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25.03.2012 03:00
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Steuererklärung: Tipps für Überflieger

Finanzamt: Steuererklärung: Tipps für Überflieger | Nachricht | finanzen.net
Wie in jedem Jahr hält das Finanzamt wieder einmal seine Hände auf
Finanzamt
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Für Anleger kann die Deklaration ihrer Kapitalerträge dieses Jahr knifflig werden – trotz Abgeltungsteuer. Was Sie beim Ausfüllen der Steuerformulare unbedingt beachten sollten
€uro am Sonntag
von Stefan Rullkötter, €uro am Sonntag

Seit Einführung der Abgeltungsteuer 2009 müssen Banken eine einheitliche Pauschalabgabe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer auf Zinsen, Dividenden und Wertpapierveräußerungsgewinne abführen. Damit sollen sie als Zahlstelle für den Fiskus fungieren. Für Anleger entfällt im Gegenzug „grundsätzlich“ der lästige Kampf mit den Steuerformularen.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Der Gesetzgeber hat für zahlreiche Konstellationen Detailregelungen geschaffen, in denen Anleger auch bei Anfertigung der Steuererklärung 2011 die Anlagen KAP, AUS und SO ausfüllen müssen.

Dafür gibt es im Schnitt insgesamt rund 800 Euro vom Fiskus zurück. Wer seine Steuerformulare weit vor dem Stichtag 31. Mai 2012 an das Finanzamt schickt, kann sich früher als andere Steuerzahler über eine Erstattung freuen. Nachfolgend die zehn besten Ausfülltipps für Kapitalanleger.

Tipp 1: Auslandsfonds
Wer thesaurierende („wiederanlegende“) ausländische Investmentfonds im Depot hat, sollte Nachweise über Dividenden und Kupons beifügen, um zu hohe Steuern auf Kapitalerträge zu vermeiden. Das gilt auch bei Depotübertragungen: Depotbanken müssen in dem Fall die Abgeltungsteuer auf Basis von 30 Prozent des Veräußerungserlöses berechnen, falls ihnen die Anschaffungskosten nicht bekannt sind.
[Anlage AUS, Zeilen 8–9]

Tipp 2: Günstigerprüfung
Haben Anleger Zweifel, ob für ihre Kapitalerträge die Abgeltungsteuer (25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventuell 8,0 oder 9,0 Prozent Kirchensteuer) oder der persönliche Steuersatz (Spannbreite 14 bis 42 Prozent) günstiger ist, sollten sie vom Finanzamt prüfen lassen, welche Alternative von Vorteil ist. Zu beachten: Die amtliche „Günstigerprüfung“ erfolgt nur auf ausdrücklichen Antrag des Steuerzahlers.
[Anlage KAP, Zeile 4]

Tipp 3: Kirchensteuer
Konfessionsgebundene Anleger müssen trotz Abgeltungsteuer ihre Kapitalerträge weiterhin deklarieren, wenn sie ihrer Bank nicht mitgeteilt haben, dass sie einer Kirche angehören. Wer sich diese Prozedur bei der Steuererklärung 2012 ersparen will, kann bei seiner Bank einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer stellen. Ab dem Jahr 2014 müssen die Banken Kirchensteuern auf Kapitalerträge ohnehin direkt abführen.
[Anlage KAP, Zeilen 6, 51]

Tipp 4: Krankheitskosten
Seit Einführung der Abgeltungsteuer 2009 müssen Kapitalerträge trotz steuerlicher Abgeltung nochmals in der Steuererklärung ange­geben werden, wenn der Anleger außergewöhnliche Belastungen wie Gesundheitsausgaben oder Fahrtkosten zum Arzt absetzen will. Diese gewährt der Fiskus erst nach Abzug eines zumutbaren Eigenanteils. Und der richtet sich nach Einkünften, Familienstand und Anzahl der Kinder.
[Mantelbogen, Zeile 68–73]

Tipp 5: Leserlichkeit
Wer seine Steuererklärung mit unleserlicher Handschrift oder in schlechter Druckqualität abgibt, muss aufpassen: Nach einem neuen Schreiben des Bundesfinanzministeriums gelten derartige Erklärungen schlimmstenfalls als nicht abgegeben. Wer bis zum Stichtag 31. Mai 2012 keine leserlichen Formulare einreicht und für die Steuererklärung 2011 Abgaben nachzuzahlen hat, muss Strafzinsen entrichten.
[Mantelbogen, alle Anlagen]

Tipp 6: Nichtveranlagung
Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) lassen sich – jeweils für drei Jahre – Kapitalerträge ohne Abzug der Abgeltungsteuer erreichen. Sparer bekommen eine NV, wenn ihr Wohnsitz in Deutschland liegt und anzunehmen ist, dass sie nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden. Dafür darf ihr Einkommen den Grundfreibetrag (für 2011: 8.004 Euro Singles/16.008 Euro Verheiratete) nicht überschreiten.
[Anlage KAP, Zeile 7–14]

Tipp 7: Pflegeheimkosten
Übernommene Pflegeheimkosten für Angehörige sind für das vergangene Jahr als außergewöhnliche Belastung mit Kapitalerträgen verrechenbar. Aber nur, soweit sie tatsächlich außergewöhnlich hoch und deshalb unzumutbar sind. Anleger müssen von gezahlten Pflegeheimkosten – abhängig von ihrem Familienstand – zwischen ein und sieben Prozent ihres Einkommens als zumutbare Belastung selbst tragen.
[Mantelbogen, Zeile 68–73]

Tipp 8: Sparerpauschbetrag
Anleger sollten bei den Steuerbescheinigungen ihrer Banken für das Jahr 2011 überprüfen, ob sie den Sparerpauschbetrag (801 Euro für Singles, 1.602 Euro für zusammen veranlagte Verheiratete) voll ausgeschöpft haben. Wer für 2011 keinen Freistellungsauftrag erteilt oder die Summe auf mehrere Institute ungünstig verteilt hat, kann zu viel gezahlte Steuern nur per Deklaration seiner Erträge zurückholen.
[Anlage KAP, Zeilen 5–14]

Tipp 9: Spendenbeiträge
Wer als Anleger Spenden steuerlich geltend machen will, muss in der Steuererklärung für das Veranlagungsjahr 2011 letztmalig seine bereits versteuerten Kapitalerträge deklarieren. Andernfalls ist ein Sonderausgabenabzug für Spenden nicht möglich. Ab dem Jahr 2012 sind dagegen sämtliche mit Abgeltungsteuer belegten Kapitalerträge für die Absetzbarkeit von Spenden nicht mehr relevant für den Fiskus.
[Mantelbogen, Zeilen 49–57]

Tipp 10: Verlustverrechnung
Wer Depots und Konten bei mehreren Banken unterhält und sich bis zum Stichtag 15. Dezember 2011 eine Bescheinigung über realisierte Wertpapierverluste hat ausstellen lassen, sollte diese der Anlage KAP unbedingt als Dokument beifügen. Nur durch deren Vorlage kann er Miese mit bei ­anderen Banken erzielten Kapitalerträgen verrechnen. Wichtig: Vor 2009 realisierte Altverluste sind bis 2013 verrechenbar.
[Anlage KAP, Zeilen 5, 12–13]

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