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Altersvorsorgedepot: 100 Euro im Monat, 110.000 Euro nach 30 Jahren

36.000 Euro eingezahlt, rund 110.900 Euro im Depot. Die Differenz von 74.900 Euro kommt aus staatlichen Zulagen und Zinseszins. Das Altersvorsorgedepot macht aus 100 Euro im Monat ein kleines Vermögen, vorausgesetzt, du lässt ihm Zeit.

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Was der Staat auf 100 Euro drauflegt

Bei 100 Euro monatlich zahlst du 1.200 Euro im Jahr ein. Der Staat gibt 390 Euro Grundzulage dazu: 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro, 25 Cent je Euro auf die restlichen 840 Euro. Insgesamt fließen 1.590 Euro ins Depot, obwohl nur 1.200 Euro von dir kommen. Das ist eine Förderquote von 32,5 Prozent.

Hast du Kinder, steigt die Summe deutlich. Je Kind gibt es 100 Prozent des Eigenbeitrags als Zulage, höchstens 300 Euro. Bei zwei Kindern kommen also 600 Euro obendrauf, insgesamt 2.190 Euro im Depot bei 1.200 Euro Eigenbeitrag.

Dazu kommt der Sonderausgabenabzug. Eigenbeitrag und Zulageanspruch sind absetzbar, hier also 1.590 Euro, und das Finanzamt erstattet den Teil der Steuerersparnis, der über die Zulage hinausgeht. Bei 1.200 Euro Eigenbeitrag ist das überschaubar: rund 55 Euro im Jahr bei 28 Prozent Grenzsteuersatz, rund 278 Euro bei 42 Prozent. Bei kleinen Beiträgen ist die Zulage bereits so hoch, dass die Steuerersparnis kaum darüber hinauskommt. Der Steuervorteil wird erst bei höheren Sparraten zum Thema.

💡 Gut zu wissen

Wenn das Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 startet, werden hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen. Die Folge: überlastete Systeme, lange Wartezeiten bei der Identitätsprüfung, verzögerte Freischaltungen. Und jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung – denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.

Was nach 10, 20 und 30 Jahren im Depot steht

Gerechnet mit 100 Euro monatlich, 390 Euro Grundzulage im Jahr und 5 Prozent Rendite nach Kosten:

SpardauerEigenbeiträge gesamtZulagen gesamtDepotwertdavon Rendite
10 Jahre12.000 €3.900 €21.000 €5.100 €
20 Jahre24.000 €7.800 €55.200 €23.400 €
30 Jahre36.000 €11.700 €110.900 €63.200 €

Annahmen: Einzahlung jeweils zu Jahresbeginn, 5 Prozent Rendite nach Kosten, keine Kinderzulage, ohne Inflation und ohne Besteuerung der Auszahlung.

Nach 30 Jahren hast du 36.000 Euro selbst eingezahlt. Die übrigen 74.900 Euro kommen vom Staat und vom Zinseszins.

Zwei Zeitpunkte sind dabei aufschlussreich. Ab dem 15. Jahr ist der jährliche Wertzuwachs größer als das, was du und der Staat in diesem Jahr einzahlen. Das Depot verdient dann mehr, als hineinfließt. Und ab dem 25. Jahr übersteigt der aufgelaufene Renditegewinn die Summe aller Einzahlungen. Ab da besteht das Depot überwiegend aus Geld, das nie eingezahlt wurde.

Mit Kindern wird es deutlicher

Gleiche Sparrate, gleiche Rendite, zwei Kinder. Die Kinderzulage gibt es allerdings nur, solange für das Kind Kindergeld festgesetzt wird. Wir rechnen deshalb mit 18 Jahren Kinderzulage und danach nur noch mit der Grundzulage.

SpardauerEigenbeiträgeZulagen inklusive KinderDepotwertdavon Rendite
10 Jahre12.000 €9.900 €28.900 €7.000 €
20 Jahre24.000 €18.600 €74.700 €32.100 €
30 Jahre36.000 €22.500 €142.700 €84.200 €

142.700 Euro nach 30 Jahren, davon 36.000 Euro aus eigener Tasche. Läuft der Kindergeldanspruch wegen Ausbildung oder Studium länger als bis zum 18. Geburtstag, fällt das Ergebnis entsprechend höher aus.

Was mehr Sparen bringt

Wer die Rate erhöht, bekommt eine niedrigere Förderquote, aber deutlich mehr Vermögen. Beides zugleich.

SparrateEigenbeitrag pro JahrGrundzulageFörderquoteDepotwert nach 30 Jahren
100 €1.200 €390 €32,5 %110.900 €
150 €1.800 €540 €30,0 %163.200 €
200 €2.400 €540 €22,5 %205.100 €
250 €3.000 €540 €18,0 %247.000 €

Von 100 auf 150 Euro bringt 52.300 Euro mehr, also 47 Prozent. Die Förderquote sinkt zwar von 32,5 auf 30 Prozent, die Zulage selbst steigt aber von 390 auf 540 Euro. Eine niedrigere Quote bei höherer absoluter Förderung ist kein Argument gegen das Sparen.

Ab 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr ändert sich die Lage. Die Grundzulage bleibt bei 540 Euro, jeder weitere Euro fließt ungefördert ins Depot, unterliegt aber weiter der Bindung bis zum Rentenalter und der vollen Besteuerung bei der Auszahlung. Für Beträge oberhalb von 150 Euro im Monat ist deshalb meist ein normales Depot die bessere Wahl: freiere Wertpapierauswahl, jederzeit verfügbar und bei der Auszahlung nur der Gewinn steuerpflichtig.

Was von den Zahlen übrig bleibt

Zwei Einschränkungen gehören zu jeder solchen Rechnung.

Die Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot wird in voller Höhe als Einkommen versteuert, also Eigenbeitrag, Zulagen und Erträge zusammen. Wie viel davon abgeht, hängt vom zu versteuernden Einkommen im Ruhestand ab, das in der Regel niedriger liegt als im Erwerbsleben.

Und die Kaufkraft: 110.900 Euro in 30 Jahren entsprechen bei 2 Prozent Inflation rund 61.200 Euro von heute, im Fall mit Kindern rund 78.800 Euro. Die Zahlen bleiben beachtlich, sie bedeuten aber nicht, dass man sich in 30 Jahren dafür so viel kaufen kann wie heute.

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Fazit

Das Altersvorsorgedepot belohnt nicht den, der am meisten einzahlt, sondern den, der am längsten durchhält. 100 Euro monatlich über 30 Jahre ergeben 110.900 Euro, 200 Euro monatlich über 15 Jahre nur 66.600 Euro. Der Eigenbeitrag ist in beiden Fällen identisch, nämlich 36.000 Euro. Den Unterschied macht allein die Zeit, die der Zinseszins zur Verfügung hat.

Wer früh anfängt, braucht also keine große Rate. Wichtiger ist, bei 1.800 Euro im Jahr die Förderhöchstgrenze im Blick zu behalten und alles darüber in ein normales Depot zu lenken.

Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen berücksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgfältig geprüft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.

1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH.