28.06.2022 14:02

G7: Preisobergenze für russisches Öl und Gas wird geprüft

Erklärung: G7: Preisobergenze für russisches Öl und Gas wird geprüft | Nachricht | finanzen.net
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Die G7-Staaten haben sich darauf geeinigt, mögliche Preisobergrenzen für russisches Öl und Gas zu prüfen.
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Das geht aus der Abschlusserklärung des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Industriestaaten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag einsehen konnte. Eine solche Preisobergrenze soll die Möglichkeiten der russischen Regierung zur Finanzierung ihrer Invasion in der Ukraine einschränken. Die US-Regierung hatte am Montag angekündigt, man werde sich auf eine solche Prüfung einigen. Allerdings lässt sich eine Preisobergrenze nur in Zusammenarbeit mit großen Öl-Importländer wie China oder Indien durchsetzen.
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Beide Länder hatten ihre Importe aus Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar sogar noch erhöht. Die Formulierung in der G7-Erklärung zielt deshalb auf die Zusammenarbeit mit anderen Staaten. Die EU werde mit internationalen Partnern Möglichkeiten zur Senkung der Energiepreise prüfen, einschließlich der Möglichkeit, vorübergehende Preisobergrenzen für Importe einzuführen, heißt es in der Erklärung. Ein G7-Vertreter sagte, dies gelte sowohl für Öl als auch für Gas. Die USA kaufen bereits kein russisches Öl mehr, die EU steigt bis Ende des Jahres aus.

Die G7-Staats- und Regierungschefs beraten auf Schloss Elmau in Bayern. Im Zentrum des Gipfels unter deutscher Präsidentschaft steht der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Studie - Russischer Gas-Lieferstopp würde im zweiten Halbjahr 12,7 vH BIP kosten

Ein kurzfristiger Stopp russischer Gaslieferungen würde einer Studie zufolge im zweiten Halbjahr 12,7 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung kosten.

Besonders stark betroffen wären Branchen wie die Glasindustrie oder die Stahlverarbeitung, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, am Dienstag zu der Studie, die das Forschungsinstitut Prognos im Auftrag der vbw erstellt hat. Auch die Chemie-, Keramik-, Nahrungsmittel- und Textilbranche dürften einen Gas-Lieferstopp unmittelbar zu spüren bekommen.

Dazu kämen indirekte Effekte, sollten die russischen Gaslieferungen am 1. Juli eingestellt werden. "Die Erdgas-Engpässe bewirken Dominoeffekte", sagte Brossardt. "Diese treffen die gesamte Wertschöpfungskette empfindlich." Die Störungen in den Lieferketten hätten branchenübergreifend etwa die dreifache Auswirkungen im Vergleich zu den direkten Folgen. "In Summe droht damit ein Wertschöpfungsverlust in der zweiten Jahreshälfte von 193 Milliarden Euro." Sollte die Mangellage länger anhalten, sei auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit kaum zu vermeiden.

Die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas sei unterschätzt worden, sagte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer. Rund die Hälfte des Erdgases werde von geschützten Kunden verbraucht - dazu zählen Verbraucher, Krankenhäuser oder soziale Einrichtungen. Dieser Bedarf könne zu 93 Prozent gedeckt werden. Nicht-geschützte Kunden, zu denen die Industrie zähle, erhielten dagegen weniger als die Hälfte des benötigten Gases.

Besonders kritisch werde der Oktober, sagte Böhmer: Hier sei die Deckungslücke besonders groß. In dem Monat beginnt üblicherweise die Heizperiode, in der der Bedarf ansteigt. Zugleich werde aber noch nicht auf Gas aus den Gasspeichern zugegriffen.

Schloss Elmau (Reuters)

Bildquellen: Jim Barber / Shutterstock.com

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