Bringt die Quartalszahlensaison neue Impulse?

Auch weiterhin bestimmt der Krieg im Iran und dessen Auswirkungen das Geschehen an den Märkten. So kam es zum Wochenauftakt zu einer erhöhten Schwankungsbreite, nachdem die Friedensverhandlungen am Wochenende erfolglos blieben.
Die Ankündigung des US-Präsidenten einer Sperrung der Straße von Hormus sorgte für einen ordentlichen Sprung beim Ölpreis, doch auch dieser kam im Tagesverlauf wieder etwas zurück. Da Donald Trump für seine schnell wechselnden Meinungen bekannt ist, haben auch die Auswirkungen auf seine Ankündigungen eine immer kürzere Halbwertszeit.
Fokus auf Unternehmen gerichtet?
Mit der beginnenden Quartalszahlensaison dürfte sich der Fokus der Marktteilnehmer wieder etwas mehr auf die Unternehmen selbst richten. Die Erwartungen sind allerdings hoch, nachdem die letzten Quartale diese klar übertreffen konnten. Die Gefahr von Enttäuschungen ist daher gegeben, so dass man gespannt sein darf, wie sich die einzelnen Unternehmen schlagen. Interessant dürfte dabei unter anderem der Software-Sektor sein, welcher zuletzt als "KI-Verlierer" ausgemacht wurde und entsprechend mit deutlichen Abschlägen zu kämpfen hatte. Aufgrund des teilweise sehr deutlich überverkauften Zustands einzelner Titel ist zumindest eine technische Gegenreaktion nach oben nicht unwahrscheinlich. Ob diese allerdings für einen Trendwechsel reicht, bleibt abzuwarten! Dennoch könnte es sich als lukrativ erweisen, sich den einen oder anderen Titel auf die Beobachtungsliste zu setzen!
Hält sich der Aktienmarkt an die Saisonalität?
Aus saisonaler Sicht erfüllt der April als einer der besten Börsenmonate bislang die Erwartungen, wenngleich auch unter deutlichen Schwankungen. Ab Mai sieht der jahreszeitliche Verlauf dann aber eine Durststrecke vor, die in der Regel bis zum September anhält. Sollte der Krieg im Iran den Ölpreis weiter auf hohem Niveau halten bzw. sogar noch anfeuern, dürfte sich die steigende Inflation belastend für den Aktienmarkt auswirken. Insofern könnte es auch in diesem Jahr heißen "sell in may ...".
Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes Hebelzertifikate-Trader. Bereits seit Anfang der 90er Jahre beschäftigt er sich mit dem Thema Börse, speziell der Technischen Analyse. Infos: www.hebelzertifikate-trader.de Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.