finanzen.net
16.12.2015 23:50
Bewerten
(16)

US-Notenbank Fed erhöht Leitzinsen

Ende der Nullzinspolitik: US-Notenbank Fed erhöht Leitzinsen | Nachricht | finanzen.net
Ende der Nullzinspolitik
DRUCKEN
Nach Jahren der quasi Nullzinspolitik hat die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Leitzinsen nach oben angepasst.
Der Leitzins steigt zunächst von nahe Null (0-0,25%) um 25 Basispunkte auf 0,25-0,5 Prozent. Die US-Interest-Rate wurde zuletzt während der Finanzkrise 2008 angepasst. Die Entscheidung fiel einstimmig. Wie die Notenbank erklärte, erwarte man eine schrittweise Anhebung der Leitzinsen. Die Risiken für Wirtschaft und Arbeitsmarkt seien ausgeglichen. Der Arbeitsmarkt habe beträchtliche Fortschritte gemacht, so die Währungshüter. Die Zinsen auf Überschussreserven werden auf 0,5 Prozent erhöht.

Dabei rückt auch vor allem die "Overnight Reverse Repo Facility" in den Fokus, mit welcher die Notenbank versuchen wird, Liquidität zu entziehen. Dabei tätigt sie Pensionsgeschäfte, um sie am nächsten Tag wieder zurückzukaufen. Die Offering Rate wird auf 0,25 Prozent festgesetzt, die Fazilität unterliegt keinem Limit - Pensionsgeschäfte können pro Gegenpartei allerdings nur bis 30 Milliarden Dollar getätigt werden.

Aufgrund der Arbeitslosenquote, die in den USA zuletzt auf 5 Prozent fiel, haben die Fed-Chefin Janet Yellen und andere Notenbanker diese Erwartung selbst genährt. Die Zinssteigerung hat der Markt bereits weitgehend eingepreist. Die Märkte zeigen sich wenig beeindruckt. Der Dow Jones rutschte kurzzeitig ins Minus, drehte aber wieder ins Plus. Auch der Euro knickte zum US-Dollar kurzfristig ein, fing sich aber wieder. Der DAX präsentierte sich nachbörslich stabil.

Im Dezember 2016 wird weiterhin ein Leitzins von 1,375 Prozent von Seiten der Fed erwartet. Dies wurde am Abend bestätigt. Für Ende 2017 rechnet sie laut jüngstem Protokoll mit einem Zins von 2,625 Prozent. Die Zinsen sollten schrittweise steigen, sagte Fed-Präsidentin Janet Yellen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Washington. Ein einfaches Kriterium, an dem weitere Schritte festgemacht werden könnten, gebe es aber nicht. Ohne eine Verminderung der geldpolitischen Stütze gäbe es die Gefahr, dass die Wirtschaft überschieße.

Der erste, nun gemachte Schritt sollte nicht überbewertet werden, sagte Yellen. Es handele sich um eine kleine Zinserhöhung. Die Fed werde die Märkte genau beobachten und auch künftig vorsichtig vorgehen.

Unter Analysten und Bankenvertretern wurde der Schritt der Fed mit Wohlwollen aufgenommen. "Die Zinserhöhung ist eine gute Nachricht", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Bankenverbandes. "Sie zeigt, dass die Fed dem konjunkturellen Aufschwung in den USA vertraut und die Folgen der Finanzkrise zum größten Teil als überwunden ansieht."

Frank Hübner, Ökonom beim Bankhaus Sal. Oppenheim, sieht in der eingeleiteten Zinswende einen "Adelsschlag" für die erholte US-Wirtschaft. Für 2016 rechnet Hübner mit weiteren Zinsanhebungen von insgesamt rund einem Prozentpunkt.

Mit der Zinswende sei eine neue Phase von stärkeren Marktschwankungen eingeleitet worden, meint Christopher Probyn, Chefökonom beim Vermögensverwlater State Street Gobal Advisors. "Die Zinserhöhung wird eine volatile Phase einleiten", so Probyn. "Der Markt wird von nun an vor jedem Treffen der Federal Reserve darüber spekulieren, ob die Notenbank eine Anhebung der Zinsen verkündet oder doch lieber abwartet."

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, rechnet damit, dass Fed-Präsidentin Janet Yellen im kommenden Jahr sehr behutsam mit weiteren Zinserhöhungen umgehen werde. "In Anbetracht der fragilen Lage im Verarbeitenden US-Gewerbe bleiben weitere Zinsschritte eine Gratwanderung."

Redaktion finanzen.net/dpa-AFX

Bildquellen: spirit of america / Shutterstock.com

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
APS Bank1,40%
Banka Kovanica1,40%
Rietumu Bank1,40%
Bigbank AS1,35%
Banca Sistema1,35%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX schließt mit Gewinnen -- Dow im Plus -- Zalando veröffentlicht Umsatz- und Gewinnwarnung -- Trump verhängt neue Milliardenzölle -- Tesla, Lufthansa, OSRAM, Nestlé, Oracle, FedEx im Fokus

Springer-Chef kommt in Netflix-Verwaltungsrat. HUGO BOSS-Aktien fallen nach Zalando-Warnung auf neues Tief. Patentstreit von Apple und Qualcomm geht in Deutschland weiter. EU-Kommission geht Kartellverdacht bei BMW, Daimler und VW-Konzern nach. Handelsstreit erschwert Ausblick auf Bayer-Agrargeschäft.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Die Parteien in Deutschland streiten sich um einen möglichen Militäreinsatz in Syrien. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Immobilien
20:15 Uhr
Optimistische Profi-Anleger
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
Facebook Inc.A1JWVX
TwitterA1W6XZ
Netflix Inc.552484
Alphabet A (ex Google)A14Y6F
Intel Corp.855681
GoProA1XE7G
Aurora Cannabis IncA12GS7
Amazon906866
Steinhoff International N.V.A14XB9
Deutsche Bank AG514000
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Daimler AG710000