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16.08.2019 13:10
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Kommt sie oder kommt sie nicht?

Viele fundamentale Daten sprechen derzeit nicht für eine weltweite Rezession. Dennoch haben aktuelle Zahlen die Aktienmärkte zuletzt heftig ins Rutschen gebracht.

Den jüngsten Warnschüssen an den weltweiten Aktienmärkten zum Trotz geben Experten die Hoffnung nicht auf, einer globalen Rezession zu entgehen: "Derzeit deuten die Daten im Allgemeinen auf ein Trendwachstum hin, mit einigen Ausnahmen wie Deutschland, wo das Wachstum im zweiten Quartal rückläufig war", sagt Esty Dwek, Chefstrategin bei der Dynamic Solutions Group von Natixis Investment Managers.

Sie begründet ihre Einschätzung mit einer ganzen Reihe von Faktoren: "Das verarbeitende Gewerbe bleibt schwach, aber die Dienstleistungen halten stand. Außerdem geht es den Verbrauchern weitgehend gut, und der US-Wohnungsmarkt sollte von niedrigeren Zinsen profitieren. Das US-Wachstum für das zweite Quartal lag nach vorläufigen Schätzungen bei 2,1 Prozent, und die chinesischen Einzelhandelsumsätze haben auf eine Stabilisierung hingewiesen."

Der Aktienmarkt in den USA werde sich im Vergleich zu Europa weiterhin gut entwickeln, erwartet die Analystin - dank eines stärkeren Wirtschaftswachstums, einer besseren Ertragslage der Unternehmen und unterstützt durch Zinssenkungen der US-Notenbank. In Europa dominierten politische Faktoren wie der drohende Brexit, Wachstumssorgen auf dem deutschen Markt und Probleme im Bankensektor, dennoch seien positive Überraschungen möglich.

Inverse Zinsstruktur lässt die Märkte beben

Inverse Zinsstruktur
Inverse Zinsstruktur
Inverse Zinsstruktur

Quelle: €uro am Sonntag

An den Börsen hingegen dominierten zuletzt Sorgen um die weltweite Konjunktur. Grund dafür war das Entstehen einer so genannten inversen Zinsstruktur bei US-Staatsanleihen Mitte der Woche: Erstmals seit langer Zeit warfen US-Bonds mit zwei Jahren Restlaufzeit geringere Zinsen ab als solche mit zehn Jahren Laufzeit. Bedeutet: Investoren rechnen damit, dass die Notenbanken die Zinsen langfristig niedrig halten - und das wiederum gilt als Indikator für eine schwache Konjunktur.

"Das ist ein massives Warnsignal für die US-Wirtschaft", sagt Neil Wilson, Chefanalyst der Handelsplattform markets.com. "In der Vergangenheit ist eine solche Inversion viele Male ein verlässlicher Indikator für eine Rezession gewesen". Zuletzt hatte es eine solche Zinsstruktur im Jahr 2007 im Vorfeld der Finanzkrise gegeben. Entsprechend heftig war die Reaktion der Aktienmärkte diese Woche ausgefallen, Leitindizes in den USA ebenso wie in Europa waren massiv unter Druck geraten.

Zwischenzeitig hat sich die Zinsstruktur zwar auf dem Papier wieder normalisiert, die Rendite zehnjähriger US-Bonds lag zuletzt mit 1,584 Prozent hauchdünn über der von zweijährigen mit einer Rendite von 1,571 Prozent. Die Lage bleibt dennoch angespannt, vor allem solange die Aktienmärkte maßgeblich auf die Schlagzeilen im Handelskrieg reagieren: "Wir glauben, dass jeder Waffenstillstand oder jede Verbesserung in den Verhandlungen die Märkte weiterhin unterstützen wird, ebenso wie die sehr großzügigen Zentralbanken auf der ganzen Welt", sagt Anlagestrategin Dwek. "Insgesamt ist jedoch mit einer höheren Volatilität und größeren Tagesschwankungen zu rechnen, da das politische und geopolitische Bild nach wie vor komplex und mit Risiken behaftet ist."

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