Bullische Prognosen

Goldpreis und Silber: UBS sieht deutliches Aufwärtspotenzial bis Jahresende

24.05.26 16:57 Uhr

Gold- und Silberpreis: UBS bestätigt kräftige Rally bis Jahresende | finanzen.net

Trotz der jüngsten Schwächephase bei Gold und Silber hält die Schweizer Großbank UBS an ihren ambitionierten Prognosen fest und erwartet kräftige Preissteigerungen.

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• Iran-Krieg belastet Goldpreis
• UBS bestätigt ihre Jahresendziele für Gold und Silber
• Kurstreiber sind sinkende Realzinsen, stabile Zentralbankkäufe und anhaltende Nachfrage

Die UBS rechnet weiterhin mit deutlich höheren Preisen für Gold und Silber bis zum Jahresende. Wie Bloomberg berichtet, bestätigte die Bank ihre Prognosen von 5.600 US-Dollar je Unze Gold sowie 100 US-Dollar je Unze Silber. Die zugrunde liegenden Faktoren für den erwarteten Preisanstieg seien aus Sicht der UBS weiterhin intakt. So habe die Edelmetallstrategin der Bank, Joni Teves, in einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern erklärt, dass die Rahmenbedingungen die Edelmetalle weiterhin unterstützten.

Geopolitik belastet kurzfristig - Realzinsen stützen langfristig

Zwar steht der Goldpreis seit Beginn des Iran-Krieges unter Druck, jedoch verweist die Expertin auf sinkende Realzinsen infolge höherer Inflation bei gleichzeitig unveränderten Leitzinsen der US-Notenbank. Ein solches Umfeld gilt traditionell als positiv für Gold, da das Halten unverzinslicher Anlagen attraktiver wird.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die anhaltende Stärke des Goldmarktes bleibe die Nachfrage institutioneller und privater Investoren nach Diversifikation. "Das Thema Diversifizierung ist nach wie vor aktuell", so die UBS-Strategin.

Zudem halte man es bei der UBS für "unwahrscheinlich", dass Zentralbanken ihre Goldkäufe einstellen oder größere Bestände verkaufen werden.

Konsolidierung eröffnet laut UBS neue Einstiegsmöglichkeiten

Die jüngste Konsolidierung beim Goldpreis bewertet die UBS nicht als Schwächesignal. Vielmehr sehe die Bank darin eine Phase, in der Anleger ihre Positionen wieder aufbauen konnten. Daraus ergebe sich weiteres Potenzial für eine überdurchschnittliche Entwicklung des Edelmetalls.

Auch Silber dürfte nach Einschätzung der UBS von dieser Entwicklung profitieren. So erwartet die Bank, dass Silber von Gold mitgerissen werde und zusätzlich durch fundamentale Faktoren unterstützt bleibe.

Silbermarkt vor Angebotsdefizit

Optimistisch zeigt sich die UBS auch beim Silbermarkt. Demnach dürfte die Nachfrage nach Silber in diesem Jahr das Angebot übersteigen, dies könnte den Silberpreis zusätzlich unterstützen. So beobachte die Bank robuste Investitionen aus China, Indien und dem Nahen Osten. Damit sieht die UBS neben den makroökonomischen Faktoren auch eine strukturelle Unterstützung für den Silberpreis.

Kurzfristige Risiken

Allerdings verweist die UBS neben dem positiven Langfristausblick auch auf mögliche kurzfristige Risiken am Edelmetallmarkt. Die Bank bezeichnet die derzeit hohe Volatilität demnach ausdrücklich als Merkmal der aktuellen Marktphase und zugleich als potenzielle Einstiegschance für Investoren.

Vor allem bei Silber sieht die UBS demnach zusätzliche Unsicherheiten durch die industrielle Nachfrage. Da Silber stark in der Industrie verwendet wird, könnte eine schwächere globale Konjunktur zur Folge haben, dass die Preissteigerungen hier geringer ausfallen könnten als bei Gold. Damit unterscheidet sich Silber aus Sicht der Bank teilweise vom gelben Edelmetall, das stärker von seiner Funktion als sicherer Hafen profitiert. Trotzdem hält die UBS insgesamt an ihrem positiven Ausblick für beide Edelmetalle fest.

Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger deutet die UBS-Einschätzung darauf hin, dass Edelmetalle weiterhin eine wichtige Rolle zur Diversifikation eines Portfolios spielen könnten. Gerade in geopolitisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten wird Gold gerne zur Absicherung genutzt.

Anleger sollten dabei jedoch auch beachten, dass Gold und Silber trotz des positiven Langfristausblicks kurzfristig starken Schwankungen unterliegen können. Wer bereits investiert ist, dürfte die jüngste Konsolidierung laut UBS eher als Stabilisierung, denn als Trendbruch interpretieren. Für Neueinsteiger könnten Rücksetzer derweil Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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