01.09.2015 18:47

18 Wege, eurem Startup den Todesstoß zu versetzen

Gründer aufgepasst: 18 Wege, eurem Startup den Todesstoß zu versetzen | Nachricht | finanzen.net
Gründer aufgepasst
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Früher wollten alle Banker und Berater werden, heute streben die klugen jungen Leute vor allem in die Tech- und Startup-Szene.
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Und tatsächlich war es noch nie so einfach, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Leider ist es allerdings genau so leicht wie früher, das Ding anschließend vor die Wand zu fahren. Deshalb haben wir hier einmal eine Liste der schlimmsten Fehler erstellt, die den meisten Startups zum Verhängnis werden (zusammen getragen hat sie übrigens Mark Vital bei Funders and Founders).

1. Nur einen Gründer haben - Im Alleingang ein Startup zu gründen, funktioniert so gut wie nie. Alle Zahlen belegen das. In den meisten Fällen werdet ihr allein schlicht nicht die Zeit, Energie und Fähigkeiten besitzen, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Und selbst wenn, wird Euch das kein Investor glauben.

2. Schlechter Standort - Wo ihr sitzt, bestimmt eure Anziehungskraft auf gutes Personal, was wiederum die Qualität eures Produkts bestimmt, wovon logischerweise euer Erfolg abhängt. Davon abgesehen ist ein existierendes Ökosystem an Ex-Gründern, Beratern und Investoren Gold wert. Und das gibt es nur an sehr wenigen Orten. Wer weltweite Ambitionen hat, muss praktisch ins Silicon Valley. In Deutschland gibt es eigentlich nur Berlin.

3. Eine zu kleine Nische - Jedes Startup muss wissen, wer seine Kunden sind (oder sein sollen). Das hat den Vorteil, dass sich schon vorab recht gut sagen lässt, wie viele davon es überhaupt gibt, und ob sich darauf ein Geschäft aufbauen lässt. Ihr habt eine tolle Lösung für die Probleme farbenblinder Fotografen? Schade drum, aber lasst es lieber.

4. Abkupfern - Es gibt nur ein Twitter. Die Welt braucht nur ein Facebook. Und es ist noch nicht ganz raus, wie viele praktisch identische Pizza-Lieferdienste oder Putzfrauvermittlungen selbst das chronisch uninspirierte deutsche Internet verträgt (unser Tipp - weniger, als es gerade gibt). Sucht euch eine eigene Idee und verfolgt sie. Denn fest steht: Das Google von morgen wird sicher nicht so aussehen, wie das Google von heute.

5. Sturheit - Beziehungsweise das Unvermögen, sich das Scheitern der eigenen Idee einzugestehen. Oder, noch wichtiger, an der Ursprungsidee festzuhalten, obwohl einem die User durch ihr Verhalten etwas Anderes sagen.

6. Schlechte Programmierer - An sehr gute Programmierer heranzukommen, ist eine schwierige Sache - besonders anfangs, wenn man kein Geld hat. Um mittelgute von schlechten (oder junge Talente von jungen Dilettanten) unterscheiden zu können, braucht ihr einen Partner, der selbst ein guter Programmierer ist. Oder müsst selbst einer sein. Was immer ihr tut, lasst euch euer Produkt niemals von einer externen Agentur bauen!

7. Die falsche Plattform - Früher baute man Dinge ins Netz, die die Leute dann mühsam fanden (oder auch nicht). Heute sind gigantische Reichweiten auf den großen Plattformen wie Facebook, Twitter oder (wenn auch immer schwieriger) Google zu finden. Eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt ist deshalb, auf welcher der Plattformen man sein Geschäft aufbaut. Passt es, könnt ihr sehr schnell skalieren. Passt es nicht, warten User und Investoren nur selten darauf, dass ihr es auf einer anderen Plattform noch einmal probiert.

8. Zu später Launch - Bevor ihr am Markt seid, sind alle Arbeitsthesen über User und Geschäft nur Hypothesen. Je schneller ihr sie mit der Realität abgleicht, desto besser. Das Produkt zu verfeinern oder zu vollenden, geschieht am besten direkt am Markt.

9. Zu früher Launch - Euer Startup muss zum Start nicht alles können, was es später können soll. Aber was es verspricht, muss es halten. Schlechter Service oder amateurhafte Technik sind der fast sichere Tod.

10. Eine zu breite Zielgruppe - Nein, nicht ganz Deutschland vom Säugling bis zum Greis wird euer Produkt toll finden. Wer dann? Das müsst ihr wissen. Möglicherweise existiert er oder sie nämlich gar nicht in ausreichender Anzahl (siehe 3.).

11. Nicht genug Geld - Es wird eine Weile dauern, bis ihr Erfolg oder Misserfolg eurer Idee genau bestimmen könnt. Ihr müsst genug Geld haben, um bis dahin alles tun zu können, was ihr tun müsst. Sonst werdet ihr nie wissen, ob es nicht doch hätte klappen können. Ein Jahr ist meist eine recht gute Zeitspanne.

12. Zu viel Geld - Zu viel Geld von Investoren ist noch schlimmer als zu wenig. Ihr werdet euch erfolgreich fühlen, obwohl ihr noch gar keinen Erfolg hattet. Ihr werdet euch Dinge leisten, die ihr euch nicht leisten solltet. Ihr werdet euch nicht mehr auf den messerscharfen Kern eures Produkts konzentrieren. Merke: Es ist ausschließlich und immer der User, den ihr beeindrucken müsst.

13. Zu hohe laufende Kosten - Wer braucht einen Kicker und drei Playstations? Richtig, niemand. Euer Geld muss bis zur nächsten Finanzierungsrunde reichen, und vorher müsst ihr Erfolg nachweisen können. Gehen die Finanzen zu früh zur Neige, ist eine Zwischenfinanzierung meist sehr, sehr schwierig zu bekommen.

14. Schlechtes Management der Geldgeber - Ein Startup muss seine User glücklich machen und sonst erst einmal niemanden. Kluge Investoren wissen das und werden sich aus operativen Entscheidungen heraus halten. Falls nicht, entscheidet euch trotzdem für das, was die User wollen.

15. Profit statt Reichweite - Aus einem Erfolg lässt sich fast immer auch Geld machen - zur Not später. Habt ihr durch zu aggressive Monetarisierung am Anfang aber erst einmal eure Kundschaft verschreckt, lässt sich das meist nie wieder gutmachen.

16. Eremitentum - Mit Programmieren, Designen und Theoretisieren allein lässt sich kein Geschäft machen. Mindestens einer eurer Partner muss jemand sein, der das Haus verlässt und richtige Menschen trifft.

17. Zankereien - Die meisten Startups scheitern an Zank und Streit zwischen den Gründern. Bei fast allen gibt es irgendwann Streit über Richtungsentscheidungen. Ihr solltet damit rechnen und euch Lösungswege überlegen, solange ihr euch noch gut versteht.

18. Halbherzigkeit - Aus Nebenprojekten werden praktisch nie erfolgreiche Unternehmen. Ihr könnt eine Idee monatelang als Hobby betreiben und Prototypen bauen - irgendwann müsst ihr euch der Sache in Vollzeit widmen. Wenn ihr das Gefühl habt, dafür auf zu viele andere Dinge verzichten zu müssen, werdet ihr das am Ende wahrscheinlich nicht tun. Dann lasst es am besten gleich.


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Bildquellen: Jag cz / Shutterstock.com
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