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30.10.2013 10:59
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FCP OP MEDICAL BioHealth-Trends-Fonds: Was steckt hinter der Biotech-Rally?

Wien (www.fondscheck.de) - Seit Anfang des Jahres konnten Biotech-Aktienfonds laut Lipper-Datenbank eine beachtliche Durchschnitts-Performance von +34,10 Prozent (per 28.10.2013) für ihre Investoren erwirtschaften, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Gemäß zuletzt durchgeführtem e-fundresearch.com Asset Allocation Rennen (09/13) liege die Assetklasse "Equity Sector Biotech" auf Platz 3 des Rankings der bislang erfolgreichsten Assetklassen des Jahres 2013.

Um mehr über die zugrunde liegenden Auslöser der jüngsten Biotech-Rally sowie über mögliche zukünftige Entwicklungen zu erfahren, habe e-fundresearch.com mit Harald Schwarz, Geschäftsführender Gesellschafter bei Medical Strategy GmbH sowie Fondsadvisor des seit 2000 aktiven "FCP OP MEDICAL BioHealth-Trends" (FCP OP MEDICAL BioHealth-Trends EUR) gesprochen.

Was seien die Hauptgründe für die starke Entwicklung des Biotechnologie-Sektors gewesen? Warum hätten die meisten Investoren nicht mit einer derart ausgeprägten Rally gerechnet?

Harald Schwarz habe die Fragen wie folgt beantwortet: Die Arzneimittelindustrie habe eine schmerzhafte Umbruchphase hinter sich, so dass der aktuelle Innovationszyklus meist übersehen worden sei.

Der letzte Innovationszyklus sei in den 90er Jahren gewesen - in dessen Mittelpunkt Enzymhemmer wie die ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck oder die Statine gegen Arteriosklerose sowie die ersten Biotech-Produkte gestanden hätten. Der Pharma-Index DRG habe von 1995 bis 2000 um über 300% zugelegt und der Biotech-Index NBI um ca. 600%.

Das folgende erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends sei jedoch durch eine schwierige Strukturkrise gekennzeichnet gewesen - gigantische Patentabläufe und damit schrumpfende Umsätze - Arzneimittel mit ca. 200 Mrd. USD Jahresumsatz seien patentfrei gewesen.

Dazu sei eine höchst restriktive Zulassungsbehörde FDA gekommen, die ständig die Zulassungsanforderungen sowie ihr Risikomonitoring verschärft habe - denke man nur an den Rückzug des Schmerzmedikaments Vioxx - und schließlich habe sich die Biotech-Industrie mit der Vielzahl ihrer neuartigen Arzneimittel-Entwicklungsplattformen auf unbekanntes Terrain begeben - neuartige Wirkstoffe hätten sich gegen neue Zielmoleküle gerichtet - so dass die Lernkurve langsamer als erwartet verlaufen sei.

Angesichts dieser Hindernisse sei fast der Eindruck entstanden, dass die Arzneimittelindustrie aus dieser Malaise nicht mehr herauskommen würde - die jährlichen Neuzulassungen von neuen Substanzen (NME) in den USA seien auf Tiefstwerte von 20 gefallen und gleichzeitig seien die jährlichen Umsatzverluste durch Patentabläufe bis auf 50 Mrd. USD angestiegen.

Parallel dazu seien die Bewertungen von Pharma und Biotech gefallen und hätten in 2010 mit durchschnittlichen KGVs von 9 bzw. 11 Tiefststände erreicht.

Wie stark sei der Biotech-Sektor aktuell einzuschätzen? Was bedinge die aktuelle Stärke/Schwäche?

Harald Schwarz habe die Fragen wie folgt beantwortet: Die Industrie habe ihre Lektion gelernt und habe auf Basis ihrer revolutionären "Drug Discovery Platforms" ihre Produktivität erhöhen können.

Zugleich hätten neue Gesetze ermöglicht, dass die FDA den Zulassungsweg habe erleichtern können. Innovative "Durchbruchsmedikamente" könnten sogar deutlich schneller zugelassen werden. Die Erteilung des Breakthrough-Status ermögliche kleinere und kürzere Studien für die Zulassung.

So seien 2011 über 30 neue Substanzen von der FDA zugelassen worden und 2012 sogar 39. Über 50% dieser innovativen Produkte seien "first in class" und 70% der Neuzulassungen hätten biotechnologischen Ursprung. "Wir stehen aber erst am Anfang eines neuen Innovationszyklus", so Harald Schwarz.

Nachdem es für die meisten Zivilisationserkrankungen wie Herz- und Gefäßerkrankungen bereits gute Therapien gebe, habe sich die Industrie auf Spezialisten- und Nischen-Erkrankungen, d.h. auf schwerwiegende, lebensbedrohliche sowie seltene genetische Erkrankungen - die bisher unzureichend hätten therapiert werden können - fokussiert. So seien gegen Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose, Rheuma, virale Infektionen oder Erblindung wurden große Fortschritte erzielt worden.

Die neuen Medikamente würden u.a. nicht nur symptomatisch wirken, sondern den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Sie könnten heilen wie bei Leukämie oder Rheuma, leben retten wie bei viralen Infektionen wie AIDS oder Hepatitis C und letztlich Leben verlängern wie bei Krebs. Die neuen Medikamente würden damit neue Therapiestandards begründen und seien letztlich für eine erfolgreiche Therapie unverzichtbar - und dadurch hätten die Unternehmen - wie man so schön sage - eine erhebliche "Pricing Power".

Die Aktienkurse würden auf den neuen Innovationszyklus reagieren. Seit Ende 2011 habe sich der Nasdaq Biotech-Index mehr als verdoppelt und den breiten Markt, gemessen am S&P 500 um ca. 70% übertroffen. Die Bewertungen würden mit KGVs von 25 für Biotech weiterhin deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegen, so dass der Sektor weiterhin Upside-Potenzial biete.

Die Pipelines von Pharma und Biotech seien viele Tausend Substanzen stark. Fast die Hälfte ziele auf Krebserkrankungen. Gerade an die personalisierten Krebstherapie, den neuartigen Antikörper-Drug-Konjugaten, die die belastende systemische Chemotherapie ersetzen könnten sowie den immuntherapeutischen Ansätzen würden hohe Erwartungen gestellt. Neueste Ergebnisse würden wieder auf dem ASH-Kongress der American Society of Hematology Anfang Dezember vorgestellt.

Auch die seltenen genetischen Erbkrankheiten seien ein Forschungsschwerpunkt. 2012 seien 25% der Neuzulassungen auf diese entfallen. "In unserem Fonds sind ca. 10% des Anlagevermögens in diesen Bereich investiert", so Harald Schwarz. Knapp 300% Wertzuwachs habe der Fonds mit der Biotech-Firma Sarepta erzielt, die ein Produkt gegen die muskuläre Erbkrankheit Duchenne entwickle.

Vor dem Hintergrund des starken Laufs im Biotech-Sektor sei es zu deutlich höheren Bewertungen bei den etablierten Biotech-Unternehmen gekommen, die jedoch - historisch gesehen - immer noch günstig seien.

Langfristig sei jedoch zu bedenken, dass mit der US-Gesundheitsreform ein Zulassungsweg für Bio-Generika geschaffen werde - und dies könnte einige der etablierten Biotech- bzw. Pharma-Unternehmen negativ treffen.

Hingegen hätten an der aktuellen Biotech-Rally die Small Cap-Unternehmen bisher weniger partizipiert. Hier sei somit noch deutliches Nachholpotenzial vorhanden. Gerade die kleineren Unternehmen mit innovativen Produkten würden von Einlizensierungs- oder Übernahmeangeboten profitieren. Nichts würden die etablierten Unternehmen mehr wie neue Produkte und damit zukünftige Umsatzträger suchen.

Grundsätzlich bleibe bei Biotech-Unternehmen das Innovationsrisiko zu berücksichtigen, d.h. klinische Studien könnten fehlschlagen und Zulassungsanträge scheitern.

Das Medical Strategy-Team kontrolliere diese Risiken insbesondere durch eine breite Streuung des Portfolios über bis zu 90 Firmen.

In Deutschland gebe es ca. 60 Healthcare-Fonds und davon seien 15 Biotech-Fonds. Die meisten würden die entsprechenden Indices nachbilden und sich daher in den Top 10-Positionen - die immerhin fast 60% des Vermögens ausmachen würden - nur wenig unterscheiden.

Ganz anders dagegen der von Medical Strategy gemanagte Medical BioHealth-Trends. Der Fonds sei rein Stockpicking-orientiert ohne an eine Benchmark gebunden zu sein. Er investiere vorwiegend in aufstrebende junge Arzneimittel-Unternehmen aus dem Biotech-Sektor aber auch in Newcomer der Medizin-Technologie. Das Geschäftsmodell dieser jungen Firmen beruhe auf Innovationen - d.h. sie seien die Erneuerer wenn's um verbesserte Therapeutika - wie molekulargenetisch erforschte Krebsmedikamente oder miniaturisierte Insulinpumpen - gehe und damit letztlich das Lebensblut der Industrie, deren Bewertungsniveau ja immer wieder durch Patentabläufe bedroht sei.

Aufgrund dieses Anlagestils sei der Medical BioHealth-Trends ein Small- und Mid Cap Healthcare-Fonds. Er habe ca. 60% seines Anlagevermögens in Small Caps unter 1 Mrd. USD Marktkapitalisierung investiert, 25% in Mid Caps zwischen 1 und 10 Mrd. USD und aus technischen, insbesondere Liquiditätsgründen eine Beimischung von ca. 15% in Large Caps über 10 Mrd. USD.

Der Firmengründer von Medical Strategy, Herr Dr. Fischer und Harald Schwarz als Co-Manager würden den Fonds seit seinem ersten Tag begleiten. Sie würden durch ein eigenes Team von Analysten, einem wissenschaftlichen Beirat anerkannter Professoren sowie ihr Datenbank-System, in der sie alle innovativen Firmen systematisch dokumentieren würden, unterstützt.

Dies ermögliche einen konsistenten Managementansatz in allen Markt- und Börsenphasen. Das Stockpicking der Fondsmanager von Innovationsfirmen erfolge immer nach Value Prinzipien, d.h. sie würden Unterbewertung im Verhältnis zum Kurspotenzial identifizieren. Dieser Value-Ansatz sei maßgeblicher Garant für ihre Outperformance über die letzten 13 Jahre gewesen. (30.10.2013/fc/a/f)

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