21.06.2022 16:27

Netzagentur sorgt sich um Gasversorgung - "Wir haben ein Problem"

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Essen/Berlin (Reuters) - Die Bundesnetzagentur befürchtet wegen rückläufiger Lieferungen aus Russland eine unzureichende Gasversorgung Deutschlands im Winter.

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"Stand heute haben wir ein Problem", sagte Netzagenturchef Klaus Müller am Dienstag am Rande einer Energiekonferenz in Essen. Er verwies auf die bereits reduzierten Lieferungen aus Russland und die bevorstehende Wartung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. "Die Reduzierung von Nord Stream 1 um 60 Prozent ist dramatisch." Er wisse nicht, wie der Stand nach der Wartung sein werde. Müller rief die Verbraucher zum Energiesparen auf. Auch die Industrie könne einen großen Beitrag leisten.

Forderungen nach einem Ausrufen der höchsten Gas-Warnstufe erteilte Müller jedoch eine Absage. Dafür sehe er keine Eile, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Man werde alles unternehmen, um nicht die dritte Stufe des Notfallplans Gas ausrufen zu müssen. Wegen der Verringerung von Gaslieferungen aus Russland hatten Bundesnetzagentur und Bundeswirtschaftsministerium den dreistufigen Notfallplan entwickelt. Deutschland befindet sich derzeit in Phase 1. Ob und wann Deutschland in die zweite Phase eintritt, muss das Bundeswirtschaftsministerium entscheiden. Die Lage werde kontinuierlich geprüft, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen.

Auf Entlastung hofft Müller durch kurzfristige Notfallmaßnahmen, die die Netzagentur zusammen mit der Industrie ausarbeiten will. Durch die Pläne seiner Behörde für ein Gasauktionsmodell könne die Industrie Gas verkaufen, das sie nicht brauche. Die überschüssigen Mengen könnten dann in die Speicher gehen oder zur Verhinderung einer Gasnotlage eingesetzt werden. Angebote zur Bereitstellung von Gasmengen könnten über Plattformen des Gashändlers Trading Hub Europe (THE) gemacht werden. Die günstigsten Offerten würden dann wie bei einer Auktion den Zuschlag erhalten. "Es liegt an den Industriekunden, nun auch die notwendigen vertraglichen Voraussetzungen zu schaffen und die Abgabe von Geboten im Innenverhältnis mit ihrem Lieferanten vorzubereiten", heißt es in einem Papier der Behörde. Gesetzesänderungen seien nicht nötig. Eine Umsetzung sei noch in diesem Sommer möglich.

DEBATTE UM ATOMSTROM

Neben dem Gasauktionsmodell hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Wochenende als Teil der Notfallmaßnahmen auch angekündigt, mehr Kohlekraftwerke als Ersatz für die Gasverstromung nutzen zu wollen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Johannes Vogel, forderte zudem eine Verlängerung der Laufzeiten der drei noch am Netz verbliebenen Atomkraftwerke, "zumindest über diesen Winter". Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann erteilte dem eine Absage. "Aus meiner Sicht brauchen wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Scheindebatten über Atomenergie oder eine Renaissance der Atomenergie." Das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium waren in einem Prüfvermerk Anfang März zu dem Ergebnis gelangt, dass ein Weiterbetrieb der Akws nicht empfehlenswert sei. Dies wird unter anderem mit Kosten- und Sicherheitsaspekten begründet, aber auch damit, dass die Brennelemente in den Anlagen mit Blick auf das geplante Betriebsende weitgehend aufgebraucht seien.

Auch die Gaswirtschaft in Deutschland sieht derzeit noch keinen Grund dafür, für die Versorgung die höchste Alarmstufe auszurufen. "Der Punkt ist nicht sinnvoll", sagte der Chef des Verbandes Zukunft Gas, Timm Kehler, am Rande der Energiekonferenz "E-world energy & water 2022". "Wir sehen, dass aktuell noch alle Kunden mit Gas versorgt werden." Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubauch warnte allerdings, dass man sich nicht nur für den nächsten, sondern auch für den übernächsten Winter wappnen müsse. Sein Unternehmen erhält bereits weniger als die Hälfte der vereinbarten Gasmengen aus Russland.

(Bericht von Tom Käckenhoff, Holger Hansen, Christian Krämer, geschrieben von Patricia Weiß; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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