finanzen.net
05.04.2012 10:09
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Wenn der Ölpreis wirklich ansteigt

Wissenschaftler und Experten streiten zwar um den genauen Zeitpunkt, dennoch steht eines fest:
Der Peak Oil – also die absolut höchste Fördermenge von Rohöl – ist wohl schon vor einigen Jahren erreicht worden. Seitdem gehen die Ölförderungsmengen zurück. Die logische Folge dessen: Der Ölpreis steigt langfristig auf Grund des rückläufigen Angebots an; dass das jedoch nicht der einzige, preisbeeinflussende Faktor sein kann, liegt auf der Hand. Viel mehr rückt gegenwärtig ein interessanter Zusammenhang zwischen Weltkonjunktur und Ölpreis in den Fokus.

Erreicht der Ölpreis nämlich ein zu hohes Preislevel, begünstigt dies eine weltweite Rezession. In der Vergangenheit waren hohe Ölpreise oftmals Indikatoren für eine herannahende Abkühlung des globalen Wirtschaftsklimas: So gingen beispielsweise fünf der letzten sechs Rezessionen in den Vereinigten Staaten mit im Voraus hohen Ölpreisständen einher. So zuletzt geschehen im Jahr 2008, als der Ölpreis um 120 US-Dollar notierte. Im Zuge der Wirtschaftskrise verzeichnete dieser Rückgänge auf ein Preisniveau um 40 US-Dollar.

Was haben hohe Ölpreise mit einer Rezession zu tun?

Zunächst einmal: hohe Ölpreise selbst führen nicht zu einer globalen Rezession. In den letzten Monaten konnte man beispielsweise bei steigenden Ölpreisen eine deutliche Erholung an den Börsen dieser Welt beobachten. Es gibt allerdings Auswirkungen von hohen Rohölkursen die eine Rezession begünstigen. Denn hohe Ölpreise sorgen auf lange Sicht für eine höhere Inflation; die Heizöl- und Treibstoffpreise steigen an. In Folge dessen können Reaktionen der Notenbanken Zinserhöhungen beinhalten. Das jedoch hat eine direkte, hemmende Wirkung auf die konjunkturelle Entwicklung der betroffenen Wirtschaftsräume.

Droht also eine Rezession aufgrund langfristig hoher Ölpreise?

Die gegenwärtigen, wirtschaftlichen Indikatoren geben aktuell kaum Anlass dazu, von einer Abkühlung der weltweiten Konjunktur auszugehen. Jedoch birgt der hohe Ölpreis, sollte er langfristig auf dem aktuellen Preisniveau verweilen, wie bereits ausgeführt, eine Gefahr. Das hat auch der weltweit größte Ölförderer Saudi Arabien erkannt und kündigte kürzlich an, seine Rohöl-Förderungsmenge zu erhöhen; damit soll dem andauernden Preishoch entgegen getreten werden. Als größter Ölproduzent der Welt kann Saudi-Arabien sein Förderungsvolumen um mehrere Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Zuletzt waren so die Preisaufschläge im Zuge des Libyenkonflikts erfolgreich abgeschwächt worden. Nun peilt Saudi Arabien einen Kurs von ca. 100 US-Dollar pro Barrel an.

Gegenwärtig gibt es also kaum Anlass dazu, von weiteren Kursaufschlägen an den Börsen auszugehen. Für dieses Szenario bietet die Société Générale Discount-Zertifikate an. Mit Discount-Zertifikaten können Anlegern von moderaten Kursschwankungen des Basiswertes profitieren. Diese Zertifikate ermöglichen es Anlegern, einen Basiswert vergünstigt zu erwerben. Um den Preisabschlag zu gewährleisten, ist jedoch die maximale Rendite dieser Produkte durch den jeweiligen Cap begrenzt – in diesem Fall partizipiert der Anleger bei einem Kursrückgang bis zu einer festgelegten Kursnotierung der Ölsorten WTI und Brent. Sollte der Basiswert diesen Cap am Finalen Bewertungstag erreichen oder überschreiten, erfolgt eine Auszahlung entsprechend der Höhe des Caps bereinigt um das Bezugsverhältnis. Notiert der Basiswert zum Laufzeitende unter dem Cap, erfolgt eine Auszahlung entsprechend der Performance von Rohöl, verglichen mit dem Basispreis.

Andreas Kotula ist Zertifikate-Experte bei Société Générale. Er ist zuständig für das Marketing von Zertifikaten und Optionsscheinen sowie von Lyxor Exchange Traded Funds (ETFs).

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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