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05.11.2014 17:00
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Innovation: Das Risiko immer im Blick

Neue Risiko-Kennzahl: Innovation: Das Risiko immer im Blick | Nachricht | finanzen.net
Neue Risiko-Kennzahl
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Die UBS zeigt als erste Bank, wie hoch das Risiko ihrer Produkte ist. Für Anleger ist das hochinteressant - obwohl das Konzept auch Schwächen hat.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Mehr Transparenz hat sich die UBS auf die Fahne geschrieben. Als erster Zertifikate­emittent veröffentlicht die Schweizer Bank auf ihrer Website für Produkte mit Barriere die prozentuale Wahrscheinlichkeit, dass diese berührt wird. Tritt diese Situation tatsächlich ein, kann das hohe Verluste für Anleger bedeuten.

Seit Montag vergangener Woche weist die UBS für alle Bonus-, Cap-Bonus-, Discount-Zertifikate-Plus-, Aktienanleihen-Plus-Papiere und Knock-out-Zertifikate die Wahrscheinlichkeit für den Barrierebruch aus. Schon bald soll es die Kennziffer auch für Express- sowie Reverse-Bonuszertifikate geben.

Berechnet wird die Prozentzahl vom Zertifikate-Analysehaus EDG - auf täglicher Basis. Bei Hebelpapieren, die wegen ihres spekulativen Charakters nur kurz im Depot sind, wird das K.-o.-Risiko ermittelt, dass die Barriere innerhalb der nächsten zehn Handelstage verletzt wird. Verwendet wird für die Berechnung die historische Volatilität des Basiswerts der letzten zehn Tage.

Bei Anlagezertifikaten, die in der Regel ein Fälligkeitsdatum haben, wird die Zahl künftiger Handelstage bis zum Laufzeit­ende genommen und rückwirkend ab jetzt in der Vergangenheitsbetrachtung die historische Volatilität des Basiswerts für diese Zeitspanne ermittelt. Sie ist dann Basis für die Berechnung des prozentualen K.-o.-­Risikos bis zur Fälligkeit. So läuft etwa das UBS-Bonuspapier auf die Commerzbank (ISIN: DE 000 US1 CVL 0) noch 10,5 Monate bis 18. September 2015. In die Ermittlung des jetzigen K.-o.-Risikos fließt die historische Volatilität des Banktitels seit Mitte Dezember 2013 ein. "Die K.-o.-Wahrscheinlichkeit ist einfach zu verstehen und hilft Anlegern, das Risiko ihrer Investments einzuschätzen", beschreibt Marcel Langer, Zertifikateexperte der UBS, die Neuerung.

Der UBS-Ansatz ist ein Schritt in die richtige Richtung - mit Schwächen. Nutzen doch die Emittenten selbst zur Berechnung der Ausfallgefahren nicht die historische, sondern die implizite Volatilität, also die erwarteten Kursausschläge eines Basiswerts. Sie reagiert auf Kurssprünge rascher als die träge historische Variante. Ein kurzer jäher Absturz der Kurse wirkt sich bei längeren Zeiträumen bei der historischen Vola kaum aus - bei der erwarteten schon. Gerade in nervösen Phasen wollen Anleger aber wissen, wie hoch ihr Risiko ist. "Die historische Volatilität ist daher kein idealer Indikator, um das K.-o.-Risiko eines Produkts zu ermitteln", sagt Simon Ullrich, Partner bei der Finanz-IT-Firma Smart­Trade.

Die neue Kennzahl ist dennoch positiv zu werten, da sie ein Gefühl für die Wahrscheinlichkeit des Barrierebruchs gibt. Vergleichen Investoren etwa Bonuspapiere auf Bayer und Commerzbank mit je 20 Prozent Puffer zur Barriere, und BASF hat zehn ­Prozent K.-o.-Risiko, Commerzbank aber 20  Prozent, ist auf einen Blick klar, dass das Bankpapier gefährlicher ist.

Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, Kiselev Andrey Valerevich / Shutterstock.com

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