan ­European Structured Equity seinem Ruf als Fels in der Brandung mal wieder gerecht werden.

Fünf herausragende Europa-Aktienfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
BGF Europ. Special Situations A2 € LU0154234636 110,3% 1,82% p.a. (2)
Invesco Pan Europ. Structured A acc LU0119750205 109,6% 1,59% p.a. (2)
Jupiter European Growth L € Acc LU0260085492 110,6% 1,73% p.a. (2)
MFS Meridian European Value A1 € LU0125951151 97,0% 1,90% p.a. (2)
Vontobel European Equity B € LU0153585137 79,0% 2,04% p.a. (2)
1) Lfd. Kosten (laut KIID); Stand: 19.02.2015Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Aktien Deutschland:
GS & P Deutschland aktiv

Sechs Anlagekategorien hat €uro am Sonntag unter die Lupe genommen und die Fonds-Dauerbrenner ermittelt. In fünf davon entdeckte die Redaktion unter den jeweiligen Spitzenfonds bekannte Namen, hinter denen teils milliardenschwere Produkte stehen. Nicht so bei der Kategorie der Deutschland-Fonds. Gewinner hier: ein Aktienfonds, der gerade einmal 35 Millionen Euro auf die Waage bringt. Der GS & P Deutschland aktiv wird seit Mai 2008 bewertet und trug in dieser Zeit nur einmal €uro-FondsNote 3 - bei seiner ersten Beurteilung. Danach gab es ausschließlich Einser und Zweier. Gemanagt wird der Fonds von Harald Berres von der Düssel­dorfer Vermögensverwaltung Grossbötzl, Schmitz & Partner.

Anlageuniversum des Fonds ist der CDAX. Dahinter verbergen sich fast alle relevanten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, aktuell 500 bis 600 Stück. Diese Freiheit nutzt Berres. "Jeweils ungefähr ein Drittel des Fonds ist in Standardwerte, Mid Caps und Small Caps investiert", sagt er. "Damit decken wir Deutschland sehr gut ab."

Das Portfolio ist sehr konzentriert. Nur etwa 25 Titel werden aufgenommen. "Der Fonds gehört damit zu den kompaktesten Produkten für deutsche Aktien", hebt der Manager hervor. Die Werte, die es ins Portfolio schaffen, werden nahezu gleichgewichtet, sodass jede Aktie etwa vier Prozent des Vermögens ausmacht.

Der Investmentprozess des Fonds verläuft in zwei Stufen. Im ersten Schritt filtert ein Computermodell aussichtsreiche Titel aus allen verfügbaren deutschen Aktien heraus. Dazu werden für jede Aktie 22 Kennzahlen betrachtet. Analysiert werden die Ertragskraft und die Bilanzstärke eines Unternehmens, die Bewertung der Aktie und die Stimmung an der Börse.

Nach dieser Computerauswertung folgt Stufe zwei. Die 100 nach der quantitativen Analyse besten Aktien werden nun genauer unter die Lupe genommen. "Jetzt beginnt die menschliche Komponente mit der klassischen Analyse der Fundamentaldaten, Unternehmensbesuchen und Analysen der Wettbewerbssituation", erläutert Berres. Am Ende landen die besagten rund 25 Titel im Portfolio.

Ein Merkmal unterscheidet den Fonds von der Konkurrenz: Er nutzt ein Sicherungssystem, um Kursrückgänge abzumildern. Ein hauseigenes Trendfolge­modell liefert fortlaufend Signale, ob Gefahr droht. Dabei werden kurz-, mittel- und langfristige Trends beobachtet. "Erhalten wir von zwei der drei Indikatoren ein Warnsignal, sichern wir das Portfolio mithilfe von Futures zu 25 Prozent ab", erklärt Berres. Kommen Warnzeichen von allen drei Indikatoren, wird der Fonds sogar zur Hälfte abgesichert. Durchschnittlich einmal im Monat wird auf diese Weise eingegriffen.

Die Absicherung hat zur Folge, dass der GS & P Deutschland aktiv besonders in schlechten Börsenjahren wie 2008 und 2011 hervorsticht. In guten Jahren hinkt er - nicht zuletzt wegen der Kosten der Absicherung von jährlich zwei bis drei Prozent - dem breiten Markt meist hinterher. Langfristig aber macht es sich bezahlt, dass der Fonds Verluste abfedern kann. Die konstant gute FondsNote belegt das.

Fünf herausragende Deutschland-Aktienfonds

Name ISIN; Rendite 5 Jahre; Gebühr 1); (EuroFondsNote)
ACATIS Aktien Deutschland ELM LU0158903558 110,7% 2,53% p.a. (2)
Baring German Growth Trust (EUR) GB0008192063 108,3% 1,57 % p. a. (2)
GS & P Fonds Deutschland aktiv G LU0487180605 80,1% 2,24% p.a. (2)
JB MCO Swiss&Global Dt. Aktien B LU0074349449 100,5% 1,50% p.a. (1)
Lupus alpha Sm. Germ. Champ. A LU0129233093 143,2% 2,26% p.a. (2)

1) Lfd. Kosten (laut KIID); Stand: 19.02.2015Quelle: Anbieter, Edisoft, Finanzen.net

Investor-Info

Basiswissen Fonds
Gut gestreut und sicher

Das Kapital vieler Anleger in verschiedene Einzeltitel investieren - das ist die Idee von Investmentfonds. Durch diese breite Streuung ist das Risiko geringer als beim Kauf einzelner Aktien oder Anleihen. Weiterer Vorteil: Das eingezahlte Kapital gilt als Sondervermögen. Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft ist das Geld der Sparer nicht betroffen. Wer Fonds kaufen will, benötigt ein Depot. Das bekommt man bei Filial­banken oder im Internet bei Direktbanken und Fondsdiscountern. Generell gilt: je geringer das persönliche Beratungsangebot, desto niedriger die Kosten für das Depot und einzelne Orders.

Fondsauswahl
Die Qual der Wahl

Die Produktpalette ist groß. Sie reicht von Fonds, die in eine einzige Anlageklasse (nur Aktien oder Anleihen) investieren, bis hin zu Mischfonds, die das Geld auf verschiedene Anlageklassen verteilen. Viele Fonds haben einen geografischen oder branchenbezogenen Schwerpunkt. Dies bietet Anlegern die Möglichkeit, ihr Kapital unterschiedlich anzulegen und damit das Risiko zu senken. Grundsätzlich gilt: je höher die Aktienquote, desto höher die Gewinnchancen und das ­Risiko. Die €uro FondsNote hilft bei der Auswahl: Die Fondsbewertung des Finanzen Verlags wird in Kooperation mit dem Analysehaus ­FondsConsult jeden Monat neu berechnet.

Erträge
Ausschütten versus anlegen

Es gibt zwei Arten von Fonds: thesaurierende und ausschüttende. Thesaurierende Produkte legen Erträge wie Zinsen oder Dividenden wieder im Fonds an. Bei ausschüttenden Fonds erhalten Anleger ­entsprechende Auszahlungen auf ihr Konto.

Gebühren
Vorsicht vor Renditekillern

Kosten für Fonds schmälern die Rendite. Während man Ausgabeaufschläge vermeiden kann, etwa durch den Kauf bei einer Direktbank, lassen sich ­andere Gebühren nicht umgehen: Die Fondsgesellschaften erheben eine jährliche Verwaltungsgebühr sowie eventuell eine erfolgsabhängige Zusatzgebühr. Vergleichen lassen sich die Kosten mithilfe der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio).

Steuern
Der Fiskus verdient mit

Von Erträgen und Gewinnen, die über dem Freibetrag von 801 Euro liegen, werden 25 Prozent Abgeltungsteuer sowie Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer abgezogen. Bei Fonds, die vor 2009 erworben wurden, sind Kursgewinne steuerfrei. Achtung bei thesaurierenden Auslandsfonds: Die Erträge müssen dem Finanzamt gemeldet werden, auch wenn sie reinvestiert werden. Beim Verkauf müssen bereits gezahlte Steuern geltend gemacht werden, sonst droht eine Doppelbesteuerung.

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer großen Serie "Raus aus der Zinsfalle"!

Teil 2: Top-Aktien: Die 8 besten Aktien der Welt

Teil 3: Gold: Neuer Run auf das Edelmetall

Bildquellen: Laborant / Shutterstock.com, sergign / Shutterstock.com
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