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aktualisiert: 09.10.2012 16:26
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Inflationszertifikate: Falsches Spiel mit Inflation

Banken bieten sogenannte Inflationsanleihen an. In Wirklichkeit sind es Zertifikate — und die neuesten Produkte alles ­andere als attraktiv. Anleger sollten die Finger davonlassen.
€uro am Sonntag
von Wolfgang Hagl, Euro am Sonntag

Egal ob Bruttoinlandsprodukt, Einkaufsmanagerindex oder Verbrauchervertrauen, die Konjunkturdaten für Europa zeigen nach unten. Eine wenig erfreuliche Ausnahme bildet die Inflation. Im September lagen die Verbraucherpreise in der Eurozone um 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit bewegt sich die Teuerung über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Niveau von knapp zwei Prozent. Politiker und Notenbanker versuchen Sorgen um eine überbordende Inflation zu zerstreuen.

„Es gibt keine Abstriche an unserer Poli­tik der Geldwertstabilität“, sagt EZB-Direk­tor Jörg Asmussen. Doch daran bestehen Zweifel. Commerzbank-Analyst Christoph Weil erwartet, dass die EZB wegen der Probleme in den Peripherieländern in den kommenden Jahren eine für den gesamten Euroraum zu laxe Geldpolitik verfolgen wird. „Die Inflation dürfte deutlich steigen“, so Weil.

Mithilfe von Inflationsanleihen verspricht die Zertifikatebranche einen Schutz vor der Teuerung. Seit Jahren buhlt Morgan Stanley mit solchen Produkten um die Gunst der Anleger. An einer laufenden Emission lässt sich die Funktionsweise veranschaulichen. Bis zum 2. November kann das Papier gezeichnet werden (ISIN: DE 000 MS0 KJH 8). Während der fünfjährigen Laufzeit erhalten Anleger alle zwölf Monate einen Kupon ausbezahlt. 2013 sind das 2,5 Prozent. Ab dem zweiten Zinstermin ist die Zahlung von der Entwicklung des Harmonisierten Verbraucherpreis­index (HVPI) ohne Tabak für die Eurozone abhängig. Der Kupon entspricht also der Inflation gegenüber dem Vorjahresniveau, ist jedoch auf fünf Prozent begrenzt. Zur Fälligkeit im November 2017 ist die Rückzahlung des Nennbetrags garantiert. Wichtig: Anleger nehmen hier das Ausfallrisiko der Emittentin in Kauf.
Attraktiv sind die Konditionen nicht. Schließlich geht der Investor inflationsbereinigt leer aus. Rechnet man den Ausgabeaufschlag mit ein, liegt die Rendite sogar unter der Inflationsrate.

Gute Produkte sind ausverkauft
Vor zwei bis drei Jahren war das noch anders. Damals waren Produkte mit Hebel oder einem über die gesamte Laufzeit gültigen Mindestkupon üblich. Das gesunkene Zinsniveau sowie die anziehende Inflation machen den Emittenten heute ­einen Strich durch die Rechnung. Es überrascht wenig, dass die attraktiveren älte­ren Inflationsanleihen vergriffen sind. Beispielsweise meldet Morgan Stanley für sämtliche Produktserien „ausverkauft“.

Auch die LBBW bietet ein neues Infla­tionsprodukt an (DE 000 LB0 PL9 9). Das Zertifikat stellt zum ersten Kupontermin im kommenden Jahr eine Fixzahlung von 2,5 Prozent in Aussicht. Danach errechnet sich die Ausschüttung wie beim Morgan-Stanley-Produkt. Wobei die Zahlung sogar auf 3,5 Prozent pro Jahr limitiert ist.

Zwei relativ neue Inflationsanleihen mit Hebel führt die RBS im Angebot. Nach einer fixen Zahlung im kommenden Jahr beträgt der Kupon einer Ende August emittierten Struktur das 1,1-Fache des jeweiligen Preisauftriebs. Allerdings notiert das Produkt über pari. Das heißt, Anleger zahlen einen Aufschlag, der an der Rendite zehrt. Konkret würde das Produkt bei einer stabilen Teuerungsrate über die gesamte Laufzeit hinweg nicht einmal den angestrebten Inflationsschutz liefern.

Heute im Fokus

Wall Street beendet Handel im Plus -- DAX schließt nahe 12.500 Punkte-Marke -- Snapchat-Mutter Snap verdient deutlich mehr -- Continental mit Gewinnwarnung -- BMW, OSRAM im Fokus

Texas Instruments verdient mehr als gedacht. BAIC steigt bei Daimler ein. METRO: Umsatz gesteigert dank Ostergeschäft und bestätigt Prognose. Apple will wohl Teilgeschäft von Intel übernehmen. Coca-Cola passt Umsatzprognose nach oben an. HELLA-Aktie profitiert von Analystenstudie. Eckert & Ziegler erhöht Prognose. Goldman Sachs-Chefökonom hält US-Zinssenkung für verfrüht.
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