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16.09.2016 15:00
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Kolumbiens Börse: Chance für mutige Anleger

Euro am Sonntag-Börsen-Check: Kolumbiens Börse: Chance für mutige Anleger | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Börsen-Check
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Der Krieg in Kolumbien ist wohl bald endgültig vorbei. Das dürfte den Tourismus in dem Karibik-Staat ankurbeln und Investoren anlocken.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Nach 52 Jahren Krieg haben sich die Regierung in Kolumbien und die Rebellenorganisation Farc nach vierjährigen Verhandlungen auf einen Friedensvertrag geeinigt. In dem Konflikt ließen etwa 222.000 Menschen ihr Leben.


Das Abkommen sieht vor, dass die Farc-Kämpfer innerhalb von 180 Tagen ihre Waffen niederlegen und sich in dafür vorgesehene Zonen unter Aufsicht der UN begeben. Die Guerillagruppe soll dann zur politischen Partei mit Parlamentssitzen werden.


Da der Krieg vor allem auf dem Land stattfand, prosperierte die Wirtschaft in den vergangenen Jahren trotzdem. 2015 wuchs sie um 3,0 Prozent, 2016 wird beim BIP ein Plus von 3,1 Prozent erwartet.

Wegen des fehlenden staatlichen Gewaltmonopols spielt sich der Großteil der ökonomischen Tätigkeit in der Hauptstadt Bogotá ab. Sie trägt fast die Hälfte zu Kolumbiens BIP bei. Das dürfte sich nach dem Friedensschluss ändern, da nun mehr in die Regionen investiert wird.


Vor allem der Tourismus verspricht einen Boom. Bisher bremste ihn die fragile Sicherheitslage. Trotzdem ist die Reisebranche bereits der wichtigste Devisenbringer, noch vor Öl und Bergbau. Kolumbien zählt zu den schönsten Ländern der Welt, hat herrliche Strände und Kolonialstädte sowie Berge.

Profitieren dürfte auch die Öl- industrie, lagern doch gerade in den von der Farc kontrollierten Gebieten reiche Ölvorkommen. Prognosen zufolge könnten bis 2030 in dem Karibikstaat Reserven von bis zu 40 Milliarden Barrel neu erschlossen werden.

Auch bei Kaffee, Bananen, Palmöl und Schnittblumen ist der Staat ein bedeutender Player auf dem Weltmarkt. Weniger erfolgreich waren bisher die Versuche der Regierung, eine Industrie aufzubauen. Das könnte sich aber bald ändern, da sich die Rahmenbedingungen für Investoren verbessern. Zumal derzeit Länder wie Venezuela oder Brasilien unattraktiv sind, da sie mit politischen und ökonomischen Problemen kämpfen.

Viele Experten rechnen daher in Kolumbien mit einer Friedensdividende. "Ich gehe von ein bis drei Prozent an zusätzlichem Wachstum durch den Friedensvertrag aus", sagt Thomas Voigt, Geschäftsführer der deutsch-kolumbianischen Industrie- und Handelskammer. Auch Emerging-Markets-Fondsmanager Mark Mobius ist optimistisch, er lobt die investoren- und wirtschaftsfreundlichen Reformen der Regierung.

Schon zum Teil in Kursen drin

Die Börse in Bogotá hat den Frieden teilweise schon eingepreist. Der MSCI-Colombia-Index kletterte seit Jahresbeginn um 37 Prozent. Seit April konsolidierte er zwar, steigt aber seit dem Friedensabkommen wieder. Der Startschuss für die Fortsetzung des Aufwärtstrends? Da die kolumbianische Börse klein ist, reichen schon geringe Umschichtungen einiger Emerging-Markets-Fonds, um die Kurse weiter in die Höhe zu treiben.

Auf mittlere Sicht haben kolumbianische Aktien zwar gute Aussichten, es gibt aber auch Risiken. Etwa dass nicht alle Farc- Guerilleros ihre Waffen abgeben, leben doch viele Rebellen komfortabel vom Kokainhandel. Sie dürften kaum geneigt sein, in ein ziviles Leben zurückzukehren. Zudem muss das Volk im Oktober dem Friedensvertrag noch zustimmen. Ein Ja ist wahrscheinlich - dann wird der längste Krieg Lateinamerikas endlich Geschichte sein.

Investor-Info

MSCI-Kolumbien-Zertifikat
Startschuss zur Rally

Auf neun Bluechips und Mid Caps, die 85 Prozent der Marktkapitalisierung von Kolumbiens Börse abdecken, setzen Anleger mit dem Zertifikat der BNP Paribas auf den MSCI-Colombia-Index. Dieser streut über mehrere Sektoren. Größte Position mit 24 Prozent Gewicht ist die Bank Bancolombia. Das Papier ist nicht billig: Anleger zahlen 1,0 Prozent Jahresgebühr und verzichten auf Dividenden von 1,90 Prozent. Der Index ist kürzlich charttechnisch nach oben ausgebrochen.
Bildquellen: Agencia Prensa Rural/Flickr/CC BY-NC-ND 2.0

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