Die wichtigsten Versicherungen für Heimwerker im Überblick

Ein neues Regal montieren, die Wände streichen oder ganze Räume renovieren - Heimwerken macht unabhängig, birgt aber auch Risiken. Welche Versicherungen im Ernstfall schützen, wo Grenzen des Versicherungsschutzes liegen und welche Fehler schnell teuer werden können.
Grundabsicherung für Heimwerker: Was unbedingt vorhanden sein sollte
Viele Heimwerker starten ihre Projekte voller Tatendrang - doch im Hintergrund stellt sich immer die Frage, welche Basisabsicherung nötig ist, falls beim Bohren, Schleifen oder Renovieren etwas schiefgeht. Heimwerker müssen nicht jede Eventualität absichern, doch ein solides Fundament an Policen sorgt dafür, dass Missgeschicke nicht gleich zu teuren Problemen führen.
Eine Privathaftpflicht- und Hausratversicherung bilden laut einem Artikel des Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) die Grundausstattung, auf die sich die meisten Haushalte bereits stützen können. Die Haftpflicht schützt dabei etwa vor Mietsachschäden oder dann, wenn Helfer unbeabsichtigt etwas beschädigen. Für Eigentümer kommt zusätzlich eine Wohngebäudeversicherung hinzu, die ebenfalls zu dieser Basis zählt und Schäden am Gebäude abdeckt - allerdings nicht jene, die Heimwerker durch fehlerhafte Eigenleistungen selbst verursachen.
Auch innerhalb der Wohnung bietet die Hausratversicherung Schutz, sofern Risiken wie Feuer- oder Leitungswasserschäden versichert sind. Wie das RND weiter erläutert, kann die Versicherung dabei sogar den verursachenden Helfer in Regress nehmen. Grenzen setzt jedoch die Eigenverantwortung der Heimwerker: Werden Schäden durch unsachgemäße oder riskante Arbeiten selbst herbeigeführt, übernimmt keine Versicherung die Kosten.
Absicherung bei Unfällen: Schutz für Heimwerker und Helfer
Beim Heimwerken entstehen Unfälle meist aus Routine oder Unachtsamkeit - ein falscher Schritt auf der Leiter, ein unglücklicher Griff zur Säge oder Schwindel beim Arbeiten über Kopf. Umso wichtiger ist ein Schutz, der sowohl Heimwerker als auch helfende Personen absichert, wenn Verletzungen den Alltag länger beeinträchtigen.
Eine private Unfallversicherung fängt schwere Folgen eigener Stürze oder Verletzungen auf, die gerade bei ungewohnten Arbeiten schnell auftreten können - etwa durch Abstürze oder Unfälle, wie es der RND beschreibt. Die gesetzliche Unfallversicherung greift dagegen nur, wenn Helfer aktiv in ein Projekt eingebunden sind und ihre Tätigkeit bei der BG BAU gemeldet wurde. Handelt es sich lediglich um eine kurze Gefälligkeit im Freundes- oder Familienkreis, besteht über die gesetzliche Unfallversicherung kein Schutz, sodass die jeweils eigene private Unfallversicherung des Helfers entscheidend wird.
Welche Unfälle besonders häufig auftreten, zeigen Daten der VHV Versicherung: Stürze von improvisierten Leitern, Schnittverletzungen oder körperliche Überlastungen gehören zu den typischen Risiken, für die Unfallversicherungen feste Leistungen wie Sofortzahlungen bei bestimmten Verletzungen vorsehen können.
Absicherung von Schäden und Risiken am Projekt selbst
Auch wenn vieles im eigenen Zuhause machbar erscheint, tragen Heimwerker bei Fehlern oft ein erhebliches Eigenrisiko. Besonders dann, wenn Arbeiten tiefer in die Bausubstanz eingreifen, kann ein Missgeschick hohe Kosten verursachen. Wer beim Bohren etwa eine Leitung trifft oder ein Rohr beschädigt, bleibt nach Einschätzung des RND in solchen Fällen in der Regel selbst auf dem Schaden sitzen. Für Tätigkeiten mit erhöhtem Gefahrenpotenzial - dazu zählen Elektro-, Gas-, Wasser- und Heizungsarbeiten - gilt zudem, dass sie ausschließlich von Fachbetrieben ausgeführt werden dürfen. Wird dagegen verstoßen, zahlen Versicherer in der Regel nicht.
Auch die Einbindung von Helfern birgt Risiken. Zwar übernimmt die private Haftpflichtversicherung Schäden, die Unterstützer bei zulässigen Arbeiten verursachen. Werden jedoch Tätigkeiten ausgeführt, die Laien nicht übernehmen dürfen, werten Versicherer dies häufig als grob fahrlässig, was die Regulierung einschränken oder ausschließen kann, wie es weiter heißt.
Darüber hinaus zeigt die VHV, dass der sachgerechte Umgang mit Werkzeugen nicht nur Unfälle verhindern, sondern auch Sachschäden vermeiden kann. Besonders bei Strom- und Wasserleitungen ist Vorsicht geboten, ebenso beim Einsatz persönlicher Schutzausrüstung. Wird durch ein Heimwerkerprojekt schließlich der Wert des Hauses verändert - etwa durch den Ausbau eines Dachs oder Kellers -, sollte die Wohngebäudeversicherung informiert werden, damit der Schutz angepasst wird, wie der RND empfiehlt.
Redaktion finanzen.net
Weitere News
Bildquellen: Bits And Splits / Shutterstock.com