11.05.2017 15:14
Bewerten
(0)

UPDATE/Bank of England lässt Zinsen auf Rekordtief

DRUCKEN

   --Kristin Forbes stimmt erneut für eine Zinserhöhung

   --BoE erwartet stetiges Wachstum in nächsten Jahren

   --Pfund fällt nach Zinsentscheid

   (NEU: Weitere Details, Ökonom)

   Von Andreas Plecko

   LONDON (Dow Jones)--Die Bank of England (BoE) hat bei ihrer Sitzung auf geldpolitische Änderungen verzichtet. Sie beließ den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent und tastete auch das Kaufprogramm in Höhe von 435 Milliarden Pfund nicht an. Die Entscheidung fiel mit 7 zu 1 Stimmen, Kristin Forbes stimmte erneut für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Ökonomen und Börsianer hatten diese Beschlüsse erwartet.

   Der Streit über die Brexit-Modalitäten hat sich zuletzt verschärft, womit die Risiken für die Konjunktur gestiegen sind. Zudem machte die für 8. Juni angesetzte Parlamentswahl größere Änderungen in der Geldpolitik wenig wahrscheinlich.

   In seinem Begleittext sagte der von Gouverneur Mark Carney geleitete Rat für die nächsten Jahre ein stetiges, wenn auch wenig spektakuläres Wachstum voraus - vorausgesetzt, dass der Ausstieg aus der EU ohne größere Probleme vonstatten geht. Für 2017 wurde die Prognose leicht auf 1,9 von 2,0 Prozent gesenkt, für die Jahre 2018 und 2019 leicht auf 1,7 von 1,6 Prozent beziehungsweise auf 1,8 von 1,7 Prozent erhöht.

Steilerer Zinspfad in der Zukunft möglich "Trotz einiger falkenhafter Töne in dem Statement dürfte die BoE erst im Jahr 2019 vor dem Ende der Brexit-Verhandlungen eine Zinserhöhung vornehmen", sagte ING-Bank-Ökonom James Smith. "Insgesamt waren die Aussagen ziemlich zuversichtlich. Auch die Aussage zur begrenzten Toleranz gegenüber einem Überschießen der Inflation wurde beibehalten." Bemerkenswert sei zudem die Aussage der BoE, dass der künftige Zinspfad etwas steiler ausfallen könnte als derzeit von den Märkten eingepreist.

   Für die nächsten Monate erwartet die BoE einen weiteren Anstieg der Inflation, bis zum vierten Quartal dürfte sie bis auf knapp 3 Prozent steigen. Auch in der Folgezeit dürfte die Inflation über dem Zielwert von 2,0 Prozent bleiben, hieß es. Die höheren Preise dämpfen unterdessen die Kauflust der Verbraucher, weshalb die BoE von schwächeren Konsumausgaben ausgeht. Die Unternehmensinvestitionen und die Exporte sollten hingegen von der Pfund-Schwäche profitieren.

   Das britische Pfund fiel nach Bekanntgabe des Zinsentscheids. Als einziges Mitglied des geldpolitischen Rats der BoE stimmte Kristin Forbes abermals für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Einige Akteure am Devisenmarkt hatten erwartet, dass noch ein oder zwei weitere Ratsmitglieder für eine Zinserhöhung stimmen würden, erklärten Marktteilnehmer. In der Folge wertete das Pfund leicht ab. Für 1 Pfund mussten nach der BoE-Mitteilung nur noch 1,2888 US-Dollar gezahlt werden. Zuvor waren es 1,2922 Dollar gewesen.

Furcht vor einem "harten Brexit" NordLB-Volkswirt Jens Kramer hält die Annahme der BoE für einen "reibunglosen Ausstieg" aus der EU für zu optimistisch. Vielmehr sei ein "harter Brexit" zu befürchten. "Die BoE wird dann ihren Beitrag dazu leisten müssen, die britische Wirtschaft mit ruhiger Hand durch die absehbaren Turbulenzen zu steuern - selbst wenn sie jetzt andere Annahmen getroffen hat." Bis Ende nächsten Jahres werde die BoE deshalb an ihrer derzeitigen Geldpolitik festhalten müssen.

   Zuletzt hatte die britische Wirtschaft erste Anzeichen für eine schwächere Entwicklung gezeigt. Die Industrie drosselte ihre Produktion im März den dritten Monat in Folge, und im ersten Quartal 2017 halbierte sich das Wachstum der Wirtschaft auf nur noch 0,3 Prozent. Der Wachstumseinbruch resultierte aus einer Schwäche im Dienstleistungsbereich, insbesondere im Einzelhandel. Anscheinend halten sich die Briten vor dem Start der entscheidenden Brexit-Verhandlungen mit ihren Ausgaben zurück. Als belastend wirkte auch die höhere Inflation, eine Folge der Pfund-Schwäche.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/apo/hab

   (END) Dow Jones Newswires

   May 11, 2017 08:44 ET (12:44 GMT)

   Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 44 AM EDT 05-11-17

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
Rietumu Bank1,50%
APS Bank1,40%
Bigbank AS1,41%
Bigbank AS1,36%
Younited Credit1,35%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen leicht im Minus -Trump bereit zu Zöllen auf alle Einfuhren aus China -- Microsoft-Aktie nach starken Zahlen auf Rekordjagd -- VTG, Jungheinrich im Fokus

Porsche Panamera angeblich vor Diesel-Rückruf. Bayer nimmt Verhütungsmittel von US-Markt. Trump legt im Streit mit US-Notenbank nach. Trump wirft China und EU Währungsmanipulationen vor. Erstmals in der Geschichte: Ethereum-Transaktionsgebühren höher als bei Bitcoin. Auto-Aktien schwächeln - Französischer Zulieferer enttäuscht.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Wachstumsaktien!

Wo bieten sich Anlegern weltweit die besten Wachstumschancen? Wir stellen Ihnen im neuen Anlegermagazin vier Titel mit viel Potenzial vor.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

US-Präsident Trump fordert von Deutschland, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. Was sollte Berlin tun?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Apple Inc.865985
Netflix Inc.552484
TeslaA1CX3T
Facebook Inc.A1JWVX
Alphabet A (ex Google)A14Y6F
Intel Corp.855681
TwitterA1W6XZ
GoProA1XE7G
Steinhoff International N.V.A14XB9
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Amazon906866
Allianz840400