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11.07.2019 11:40
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Ökonomenstimmen zu jüngsten Zinssignalen der US-Notenbank Fed

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat Signale für eine schnelle Zinssenkung in den USA geliefert. In einer Rede vor amerikanischen Parlamentariern am Mittwoch verwies Notenbankpräsident Jerome Powell trotz zuletzt starker Daten vom US-Arbeitsmarkt auf die Risiken für die amerikanische Wirtschaft. Auch das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Zinssitzung der Fed unterstützte die Markterwartung einer schnellen Zinssenkung im Juli.

Das sagen Ökonomen zu den jüngsten Aussagen aus den Reihen der Fed:

Bernd Krampen, Analyst NordLB

"Der Vortrag von Powell vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses und die Veröffentlichung des Protokolls der letzten FOMC-Sitzung lieferten wichtige Erkenntnisse für die zukünftige US Geldpolitik. Powell nutzte nicht die Chance, die Kapitalmärkte auf ein weiteres Abwarten einzustimmen - im Gegenteil. Er betonte stattdessen die globalen Verunsicherungen (durch die Handelskonflikte), die auch die Konjunkturaussichten der USA belasten würden. Auch die Minutes offenbarten, dass die Notenbanker kaum Gründe für ein weiteres Abwarten gelten ließen. Eine baldige Zinssenkung ist damit wahrscheinlich."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank

"Letztlich ließ Powell keinen positiven Grundtenor hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufs zu. Damit wurde verbal der rote Teppich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte Ende Juli ausgerollt. Der Notenbankchef unternahm jedenfalls nichts, um die Markterwartungen an eine baldige Zinssenkung zu dämpfen."

Charlotte Heck-Parsch, Analystin BayernLB

"Entgegen unseren Erwartungen nutzte Powell die Chance allerdings nicht, um die Zinssenkungsfantasien einzufangen. (?) Er betonte, dass die Unsicherheiten in Bezug auf den Handelsstreit und die globale Wirtschaft weiterhin die Konjunkturaussichten belasten. Die Zugeständnisse Chinas und der USA am Rande des G20 Gipfels ließ er dabei außer Acht."

Thu Lan Nguyen, Analystin Commerzbank

"In seiner Anhörung im US-Kongress schlug Fed-Chair Powell deutlich taubenhafte Töne an. Dabei verwies er insbesondere auf die realwirtschaftliche Belastung durch die anhaltende Unsicherheit rund um die US-Handelskonflikte. Ein Zinsschritt im Juli - wie es der Markt bereits seit einiger Zeit erwartet - erscheint damit wahrscheinlich."

Christina Aquilina, Analystin UBS

"Powell bleibt bei seiner Einschätzung, dass Unsicherheiten das Wachstum belasten. Diese Unsicherheiten sind ein akutes Risiko für den kurzfristigen Ausblick für die Weltwirtschaft und auch für die amerikanische Konjunktur. Wie bereits auf der Fed-Sitzung im Juni angeklungen, setzte auch Powell den Fokus auf die negativen Aspekte der Wirtschaft. Insbesondere hob er hervor, dass der Abschwung der Investitionen ein Hinweis auf die Handelskonflikte und die allgemeine Abkühlung der Weltwirtschaft sein könnte."/jkr/elm

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