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17.06.2018 16:00
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Mit System die Rentenlücke schließen: Neue Ideen gefragt

Euro am Sonntag-Meinung: Mit System die Rentenlücke schließen: Neue Ideen gefragt | Nachricht | finanzen.net
Klaus-Dieter Rommeiß
Euro am Sonntag-Meinung
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Ruhestandsplanung wird angesichts einer wachsenden Rentenlücke immer existenzieller. Der Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland lädt daher alle Player zu einem ersten Bundeskongress nach Berlin ein.
€uro am Sonntag
von Klaus-Dieter Rommeiß, Gastautor von €uro am Sonntag

Nüchterne Zahlen können zuweilen heftige Emotionen hervorrufen - etwa bei den tatsächlichen Rentenhöhen in Deutschland. Bei dem einen ist es Entsetzen, bei dem anderen Schockstarre, beim nächsten Nachdenklichkeit. Denn die 1078 Euro (West) und die 1178 Euro (Ost), die Männer 2017 im Durchschnitt bekommen haben, sind schon weniger als ein schmaler Taler. Bei den Frauen reichen die 606 Euro beziehungsweise 894 Euro kaum dafür, die steigenden Mieten zu bezahlen. Und wenn dann noch Steuern dazukommen - das trifft alle Renten, die den jährlichen Grundfreibetrag von 9000 Euro überschreiten - und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, dann nimmt das Wort Altersarmut ganz konkrete Züge an. Für die Krankenversicherung zahlen Rentner 7,3 Prozent ihrer Bruttorente, der Rentenversicherungsträger übernimmt ebenfalls 7,3 Prozent. Für die Pflegeversicherung blättert der Rentner 2,55 Prozent hin. Von den ohnehin schon mageren Bezügen der Durchschnittsrentner werden also nochmals knapp zehn Prozent abgeknapst.


Das sind die nackten Zahlen. Wie viele zerplatzte Träume von einem sorglosen, vielleicht sogar umtriebigen Ruhestand sich dahinter verbergen, daran möchte man gar nicht denken. Oder doch? Ja, unbedingt! Denn ohne sich die Schicksale vor Augen zu führen, die hinter einem vielfach erbärmlichen Ruhestandsgeld stehen, bekommen die Zahlen kein Gesicht. Dann bleiben sie Statistik, die immer nur die anderen, niemals einen selbst betreffen. An dem Punkt betreten wir, die Ruhestandsplaner, die Szene. Wir legen den Finger in die Wunde, die Rentenlücke heißt. Wir bieten Lösungen, um die Lücke bestmöglich zu schließen. Wir decken schonungslos auf, mit wie viel Geld der künftige Ruheständler auskommen muss, wenn er sich auf die gesetzliche Rente verlässt. Diese oftmals brutale Bestandsaufnahme tut vielen richtig weh. Wer noch jung ist, bei dem mildert die noch verbleibende Zeit den Schmerz deutlich ab. Denn die Aussicht, noch 20 oder 30 Jahre lang für die relativ lange Zeit nach dem Berufsleben vorsorgen zu können, entspannt die Situation erheblich. Doch auch Ältere können noch viel tun, um einen möglichen finanziellen Absturz nach der Berufstätigkeit zu verhindern. Der erste Schritt dahin ist, sich einem Experten für Ruhestandsplanung anzuvertrauen.


Lebenshelfer in Sachen finanzieller Ruhestand
Viele Berufstätige wissen zwar, dass sie im Alter ein finanzielles Problem haben werden, aber nicht, wie sie es lösen können. Daher tragen Ruhestandsplaner, die im Bundesverband Der Ruhestands­planer Deutschland e.V. (BDRD) organisiert sind, eine enorme Verantwortung. Vom Verband zertifizierte Ruhestandsplaner verpflichten sich zur Einhaltung hoher ethischer und fachlicher Standards bei der Beratung. Sie sind nicht einfach Verkäufer von Altersvorsorgeprodukten, sondern Lebenshelfer in Sachen finanzieller Ruhestand mit sämtlichen Facetten, die das Leben bietet. Sie schielen nicht auf die höchstmögliche Provision, sondern schauen sich den Menschen an, der vor ihnen sitzt. Und helfen ihm dabei, die richtigen Fragen mit Blick auf die eigene Lebensplanung zu stellen.

Ruhestandsplanung fängt ­daher nicht mit 60, nicht einmal mit 50 Jahren an. Natürlich gehört viel Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft dazu, einem gesunden 30-Jährigen, der gerade eine Familie gegründet oder ein Eigenheim gekauft hat, zu vermitteln, dass auch er irgendwann 60, 70, 80 oder noch älter sein wird. "Wie wollen Sie im Alter leben?" ist daher eine der wichtigsten Fragen, die Ruhestandsplaner mit ihren Klienten diskutieren, egal in welchem Alter sie sind.


Viele Menschen, auch bereits ältere, berücksichtigen nicht, dass das Alter mit Ausgaben verbunden sein kann, von denen man in jungen Jahren nichts ahnt. Wer Glück hat und gesund bleibt, will wahrscheinlich vieles von dem ­aufholen, was während der Kinder­erziehung und in der Hektik des Berufslebens liegen geblieben ist: Hobbys, Reisen, Volkshochschulkurse, ein Studium und vieles mehr.

Wer krank oder pflegebedürftig wird, will sich die bestmögliche Therapie und eine Pflege leisten, die den Namen auch verdient. Vielleicht müssen Haus oder Wohnung umgebaut und teure Hilfsmittel angeschafft werden, die das Leben erleichtern. In jedem Fall gilt: Das Alter kann teuer werden. Daher gilt es, in jungen Jahren eine Bestandsaufnahme über Wünsche, Ziele und finanzielle Möglichkeiten vorzunehmen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. ­Genau dabei helfen Ruhestandsplaner. Sie analysieren akribisch die Ist-Situation und helfen herauszufinden, welche Mittel im Alter zur Verfügung stehen sollen und wie dieses Ziel bestmöglich zu erreichen ist.

Neben den verschiedenen Arten von zu erwartenden Renten wie gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente erfasst der Berater weitere Vermögenswerte wie Mieteinnahmen, Kapital­erträge oder Sachwerte sowie alle Faktoren aus dem familiären Umfeld, die Einfluss auf die individuelle Situation nehmen können, etwa mögliche Schenkungen und Erbschaften, Verfügungen und Vorsorgeverordnungen. Natürlich müssen auch gesetzliche Veränderungen berücksichtigt werden, etwa das Renteneintrittsalter sowie das Zins­niveau und die Absicherung weiterer persönlicher Risiken wie Pflege, Unfall und Tod. Daraus entwickelt er gemeinsam mit dem Klienten eine nachhaltige Strategie. Somit ist Ruhestands­planung keine unmittelbare Vorbereitung auf den Ruhestand, sondern eine praktisch lebenslange Planung dieses oft mehrere Jahrzehnte andauernden Lebensabschnitts.

Neue Ideen tanken auf dem ersten Bundeskongress
Da das Thema Ruhestandsplanung so komplex ist, betrifft es nicht etwa nur Versicherungsvermittler. Banken, Investmentgesellschaften und Finanz­institute jeder Art, Vermittlerpools und -verbände, Weiterbildungsanbieter, Rechts- und Steuerdienstleister, Rentenberater, Immobilienfachleute und viele mehr tragen dazu bei, Menschen einen lebenswerten Ruhestand zu ermöglichen. Grund genug für den BDRD, alle genannten Akteure zu einem ersten Bundeskongress Ruhestandsplanung am 28. und 29. Juni in Berlin einzuladen. Teilnehmer können von ihren Mitstreitern lernen, diskutieren und mit vielen neuen Ideen und Anregungen an ihre verantwortungsvolle Arbeit zurückgehen. Infos unter: www.bundeskongress-­ruhestandsplanung.de

Kurzvita

Klaus-Dieter Rommeiß
Bundesvorsitzender des Bundesverbands Der Ruhestands­planer Deutschland Rommeiß ist seit Gründung des BDRD dessen Bundesgeschäftsführer. Der Verband vertritt Versicherungs- und Finanzmakler, die sich zu den Qualitätsstandards des BDRD bekennen und als zertifizierte ­Ruhestandsberater tätig sind. Rommeiß ist Ökonom und neben seiner Tätigkeit im BDRD als Unternehmensberater sowie Versicherungs- und Finanzmakler tätig.




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Bildquellen: istock/jez gunnell, die-ruhestandsplanung.de, altafulla / Shutterstock.com

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