01.01.2017 03:00
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Auslaufmodell Riester: Wo Sparer noch gute Policen finden

Euro am Sonntag-Service: Auslaufmodell Riester: Wo Sparer noch gute Policen finden | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Service
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Viele Versicherer verschlechtern zum Jahreswechsel ihr Riester-Angebot oder stoppen es komplett. Woran das liegt und was zu tun ist.
€uro am Sonntag
von Martin Reim, Euro am Sonntag

Die Deutschen haben die Lust am Riestern verloren. Die Vertragszahl dieser staatlich geförderten Altersvorsorge stagniert. Bei der meistverbreiteten Form, den Riester-Versicherungen, war zuletzt sogar ein Minus zu verzeichnen. Nun verringern zum 1. Januar viele Versicherungsunternehmen das Angebot auch noch. Das zeigt eine Branchenumfrage von €uro am Sonntag.


Bei einer Reihe von Anbietern sind ab dem Jahreswechsel gar keine Riester-­Policen mehr erhältlich. Cosmos Direkt, PB und Öffentliche Braunschweig streichen sie komplett aus dem Programm. Die Debeka will erst zum 1. April wieder einsteigen, die DEVK Anfang Mai, die Barmenia frühestens im zweiten Quartal. Die Alte Leipziger legt sich in puncto Neustarttermin nur auf den Verlauf des Jahres 2017 fest, und die Nürnberger nennt überhaupt keinen Zeitraum.


Auch bei vielen Anbietern, die pünktlich am Start sind, ändert sich einiges. Eine Reihe von Versicherern verabschieden sich komplett von Versicherungen mit gesetzlichem Garantiezins und bieten nur noch andere Spielarten an, namentlich Signal-Iduna und Zurich. Ergo ist diesen Schritt schon vor einigen Monaten gegangen: Hier gibt es das Riester-Fondsprodukt nur noch über eine Tochtergesellschaft namens Vorsorge. Bei Policen der Aachen Münchener können Versicherte wählen, ob sie sicherheitsorientiert mit Garantiezins anlegen oder renditeorientiert in Fonds.

Parallel zu diesen Änderungen verringert eine Reihe von Anbietern auch das maximale Eintrittsalter. Die Provinzial Nord geht von 62 auf 60 Jahre, die Hannoversche von 53 auf 49, die Württembergische von 57 auf 52 und die Provinzial Rheinland sogar von 48 auf 42. Wer bei dieser Gesellschaft abschließen will und über der neu festgelegten Altersgrenze liegt, muss sich also sputen. Manche Unternehmen verlängern - zusätzlich zur Senkung der Altersgrenze oder als isolierte Maßnahme - die Mindestlaufzeit des Vertrags, beispielsweise Targo von 15 auf 25 Jahre.


Möglicherweise kommt es kurzfristig noch zu weiteren Änderungen. Obwohl der Jahreswechsel unmittelbar bevorsteht, haben einige Versicherer mitgeteilt, dass sie noch keine Entscheidung über die künftigen Riester-Tarife getroffen haben: Cosmos Direkt, Inter, Stuttgarter und Arag. Lediglich bei einer Minderheit bleibt alles beim Alten (abgesehen von einigen relativ unbedeutenden Modifikationen): bei Allianz, AXA, R + V, HUK-Coburg, LV 1871, Mylife und Fairr.de.

Detailliertes Infoblatt startet

Gründe für all diese Veränderungen gibt es viele. Wer komplett aussteigt, begründet das meist mit der schwachen Nachfrage durch die Kunden. Verzögerte Umstellungen haben oft komplexere Ursachen. Immer wieder genannt wird die gesetzlich geforderte Einführung eines einheitlichen Produktinformationsblatts zum 1. Januar. Offizielle Vorgabe: Jede Riester-Police bekommt eine zwei Seiten umfassende, neutrale Beschreibung von Leistungen, Kosten, Risiko und Renditeaussichten. Sogar Schriftart, Linien, Farben und den Platz der Markierungen für die Löcher zum Abheften hat das Finanzministerium millimetergenau festgelegt. Das sogenannte Design-Manual füllt 100 Seiten. Der Aufwand der Umsetzung in der Assekuranz ist groß - da braucht mancher Anbieter eine Auszeit.

Beim Abschied von Garantiezins-­Produkten spielen neue Eigenkapital­regeln namens Solvency II eine Rolle. Wer Garantien für Lebensversicherungen ausspricht, welche über die ganze Laufzeit gelten, muss enorm viel Kapital hinterlegen. Deshalb gehen immer mehr Versicherer auf Distanz zu solchen Garantiepolicen. Stattdessen werden alternative Lösungen angeboten, die allesamt das Anlagerisiko mehr oder weniger stark auf den Kunden abwälzen - in Form von Fonds- und Indexpolicen (siehe unten).

Veränderungen beim Eintrittsalter haben noch einen anderen Hintergrund: Zum Jahreswechsel sinkt der ­gesetzliche Garantiezins von 1,25 auf 0,9  Prozent. Der Wert bezieht sich auf den sogenannten Sparanteil, also Prämien plus Überschüsse minus Kosten. In der Realität liegt der Vertrag - wegen der Abschlusskosten und der im Vergleich zu ungeförderten Verträgen meist höheren laufenden Kosten - sehr lange im Minus. Laut Gesetz müssen zu Laufzeitende aber mindestens die eingezahlten Prämien zurückgegeben werden. Um das sicherzustellen, korrigieren manche Anbieter nun die Mindestlaufzeiten.

Sollte man angesichts all dieser Riester-Verschlechterungen in den letzten Tagen des Jahres noch schnell eine ­Police abschließen? Das ist nicht abwegig. Denn wer jetzt noch unterschreibt, bekommt die komplette Förderung für 2016. Generell gilt: Die Riester-Rente ist für viele vorteilhaft. Dafür sorgt der dahinterstehende Mechanismus. In der Einzahlungsphase gibt es staatliche Zulagen und häufig zusätzliche Steuervorteile. In der Auszahlungsphase muss die Rente zwar versteuert werden, doch liegt der Steuersatz bei den meisten Menschen im Alter niedriger als im Erwerbsleben oder fällt ganz weg, weil das Einkommen geringer ist. Dann ergibt sich per Saldo ein Plus.

Der tatsächliche Steuersatz hängt von den Unwägbarkeiten der Gesetzgebung und den persönlichen Lebensumständen im Alter ab. Bei einem hohen Einkommen fällt die Förderung zwar prozentual gering aus, doch winken die ­zusätzlichen Steuervorteile. Bei einem niedrigen Einkommen gibt es zwar meist keine Steuervorteile, doch sorgt allein die Förderung für eine recht hohe Quote. Insbesondere durch Kinder steigt der Wert enorm.

Aber auch all jene, die bereits einen Riester-Vertrag besitzen und keinen Dauerzulagenantrag haben, sollten jetzt aktiv werden. Um die staatliche Förderung in voller Höhe zu erhalten, muss ein Mindestbeitrag eingezahlt werden. Und Zulagen können nur zwei Jahre rückwirkend beantragt werden. Die Frist für das Jahr 2014 läuft am 31. Dezember 2016 ab. Danach entfällt der Anspruch. Den Antrag erhält man bei seinem Versicherer. Wer die Zulage nicht jedes Jahr gesondert beantragen will, kann einen Dauerzulagenantrag stellen. Dieser verlängert sich automatisch.

Aber auch dann ist wichtig, dem Versicherer eventuelle Veränderungen der persönlichen Verhältnisse mitzuteilen. So wirkt sich eine Gehaltserhöhung auf die Riester-Zulagen aus. Nur wenn ­Sparer vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (maximal 2.100 Euro) eingezahlt haben, haben sie Anspruch auf die volle staatliche Förderung.

Riester-Rente
Die Formen im Überblick

Versicherungen

Die klassische Art dieser Policen hat einen jährlichen Garantiezins. Er beträgt 1,25 Prozent und bezieht sich auf den sogenannten Sparanteil, also Einzahlungen minus Kosten. Der Wert sinkt zu Anfang 2017 auf 0,9 Prozent. Obendrauf gibt es üblicherweise eine Überschussbeteiligung. Ihre Höhe hängt vor allem davon ab, wie gut die Versicherer das Kapital anlegen.

Zweite wichtige Spielart sind Fonds­policen. Hier fließt ein gewisser Anteil des Kapitals in Investmentfonds, die teilweise oder komplett vom Sparer ausgewählt werden. Es gibt keine jährlich festgelegten ­Renditen; der Gewinn, falls vorhanden, steht erst am Ende der Laufzeit fest. Daneben gibt es sogenannte Indexpolicen, bei denen der Kunde am Beginn jeden Jahres entscheiden kann, ob er an der Wertentwicklung eines Index partizipieren will oder die Überschussbeteiligung einstreicht.

Fondssparpläne

Die Fondsgesellschaft teilt die Einzahlungen auf Aktien- und Anleihefonds auf. Faustformel: Je jünger der Kunde und je höher seine Risikobereitschaft, desto stärker geht es in Aktien. Damit die Auszahlung garantiert bis ans Lebensende des Sparers reicht, übernimmt ab dem 85. Lebensjahr eine Versicherung die kompletten Überweisungen.

Bausparen und Darlehen

Mit dem sogenannten Wohn-Riester wenden sich Bausparkassen an Kunden, die bereits ein Eigenheim besitzen oder mit einem Kauf liebäugeln. Beim Bausparen fließen Einzahlungen plus Zulagen in einen - meist niedrig verzinsten - Vertrag, bei Baudarlehen dienen sie der Kredittilgung. Für jeden Sparer führt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen ein sogenanntes Wohnförderkonto. Dort werden Sparleistungen, ­Zulagen und Tilgungen verbucht. Dieser ­fiktive Betrag wird jährlich mit zwei Prozent verzinst. Ab Renteneintritt ist eine fiktive Auszahlung zu versteuern.

Banksparpläne

Hier sind Banken und Sparkassen am Zug. Die Verzinsung ist zumeist an einen oder mehrere Referenzzinssätze gekoppelt - beispielsweise an die Umlaufrendite, welche die Bundesbank errechnet. Wie bei Fondssparplänen gilt: Damit die Auszahlungen garantiert bis ans Lebensende des Sparers reichen, übernimmt ab dem 85. Lebensjahr eine Versicherung die Überweisungen.
Bildquellen: Daniela Staerk / Shutterstock.com, Yuri Arcurs / Shutterstock.com
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