02.02.2018 15:51
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MÄRKTE USA/Steigende Zinsen sorgen für Kursverluste bei Aktien

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NEW YORK (Dow Jones)--Konnten sich die US-Börsen an den vergangenen Tagen der vor allem in Europa zu beobachtenden Abwärtstendenz noch weitgehend entziehen, schließen sie sich zum Start in den Freitag dem Weg nach unten an. Getrübt wird die Stimmung für Aktien durch das steigende Zinsniveau. Ein Impuls dafür kam vom Treffen der US-Notenbank und deren etwas falkenhafteren Wortwahl zu den Inflationserwartungen. Eine schneller anziehende Inflation machte den Weg frei für schnellere Zinserhöhungen.

Der jüngste Impuls kommt aber vom US-Arbeitsmarktbericht. Während im Januar außerhalb der Landwirtschaft mehr Stellen als erwartet geschaffen wurden, zogen die Stundenlöhne deutlich stärker an als gedacht und zwar um 0,34 Prozent im Monatsvergleich und nicht nur um 0,20 Prozent. Steigende Löhne gelten als eine Art Vorbote für eine anziehende Inflation. Andererseits sind sie aber auch ein Indiz für einen engen Arbeitsmarkt und damit die robuste Lage der US-Konjunktur.

Der Dow-Jones-Index verliert 0,8 Prozent, der S&P-500 kommt um 0,7 Prozent zurück und die Nasdaq-Indizes um ein halbes Prozent. Der Anleihemarkt reagiert mit absackenden Kursen und weiter steigenden Renditen. Die Zehnjahresrendite machte einen Satz von 2,80 auf 2,84 Prozent und liegt aktuell bei 2,83. Die Rendite lag zuvor bereits auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Damit gewinnen Anlagen in vermeintlich sicheren Anleihen in Relation zu riskanteren Aktienengagements immer mehr an Attraktivität. Zudem befinden sich US-Aktien immer noch nahe an ihren Rekordhochs.

Wenn gute Nachrichten zu schlechten werden

"Wir sind in einer Phase, in der gute Daten gleichgesetzt werden mit höherer Inflation und damit höheren Marktschwankungen", kommentiert Liz Ann Sonders, Anlagestrategin bei Charles Schwab. Das sei ein normales spätzykliches Muster. Anders formuliert seien gute Neuigkeiten schlechte für Investoren, die auf eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik in einem Umfeld niedriger Inflation setzen.

"Der Anstieg der Renditen hat die Aktienmärkte verunsichert", sagt Patrick Spencer, Aktienexperte bei Baird. Er glaubt dessen ungeachtet aber, dass die technologische Entwicklung den Inflationsauftrieb längerfristig dämpfen und gleichzeitig die Gewinnentwicklung der Unternehmen positiv beeinflussen werde. Letzteres dürfte wiederum den Auftrieb am Aktienmarkt am Leben halten. So seien die Analystenschätzungen für die 2018er Gewinne im vergangenen Monat deutlich gestiegen, betont er.

Am Devisenmarkt treiben die steigenden Renditen den Dollar nach oben. Der zuletzt starke Euro kommt auf 1,2460 Dollar zurück von Ständen über 1,25. Stärker fällt der Anstieg des Dollar zum Yen aus, auch weil die japanischen Notenbanker gerade erst signalisiert haben, zunächst weiter nicht an eine straffere Geldpolitik zu denken.

Apple, Amazon und Alphabet mit durchwachsenen Zahlen

Als insgesamt durchwachsen ausgefallen werden die Quartalszahlen von Apple, Amazon und Alphabet (Google) bezeichnet, allesamt bereits veröffentlicht nach Handelsende am Vorabend. Apple starten 1,7 Prozent schwächer, Amazon 6,7 Prozent fester und Alphabet 4,5 Prozent im Minus.

Apple hat im ersten Geschäftsquartal einen neuen Umsatzrekord aufgestellt und verdiente im Weihnachtsquartal 3,89 Dollar je Aktie. Die Markterwartung lag bei 3,85 Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 12 Prozent auf 20,07 Milliarden Dollar. Für das laufende Geschäftsquartal hat Apple Umsätze von 60 bis 62 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt und bleibt damit hinter den Markterwartungen zurück. Analysten waren bislang von 68,1 Milliarden Dollar ausgegangen - ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Amazon ist im Weihnachtsquartal rasant gewachsen und verdiente erstmals in seiner Unternehmensgeschichte mehr als 1 Milliarde Dollar. Dabei lag der Umsatz mit 60,5 Milliarden Dollar knapp über der Konsensschätzung. Alphabet hat im Weihnachtsquartal zwar den Umsatz stärker als erwartet gesteigert, die US-Steuerreform bescherte der Google-Mutter allerdings tiefrote Zahlen. Zudem verfehlte der bereinigte Gewinn die Prognose.

Mattel erfüllt die eigenen schlechten Prognosen

Für Mattel geht es nach vorbörslich schwachen Kursen um 2 Prozent nach oben. Der US-Spielzeughersteller hat im wichtigen Weihnachtsquartal nur wenig Nachfrage bei den auf Kleinkinder ausgerichteten Marken verzeichnet. Der Umsatz ging deutlich zurück. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Mattel hatte die Anleger aber bereits im Dezember vor einem schwachen Schlussquartal gewarnt.

Der Mobilfunkkonzern Sprint hat im dritten Geschäftsquartal dank eines Steuervorteils im Zuge der Steuerreform deutlich besser als erwartet abgeschnitten. Das Nettoergebnis schoss auf 7,16 Milliarden Dollar in die Höhe. Zudem gewann die Tochter der japanischen Softbank 256.000 Vertragskunden und ist für das Gesamtjahr nun optimistischer. Sprint werden 5,3 Prozent höher gehandelt.

Exxon Mobil hat zwar dank der US-Steuerreform unter dem Strich einen Milliardengewinn erzielt, verdiente aber bereinigt um Sonderposten im vierten Quartal weniger als von Analysten erwartet. Der Kurs des Ölkonzerns gibt um 4,3 Prozent nach. Chevron verlieren nach der Zahlenvorlage 2,2 Prozent.

Clorox hat einen Gewinnsprung vermeldet und ihre Ertragsziele erhöht. Der Konsumgüterhersteller profitierte im Berichtsquartal gewinnseitig von der US-Steuerreform, verfehlte beim Umsatz aber knapp die Erwartungen. Der Kurs gibt um knapp 6 Prozent nach.

Ölpreise fallen

Die Ölpreise fallen zurück, belastet vom anziehenden Dollar. Er macht das Öl und andere Rohstoffe für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer. Übergeordnet sorge aber die Förderdisziplin der Opec-Staaten mit Blick auf die vereinbarten Senkungen für Zuversicht, heißt es. Der nächste Impuls könne im späteren Tagesverlauf von neuen Informationen über die Zahl der aktiven Ölförderstellen in den USA kommen. Zuletzt war sie etwas deutlicher gestiegen. Brentöl verbilligt sich um 1,3 Prozent auf 68,71 Dollar.

Die steigende Inflations- und damit Zinserhöhungserwartungen sind Gift für das Gold, das selbst keine Zinsen abwirft. Außerdem belastet auch hier der Dollar. Die Feinunze verliert 13 Dollar an Wert auf 1.335.

===

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 25.964,86 -0,85 -221,85 5,04

S&P-500 2.804,52 -0,62 -17,46 4,90

Nasdaq-Comp. 7.360,68 -0,34 -25,18 6,62

Nasdaq-100 6.883,34 -0,26 -18,16 7,61

US-Anleihen

Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD

2 Jahre 2,17 1,3 2,16 97,2

5 Jahre 2,60 3,2 2,57 67,9

7 Jahre 2,77 4,1 2,73 52,0

10 Jahre 2,83 4,4 2,79 39,0

30 Jahre 3,06 3,7 3,03 -0,5

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:20 Do, 18:13 % YTD

EUR/USD 1,2453 -0,43% 1,2508 1,2491 +3,7%

EUR/JPY 137,40 +0,36% 137,16 136,78 +1,6%

EUR/CHF 1,1599 +0,08% 1,1588 1,1595 -1,0%

EUR/GBP 0,8792 +0,25% 0,8769 1,1405 -1,1%

USD/JPY 110,34 +0,80% 109,65 109,50 -2,1%

GBP/USD 1,4163 -0,70% 1,4264 1,4245 +4,8%

Bitcoin

BTC/USD 8.620,05 -3,70% 8.568,25 8.983,01 -39,99

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 65,27 65,8 -0,8% -0,53 +8,0%

Brent/ICE 68,82 69,65 -1,2% -0,83 +4,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.335,92 1.348,55 -0,9% -12,64 +2,5%

Silber (Spot) 16,94 17,24 -1,7% -0,30 +0,0%

Platin (Spot) 995,90 1.007,95 -1,2% -12,05 +7,1%

Kupfer-Future 3,21 3,21 +0,1% +0,00 -2,7%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/flf

(END) Dow Jones Newswires

February 02, 2018 09:52 ET (14:52 GMT)

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10.09.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

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