21.08.2017 17:30
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Weizen: Rekordernte in Sicht

Euro am Sonntag-Rohstoffe: Weizen: Rekordernte in Sicht | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Rohstoffe
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Wegen guter Erträge in wichtigen Anbaugebieten gibt es Weizen im Überfluss. Eine Wette auf fallende Preise ist derzeit chancenreich.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Auf dem falschen Fuß erwischt wurden Anleger, die auf höhere Weizenpreise spekuliert hatten. Die Prognosen für die Weizenernte in den USA und Europa verschlechterten sich wegen heftiger Regenfälle. Auch Kanada und Australien vermeldeten Ertragsrückgänge. Daraufhin kletterte der Weizenpreis. Doch nicht lange. Denn die Vorhersagen für die großen Anbaugebiete erwiesen sich inzwischen als zu vorsichtig.
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Die russische Ernte für die Saison 2017/18 wird deutlich besser ausfallen als erwartet - statt 72 Millionen Tonnen wird sie 77,5 Millionen Tonnen betragen. Das ist eine Rekordernte und übertrifft sogar den Spitzenwert des Vorjahres. Auch die Prognosen in der Ukraine und Kasachstan wurden gegenüber den früheren Vorhersagen angehoben.

Gute Ausbeute in Frankreich

Als Folge dieser starken Aufwärtsrevisionen fiel der Weizenpreis an der Terminbörse in Chicago: von 460 US-Cent je Scheffel (rund 27 Kilo) auf 416 US-Cent. Denn neben Russland, dem größten globalen Exporteur, dürfte auch in der Europäischen Union (EU) die Weizenernte besser ausfallen als zuvor erwartet. Vor allem in Frankreich, dem größten Anbaugebiet der EU, werden nach dem schlechten Vorjahr für die neue Saison Top-Erträge erwartet.

Auch in Indien, wo die Ernteerträge infolge starken Monsunregens in den vergangenen Jahren rückläufig waren, geht es mit der Ausbeute dieses Jahr kräftig bergauf. Der Subkontinent dürfte sogar Weizen exportieren, was ungewöhnlich ist. Sonst verbrauchen die Inder ihren Weizen wegen des hohen Eigenbedarfs vollständig selbst.



Die hohen Zuwächse in diesen Regionen dürften die Rückgänge in Australien und Nordamerika mehr als ausgleichen. Es ist zu erwarten, dass nach der globalen Spitzenernte in der Vorsaison erneut ein Rekordwert erreicht wird.

Die Lager sind voll

Das wird die schon bestehende Überversorgung mit Weizen noch erhöhen. Die bereits gut gefüllten Lager werden weiter aufgestockt. Auf 258 Millionen Tonnen schätzt die US-Landwirtschaftsbehörde USDA die Vorräte weltweit. Da China und Indien wegen eigener hoher Erträge kaum Getreide importieren müssen, kann von Weizenknappheit keine Rede mehr sein. Das dürfte den Preis weiter belasten. Zumal charttechnisch der Weg für weitere Verluste frei ist, da eine Unterstützungslinie nach der anderen durchbrochen wurde.

Für risikobereite Anleger eröffnet das Chancen. Mit dem Endlos-Short-Mini-­Future-Zertifikat von Vontobel (ISIN: DE 000 VL2 6N5 4) setzen Anleger mit einem Hebel von 2,2 auf einen weiter sinkenden Weizenpreis.

Bildquellen: Istockphoto, isak55 / Shutterstock.com

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