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09.04.2013 16:55
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Max Otte: Ein kleines Stück Ackerland schadet auch nicht

Eurokrise: Max Otte: Ein kleines Stück Ackerland schadet auch nicht | Nachricht | finanzen.net
Max Otte: Ein kleines Stück Ackerland schadet auch nicht
Eurokrise
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Deutsche Anleger sorgen sich um ihr Geld. Der Finanzexperte Max Otte zeigt anhand historischer Krisen, wie Sparer sich am besten vor Enteignung schützen.
€uro am Sonntag
€uro am Sonntag: Herr Otte, viele Menschen machen sich ­gegenwärtig Sorgen, dass hierzulande den Bankkunden wie in ­Zypern ihre Guthaben weggenommen werden könnten. Ist das nicht reine Panikmache?
Max Otte:
Nein. Gerade die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt doch, dass auch wir nicht vor diesem Schicksal gefeit sind. Sowohl in der Weimarer Republik als auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Deutsche enteignet. Die Zeche zahlte vor allem die Mittelschicht.

Wie ging das damals vor sich?
Nach der Hyperinflation 1923 waren die Sparguthaben nichts mehr wert. Ähnlich war es nach der Währungs­reform 1948.

Wer damals Immobilien besaß, war dagegen fein raus.
Besser jedenfalls als die Sparer. Die Immobilienbesitzer kamen aber auch nicht ungeschoren davon. Die Grundsteuern wurden in der Weimarer Zeit deutlich erhöht, und viele mussten aus Not ihre Häuser mit Verlusten verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Immobilien mit Zwangshypotheken belastet. Allerdings auf den Einheitswert, der deutlich niedriger war als der Verkehrswert.

Waren dann wenigstens die Goldbesitzer die Krisengewinner?
Nach 1945 schon. In der Weimarer Zeit dagegen nicht. Damals wurden sie gezwungen, ihr Gold beim Staat abzuliefern. Sonst drohten hohe Geld- oder sogar Freiheitsstrafen.

Wie erging es den Aktionären?
Sowohl in der Hyperinflation als auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fielen Aktien erst mal ins Bodenlose. Wer allerdings nicht veräußern musste oder sogar zukaufen konnte, durfte sich später über gewaltige Kurszuwächse freuen.

Was raten Sie deutschen Anlegern zum Schutz vor Enteignung?
Rund zehn Prozent des Vermögens in Gold- und Silbermünzen, 40 Prozent in Bluechip-Aktien und den Rest liquide halten. Eine selbst genutzte Immobilie ist gut, sollte aber nicht den Großteil des Vermögens ausmachen. Ein kleines Stück Ackerland schadet auch nicht.

Was halten Sie von Unternehmens- und Staatsanleihen?
Nichts. Als Faustregel kann man sagen: Bei der Vermögensaufteilung ist Sachwerten eindeutig der Vorzug vor Papiervermögen zu geben. Und ganz wichtig: bei keiner Bank mehr als 100.000 Euro deponieren.

Trotz der Gefahr des Goldverbots raten Sie zu dem Edelmetall?
In der Weimarer Republik sickerte das Verbot vorher durch. Das führte dazu, dass nur ein Teil des in Privatbesitz befindlichen Goldes abgeliefert wurde. Ich gehe davon aus, dass eine geplante Zwangsablieferung auch heute nicht zu verheimlichen wäre. Dann können Besitzer noch Gegenmaßnahmen treffen.

Bildquellen: Guenther Peroutka, Julian Mezger

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