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29.11.2018 15:26
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Weniger Research heißt nicht weniger Performance

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Asset Manager nutzen nach Inkrafttreten der neuen Mifid-Verordnung weniger Research. Eine negative Auswirkung auf die Gewinne wurde bislang trotzdem nicht verzeichnet.

Die Vereinigung der Asset Manager International Capital Market Association ICMA hat soeben eine neue Untersuchung veröffentlicht. Darin setzt sich die ICMA unter anderem mit den Auswirkungen der seit Januar geltenden Mifid II Verordnung auf das Research auseinander. Seit dem 3. Januar 2018 müssen Vermögensverwalter Research-Dienstleistungen entweder aus eigenen Mitteln oder aus einem sog. Analysekonto (Research Payment Account) bezahlen. Fondsgesellschaften fallen ebenfalls unter die Regelung, wenn sie z.B. für einen Kunden Vermögen ohne Fondskonstruktion verwalten. Durch die Verpflichtung zur separaten Abrechnung des Research sind sie jedoch indirekt auch betroffen.

Wie die ICMA in ihrer Befragung herausgefunden hat, benutzen Asset Manager offensichtlich weniger Research vor allem in den Bereichen Anleihen, Währungen und Rohstoffe (FICC). Das habe jedoch keine negativen Auswirkungen auf die Renditen ihrer Produkte –was laut ICMA auf mögliche Überkapazitäten hindeutet.

So haben 82 % der Befragten angegeben, dass sie seit dem 3. Januar auf eine geringere Anzahl von Research-Anbietern zurückgreifen. Der Rest arbeitet so weiter wie bisher. Die ICMA hat festgestellt: “Die Mehrzahl der Asset Manager ist zuversichtlich, dass eine Verringerung des Research sich nicht negativ auf die Performance auswirkt.”

Unsicherheit herrscht noch darüber, was überhaupt unter die Rubrik “Research” fällt: So geben 75 % der Befragten an, was genau als (zu bezahlendes) Research eingestuft werden muss –und was unter die Kategorie “Minor non-monetary Benefit” (MNMB) fällt. Die MNMBs müssen die Vermögensverwalter sich nämlich nicht bezahlen lassen.

Fast die Hälfte (43%) der Studienteilnehmer fühlt sich von ihrer nationalen Regulierungsbehörde oder der ESMA allein gelassen und würde sich mehr Informationen wünschen. Allerdings ist dieser Wert gegenüber dem vergangenen Jahr schon zurückgegangen, denn im November  2017 waren es noch 52 % der Befragten.

Trotzdem hat die Branche recht schnell auf die neue Verordnung reagiert: Fast drei Viertel der Vermögensverwalter haben bereits schriftliche Vereinbarungen mit allen ihren Research-Providern, 18 % immerhin mit der Mehrzahl ihrer Dienstleister, der Rest nur mit einer Minderheit.

Wenn es darum geht, nicht angefordertes Research-Material von den Mitarbeitern fernzuhalten, verlassen sich 86 % der Firmen darauf, dass diese sich selbständig bei der Unternehmensleitung melden, wenn Material bei ihnen eintrifft. Zusätzlich blockieren 32 % der Asset Manager nicht angefordertes Research auf den Handelsterminals, 14 % setzen eigene IT-Lösungen ein.

Bei der Frage, wie für Research am Ende gezahlt werden soll, regeln das 80 % der Vermögensverwalter aus eigener Tasche, sieben Prozent nutzen ein Analyse-Konto und 14 % eine Mischung aus beidem.

Die überwiegende Mehrheit (68%) greift dabei auf All-Inklusive-Angebote der Research-Provider zurück; 43% haben ein festgelegtes Paket abonniert, in dem zusätzliche Dienste gesondert abgerechnet werden, und nur sieben Prozent der Firmen wollen jeden Dienst einzeln abrechnen.

Das frappierendste Ergebnis des ICMA-Reports ist jedoch sicherlich, dass vier Fünftel der Asset Manager die Zahl ihrer Research-Provider verringert haben – und dass 86 % keine Verschlechterung bei der Performance ihrer Fonds befürchten.

Aktienresearch leidet am meisten

Der Rückgang bei der Nachfrage nach Research zeigt sich vor allem in Aktienbereich: Das Marktforschungsunternehmen Greenwich Associates hat herausgefunden, dass die Ausgaben der Asset Manager in Europa bis Ende 2019 dort um 20 % bzw. 300 Millionen US$ fallen werden. Die großen Institutionellen Investoren haben ihre Researchkosten demnach bereits weitestgehend reduziert. “Das schlimmste scheint bereits vorüber zu sein”, beruhigt William Llamas, Institutional Relationship Manager bei Greenwich Associates. Angesichts des kleiner gewordenen Pools müssen Investmentbanken und andere Dienstleister jedoch um jeden Dollar kämpfen: “Erfolg ist für die, wenn sie annähernd dieselben Einnahmen erzielen wie vor MiFID II.”

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