21.09.2015 17:29

Darum sind IKEA-Möbel schlecht für die Beziehung

Business Insider: Darum sind IKEA-Möbel schlecht für die Beziehung | Nachricht | finanzen.net
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"Schatz, lass uns zu IKEA fahren." Diesen Satz dürfte jeder Mann fürchten. Und Frauen sollten das ab sofort vielleicht auch tun. Denn laut Psychologen kann ein Besuch im blau-gelben Einrichtungshaus zur Zerreißprobe für die Beziehung werden.
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Der Einkauf im schwedischen Möbelhaus schafft immer wieder Situationen, in denen Paare aneinandergeraten können. Das sagen zumindest die Experten, die für The Atlantic drei besonders brenzlige Situationen identifiziert haben: den Besuch bei IKEA selbst, den Machtkampf vor dem Zusammenbauen der Möbel und den eigentlichen Zusammenbau der Möbel.

Warum ein Besuch bei IKEA die Beziehung gefährden kann

Auf der Suche nach schönen und passenden Möbeln durch die verschiedenen Abteilungen schlendern, sich die eingerichteten Beispielzimmer anschauen, im Schweden-Shop noch schnell etwas zu essen mitnehmen und dann mit den ausgesuchten Möbeln wieder nach Hause düsen - ein Besuch bei IKEA könnte so harmonisch ablaufen. Könnte. Tut er aber oft nicht.

Schon allein die verschiedenen Themenbereiche, die man auf seinem Weg durch das schwedische Möbelparadies durchläuft, können tiefgreifende Probleme in der Beziehung ans Licht zerren. Laut der Psychologin Ramani Durvasula kann beispielsweise der Betten- und Schlafzimmerbereich Diskussionen über das eigene Sexleben hervorrufen und die sauberen Beispiel-Küchen einen Streit vom Zaun brechen, wer im Haushalt für welche Aufgaben zuständig ist (und warum diese nie erledigt werden).

Wenn man als Paar dann auch noch das Ziel hat, gemeinsam ein bestimmtes Möbelstück zu kaufen, dann kann dieser Streit auch noch ganz andere Dimensionen annehmen. "Paare tendieren dazu, aus den kleinen Konflikten, die während des Möbelkaufs auftreten, abzuleiten, dass sie vielleicht doch nicht für einander geschaffen sind", sagt die britische Psychologin Maisie Chou Caffin. So kann die Vorliebe des Partners für einen anderen Tisch eine ganze Reihe an zerstörerischen Fragen nach sich ziehen: Wenn wir nicht den gleichen Tisch wollen, wollen wir dann überhaupt die gleich Art von Zuhause? Wollen wir dasselbe Leben? Passen wir überhaupt zu einander?

Warum die entscheidende Schlacht beim Zusammenbau von IKEA-Möbeln schon davor geschlagen wird

Wenn man sich dann doch auf einen Tisch oder ein Regal einigen konnte, hat man damit die gefährlichen Situation aber noch nicht überstanden. Im Gegenteil. Jetzt geht es erst so richtig los.

Da man nicht jeden Tag Möbel zusammenbaut, ist ein Paar in dieser Situation meist noch nicht eingespielt. Und oft hat jeder Partner eine eigene Meinung dazu, wie man am besten vorgehen sollte und wer das Sagen bzw. den Inbus-Schlüssel in der Hand hat. Die Folge ist ein Machtkampf, der mal mehr, mal weniger offen und laut ausgetragen wird, aber in jedem Fall weitere Konflikte hervorbringen kann.

Wie IKEAs Aufbauanleitungen den Konflikt weiter anheizen

Ist der Machtkampf, zumindest vorläufig, geklärt, kommt das, naja, spezielle Design der Aufbauanleitungen von IKEA ins Spiel: Auf dem meist einzelnen, gefalteten Blatt zeigt eine Comic-Figur, wie leicht das Möbelbauen geht. Und das völlig ohne erklärenden Text.

Während diese Anleitungen für ihre universelle Anwendbarkeit in jedem Sprachraum wahrscheinlich schon längst einen Preis gewonnen haben, können sie aus Nutzersicht doch manchmal ganz schön frustrierend sein. Denn sie suggerieren, dass das neue Möbelstück schnell und völlig mühelos aufgebaut werden kann. Schließlich schafft es sogar eine Comic-Figur ohne Probleme. Wenn man es selbst dann aber doch nicht auf Anhieb schafft, kann das Ego ganz schön darunter leiden.

Und wenn man von einer Aufgabe frustriert ist, kann sich das auch auf die Beziehung zum Partner auswirken.

Studien haben gezeigt, dass man weniger gut über den Partner denkt, wenn man sich gemeinsam einer schwierigen und kaum lösbaren Aufgabe gegenüber sieht. Um das zu beweisen, haben Forscher der Universität Monmouth und des Ursinus College 60 Paare in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sollte einfach einige Zahlen in aufsteigender Reihenfolge notieren, während die andere mit komplexen Matheaufgaben konfrontiert wurde. Nachdem sie die Aufgabe beendet hatten, sollten beide Gruppen Komplimente für den Partner aufschreiben. Das Ergebnis: Der Gruppe mit der schwierigen Aufgabe fielen deutlich weniger nette Dinge über ihre Partner ein als der Gruppe mit der leichten Aufgabe. Stress untergräbt also unsere Beziehung, ohne dass wir es überhaupt bewusst merken.

Oft lässt man seinen Stress aber auch direkt am Partner aus. Denn laut Dan Arieley, einem Professor für Psychologie an der Duke University, neigen manche Menschen dazu, in stressigen Situationen einen Sündenbock zu suchen Läuft also beim Möbelaufbau etwas schief, fehlt ein Teil oder wird etwas falsch zusammengeschraubt, dann stecken diese Menschen ihrem Partner die Schuld in die Schuhe. Egal, ob dieser etwas dafür kann oder nicht.

Und wenn der Streit dann erst einmal im Gange ist, sind wir auf Krawall gebürstet. Dann greift das primitive Flucht-oder-Kampf-Prinzip. Vernunft und Geduld werden abgeschaltet und der Streit geht schnell vom eigentlichen Thema in weitere Bereiche über, meint Psychologe Dan Ferguson. Denn wenn man sich erst einmal Fragen wie "Glaubst du, dass ich das nicht hinbekomme?" "Vertraust du mir nicht?" oder "Hältst du mich etwa für dumm?" an den Kopf geworfen habe, dreht es sich bald nicht mehr nur um den IKEA-Schrank. Dann geht es auf einmal um die gesamte Beziehung, die in Frage gestellt wird.

Wie kann man aber vermeiden, dass ein Streit um ein Möbelstück derartig eskaliert? Indem man sich klar macht, dass man sich als Paar in einer Ausnahmesituation befindet, in der man besonders geduldig mit sich selbst und seinem Partner sein sollte. Oder indem man einfach nicht mehr bei IKEA einkauft.


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Bildquellen: JuliusKielaitis / Shutterstock.com
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