finanzen.net
21.05.2019 11:30
Bewerten
(0)

La Financière de L‘Echiquier: Spielt China auf Zeit?

DRUCKEN
Mit seinem Konfrontationskurs China gegenüber sorgt Donald Trump weiterhin für Ungewissheit an den Finanzmärkten. Auch China zeigt wenig Interesse an Verhandlungen. Diese Entwicklung überraschte viele Anleger, die „zweifellos übertrieben zuversichtlich“ waren, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer bei LFDE.

Nachdem er in der Vorwoche ins Rampenlicht der Börsen zurückgepoltert war, stand Donald Trump abermals im Mittelpunkt der Schlagzeilen.

Zuerst wiederholte er seine harschen Äußerungen und unverhohlenen Drohungen gegenüber China. Er verwies erneut darauf, dass Peking „das Abkommen gebrochen“ habe, schloss die Verhängung weiterer Zölle nicht aus und warnte, dass ein Abkommen nach seiner möglichen Wiederwahl schwieriger zu erreichen sei. Auch wenn manche Äußerungen etwas positiver waren, so dominierte doch ein rachelüsterner Tonfall seine Aussagen.

Trump unterzeichnete ferner ein Dekret, das den US-Telekommunikationsanbietern verbietet, Ausrüstung von ausländischen Unternehmen zu beziehen, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft werden. Dieses unter Verweis auf den „nationalen Notstand“ erlassene Dekret zielt unmittelbar auf China und in erster Linie auf den Branchenriesen Huawei ab. Selbst wenn diese Maßnahme bereits seit einiger Zeit geplant war, erscheint sie bei den aktuell zunehmenden Spannungen in einem anderen Licht. China reagierte unverzüglich und sprach von unangemessenen Maßnahmen, die „den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen weiteren Schaden zufügen“ könnten.

Des Weiteren verschob Trump seine Entscheidung über mögliche Zölle auf Autos und Ersatzteile aus Europa und Japan um sechs Monate. Dies wurde zunächst von der US-Presse berichtet und dann am vergangenen Freitag offiziell bestätigt. Die Märkte werteten dies als Zeichen für eine wieder etwas größere Verhandlungsbereitschaft Trumps.

Es wäre jedoch falsch, die aktuelle Lage ausschließlich anhand der Positionen und Äußerungen Donald Trumps zu analysieren, denn die Reaktion Chinas ist ebenso wichtig. So dämpfte Peking zum Ende der Woche die zweifellos übertriebene Zuversicht der Anleger mit der Aussage, aufgrund der fehlenden Aufrichtigkeit Donald Trumps wenig Interesse an einer Fortsetzung der Verhandlungen zu haben. Bisher wurde noch kein Datum für die Wiederaufnahme der Gespräche genannt. Möglich wäre ein Treffen zwischen Trump und Xi Jinping auf dem G20-Gipfel (am 28. und 29. Juni). All dies belegt, dass China versucht sein könnte, auf Zeit zu spielen.

Selbst wenn für weitere chinesische Produkte im Wert von 325 Milliarden Dollar Zollerhöhungen angedroht sind – der Handlungsspielraum der USA wird mit jeder neuen Erhöhung der Zölle kleiner.

Angesichts der bedeutenden Geschäftsbeziehungen zahlreicher US-Unternehmen mit China ist es kaum vorstellbar, dass Washington die Zölle weiter anhebt oder chinesische Produkte mit einem massiven Boykott belegt. Auch wenn die Folgen der höheren Zölle für die chinesische Wirtschaft spürbar sind, bleiben sie dennoch moderat und können durch Konjunkturmaßnahmen ausgeglichen werden. Überdies muss China kaum Rücksicht auf Wahlergebnisse nehmen, und die Entschlossenheit der chinesischen Führung in dieser Sache wird von der Bevölkerung unterstützt. Anders gestaltet sich die Lage für Donald Trump, denn für dessen angestrebte Wiederwahl wäre eine Einigung mit China eine wichtige Trumpfkarte.

Mehr noch als ein einseitiger Abbruch der Verhandlungen oder eine Eskalation der Vergeltungsmaßnahmen besteht das Hauptrisiko also darin, dass die Handelsgespräche ins Stocken geraten. Obwohl Anleger eine Einigung für sehr wahrscheinlich hielten, kehrt nun die Ungewissheit zurück – keine besonders günstige Situation für die Märkte.

powered by
€uro FundResearch

Wachstumsaktien im Fokus

Wie identifizieren Sie wachstumsstarke Aktien? Kai Knobloch erklärt heute Abend live, wie Sie die CASLIM-Methode anwenden und erfolgreich in Wachstumsaktien investieren - für Sie kostenlos! Jetzt kostenlos anmelden!
Anzeige

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX freundlich -- Bitcoin kratzt an 13.000-Dollar-Marke -- Tesla dürfte wohl Rekordquartal verfehlen -- USA: Handelsabkommen mit China zu 90 Prozent komplett -- FedEx, thyssenkrupp, JOST im Fokus

Anzeige gegen Brenntag nach umstrittenen Chemikalien-Lieferungen. Apple kauft zu. Infineon-Aktie und Siltronic-Papiere legen zu: Chipwerte erholen sich nach optimistischen Signalen von Micron. GfK: Konsumklima fällt zum zweiten Mal in Folge. Siemens: "Wir warnen nicht vor zu hohen Gewinnschätzungen".
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Die USA suchen Verbündete gegen den Iran. Sollte sich Deutschland einer solchen Allianz anschließen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
Infineon AG623100
Microsoft Corp.870747
Amazon906866
BayerBAY001
TeslaA1CX3T
Lufthansa AG823212
Apple Inc.865985
Siemens AG723610
Barrick Gold Corp.870450
BASFBASF11
thyssenkrupp AG750000