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Auto-Aktien: Drei von vier Anlegern halten deutsche Hersteller – trotz Absatzkrise

Bildquelle: Zigmunds Dizgalvis / Shutterstock.com

Drei von vier Autoaktionären halten deutsche Hersteller. Warum die Treue trotz Krise hält und wie stark Autowerte im Depot vertreten sind.

Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. Mercedes, Volkswagen (VW), BMW und Porsche setzten im zweiten Quartal 2026 weniger Fahrzeuge ab als ein Jahr zuvor, dazu kommen Meldungen über Stellenabbau und mögliche Werksschließungen. Privatanleger wenden sich trotzdem kaum ab. Das zeigt eine Auswertung der Consorsbank aus dem September 2026, die das Verhalten ihrer Kunden vom 30. Juni 2017 bis zum 30. Juni 2026 untersucht. Die Bank führt rund 1,8 Millionen Wertpapierdepots, repräsentativ ist die Analyse nach eigener Angabe aber nicht.

Wie treu Anleger den deutschen Herstellern bleiben

Sehr treu: 76,8 Prozent der Consorsbank-Kunden mit Autoaktien hielten zum 30. Juni 2026 mindestens eine Aktie eines deutschen Herstellers. 2017 lag der Anteil bei 88,9 Prozent, der Tiefpunkt kam 2021 mit 73,0 Prozent. Chinesische Hersteller folgen mit 18,1 Prozent weit dahinter, US-Werte mit 13,4 Prozent. Mercedes ist seit neun Jahren ununterbrochen die Autoaktie mit den meisten investierten Kunden, zuletzt rund 48 Prozent mehr als bei Volkswagen. VW wiederum löste 2026 Tesla an der Spitze beim Kaufumsatz ab, also bei der Summe, für die Kunden eine Aktie gekauft haben. Auffällig ist BMW: Während die Zahl der Aktionäre bei Mercedes, VW und Porsche seit dem Höchststand 2023 beziehungsweise 2024 um sieben bis 16 Prozent sank, stieg sie bei BMW um rund 26 Prozent, obwohl sich der Kurs kaum anders entwickelte als bei der Konkurrenz.

Warum die Autowerte im Gesamtdepot trotzdem an Gewicht verlieren

Weil die Kurse anderer Branchen stärker gestiegen sind und seit 2023 auch weniger Kunden Autoaktien halten. Beim Bestandsvolumen, also dem Gesamtwert, den alle Kunden in einer Aktie halten, rutschten die deutschen Hersteller unter allen Aktien weit nach hinten. Mercedes lag 2017 noch auf Platz zwei hinter der Versicherung Allianz.

AktieRang 2017Rang 2026Veränderung
Mercedes219−17 Plätze
Volkswagen1129−18 Plätze
BMW1332−19 Plätze
Porsche45 (2023, nach Börsengang)100−55 Plätze
Tesla3617+19 Plätze

Rang unter allen Aktien in Consorsbank-Depots nach Bestandsvolumen, Stand jeweils 30. Juni

Insgesamt machten die 32 untersuchten Autowerte zuletzt 4,1 Prozent des Aktienvolumens aus, nach 7,7 Prozent beim Höchststand 2023. Der Anteil der Kunden mit Autoaktien sank im selben Zeitraum von 28,0 auf 25,4 Prozent. Techwerte wie Apple und Nvidia zogen laut Consorsbank dagegen dank stärkerer Kursgewinne nach vorn.

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Was hinter der Vorliebe für heimische Marken steckt

Fachleute sprechen vom Home Bias: der Neigung, überdurchschnittlich viel Geld in Unternehmen aus dem eigenen Land zu stecken, deren Marken man kennt. Laut Auswertung wächst diese Neigung mit dem Alter. Von den Autoaktionären ab 66 Jahren hielten 84,7 Prozent mindestens einen deutschen Wert, bei den 26- bis 35-Jährigen waren es 70,0 Prozent. Jüngere setzen öfter auf chinesische und US-Aktien, allen voran BYD und Tesla, die viele wohl auch als Technologiewerte sehen. Wie schnell Vertrauen kippen kann, zeigt Tesla: Gegenüber dem Höchststand 2023 hielten im Sommer 2026 rund 38 Prozent weniger Kunden die Aktie, obwohl der Kurs seitdem gestiegen ist. Als möglichen Grund nennt die Consorsbank das politische Engagement von Konzernchef Elon Musk. Wie sich solche Vorlieben mit einer breiten Streuung vertragen, erklärt der Ratgeber zur Diversifikation.

Welche Lehre Anleger aus der Auswertung ziehen können

Die Treue zu Mercedes, VW und BMW beruht offenbar weniger auf Zahlen als auf Vertrautheit. Eine Marke zu kennen, sagt aber nichts über die Aussichten ihrer Aktie. Wer mehrere Autowerte aus einem Land hält, trägt ein Klumpenrisiko: Alle Positionen hängen an derselben Konjunktur, denselben Zulieferern und derselben Regulierung. Ein Blick auf die größten Depotpositionen zeigt, wie stark sie voneinander abhängen. Diversifikation und Management des Aktienrisikos sind wichtig für einen erfolgreichen Vermögensaufbau.

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