aktualisiert: 22.05.2012 16:22
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Diamanten und Rapaports Tabubruch

Handel von Diamanten: Diamanten und Rapaports Tabubruch | Nachricht | finanzen.net
Diamantenhandel: Kein einfaches Geschäft
Handel von Diamanten
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An den Diamantenbörsen geht es zu wie vor hundert Jahren. Preistransparenz gibt es erst seit 1978 – dank eines unbeugsamen Händlers aus New York.
€uro am Sonntag
von Petra Maier, €uro am Sonntag

Die teuerste Einkaufsstraße der Welt ist nur 120 Meter lang. Was fehlt, sind elegante Frauen mit Einkaufstaschen. Ausschließlich Herren in dunklen Anzügen eilen mit ­gesicherten Aktenkoffern über die Hoveniersstraat in Antwerpen.

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Der Diamantenhandel ist Männersache und seit Jahrhunderten fest in jüdischer Hand. Zum Quartier gehören vier Börsen, rund 1.600 Diamantschleifer und Handelsfirmen.

Willkommen in einer Welt, in der Karat, Lupe und Erfahrung über ­Millionen entscheiden. Wie vor Hunderten von Jahren breiten Verkäufer ihre Ware aus, Interessenten begutachten die Steine mit dicken Lupen. Doch auch die Gegenwart ist eingezogen. Das gesamte Viertel wird mit Kameras überwacht und mit ausfahrbaren Straßenbarrieren gesichert. Kommt ein Geschäft zustande, wird es noch immer mit dem alten jiddischen Wunsch „Masl un Broche“ (Glück und Segen) geschlossen. Gezahlt wird sofort. In bar.

Antwerpen ist seit über einem halben Jahrtausend der Nabel der Diamantenwelt. Noch heute werden mehr als die Hälfte aller Diamanten dort umgesetzt — für schätzungsweise 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Trotzdem haben sich mittlerweile auch andere Handelsplätze etabliert. Zunehmend drängen Inder in das Geschäft. Und die bevorzugen Dubai. Dort ist der Handel steuerfrei. Weitere Börsen für edle Steine gibt es in London, New York, Tel Aviv und Bombay.

Diamantenkauf ist Vertrauenssache. Was abgedroschen klingt, ist an den Handelsplätzen ein ungeschriebenes Gesetz. Die Händlerkreise sind geschlossene Gesellschaften, sogenannte „closed shops“. Man kennt sich. Das hat auch Nachteile. Über einen langen Zeitraum konnte der erlesene Zirkel schalten und walten, wie er wollte. Preise wurden in aller Stille, abgeschottet von der Außenwelt, ausgehandelt und festgesetzt.

Das änderte sich, als Martin Rapaport auf der Bildfläche erschien. Der Amerikaner, der das Diamantengeschäft von der Pike auf erlernt hatte, brachte Transparenz in den Markt. 1975 startete er in New York als Makler für rohe und geschliffene Diamanten. Drei Jahre später veröffentlichte er die ersten Preislisten — ein Tabubruch. Die Begeisterung seiner Berufskollegen äußerte sich unter anderem in Morddrohungen. Doch Rapaport blieb sich treu. Heute führt im Diamantenhandel kein Weg an seinen Preislisten vorbei. Jedermann kann sich auf der Internetseite www.diamonds.net über Preise und aktuelle Entwicklungen am Diamantenmarkt auf dem Laufenden halten.

Der Unruhegeist der Branche war auch der maßgebliche Initiator im Kampf gegen den Handel mit Blutdiamanten, also Steinen, mit deren Erlösen gewalttätige Konflikte finanziert werden. Damit nicht genug: Rapaport nutzt seinen Einfluss als Mitglied im Branchenverband World Diamond Council, um eine faire Entlohnung der Schürfer in Afrika einzufordern oder Missstände aufzudecken (www.rapaportfairtrade.com). Sein Ziel ist ein Ethikzertifikat, das faire Bezahlung und unbedenkliche Herkunft der Steine attestiert. Und vielleicht eines Tages die Zulassung von Frauen an Diamantenbörsen.

Bildquellen: iStockphoto

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