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Bitcoin-Prognose: Kommt die 100.000-Dollar-Marke noch 2026 zurück?

Bildquelle: CKA / Shutterstock.com

Bitcoin steigt auf 80.000 Dollar. Was die Rally antreibt, welche Risiken bestehen und ob 100.000 Dollar bis Ende 2026 erreichbar sind.

Aktualisiert am 29. August 2026. Der Artikel erschien ursprünglich am 24. August 2026 und wurde um die Kursentwicklung sowie die aktuelle Markteinschätzung ergänzt.

Das Wichtigste in Kürze

Keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:

    • Der Kurs: Bitcoin notiert bei rund 80.000 US-Dollar und hat im Wochenverlauf über 81.000 Dollar erreicht. Im August steht ein Plus von rund 23 Prozent – der stärkste Monat seit 2017.
    • Der Auslöser: Das US-Finanzministerium kauft mehr eigene Staatsanleihen zurück. Anleger lesen das als Bereitschaft, eine höhere Inflation hinzunehmen – und weichen in Anlagen aus, die sich nicht beliebig vermehren lassen.
    • Die Nachfrage: US-Bitcoin-ETFs sammelten in acht Handelstagen in Folge 2,8 Milliarden Dollar ein – die längste Zuflussserie seit April.
    • Die Hürde: Am Terminmarkt wird eine Zinserhöhung im September mit 35 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt. Sinkende Zinsen sind aber die Voraussetzung für die 100.000-Dollar-Prognose von 21Shares.
    • Der Broker: Du willst Kryptos handeln? Dann benötigst du einen Broker – wie beispielsweise finanzen.net ZERO¹, der Broker von finanzen.net. Bei finanzen.net ZERO handelst du 59 der wichtigsten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Ripple.

Zwei Wochen, die aus dem Rahmen fallen

Der Bitcoin-Kurs hat zwei außergewöhnliche Wochen hinter sich. Vom 14. August bei knapp 63.000 US-Dollar ging es zunächst auf über 79.000 Dollar, in der Woche darauf fiel dann auch die 80.000er-Marke. Am 28. August stieg der Kurs bis auf gut 81.000 Dollar. Für den August steht damit ein Plus von rund 23 Prozent zu Buche – der stärkste Monat seit August 2017.

Ein Teil der Wucht erklärt sich aus der Ausgangslage. Von einem Januar-Hoch bei rund 95.000 Dollar war der Kurs bis Ende Juni unter 60.000 Dollar gefallen und hatte sich danach wochenlang in einer engen Spanne zwischen 62.000 und 67.000 Dollar bewegt. Die Schwankungsbreite lag auf ungewöhnlich niedrigem Niveau. In einer derartigen Situation reagiert die Notiz auf jeden Auslöser überproportional. Auch andere Digitalwährungen zogen mit: Solana kletterte über 100 Dollar und legte binnen einer Woche rund 20 Prozent zu, Ether und XRP gewannen jeweils etwa elf Prozent.

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Nach solchen Wochen wie diesen wollen viele schnell einsteigen – und übersehen dabei die Kosten. Zwischen den Anbietern liegen bei Gebühren, Spreads und Sparplänen deutliche Unterschiede. Im Krypto-Broker-Vergleich findest du die wichtigsten Plattformen mit BaFin- oder MiCAR-Aufsicht im direkten Gegenüber.

Der Zündfunke lag am Anleihemarkt

Rückenwind kommt momentan aus Washington. Am vergangenen Mittwoch kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, die maximale Rückkaufgröße für Staatsanleihen mit zehn-, zwanzig- und dreißigjähriger Laufzeit von zuvor zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation zu erhöhen. Vorausgegangen war eine Verkaufswelle, die die Rendite dreißigjähriger US-Papiere auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte.

Die Reaktion kam prompt: Die Rendite fiel zunächst um neun Basispunkte, Bitcoin legte sieben Prozent zu, Gold vier Prozent. Bis Freitag hatte die Rendite den Großteil dieses Rückgangs allerdings wieder aufgeholt. Am Devisenmarkt hielt der Effekt länger an – der Dollar geriet unter Druck und rutschte auf ein Dreimonatstief.

Warum Anleger in knappe Anlagen flüchten

Hinzu kommt ein volkswirtschaftliches Argument. Die US-Gesamtverschuldung überschritt am selben Tag wie die Ankündigung erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar – nur fünf Monate nach dem Erreichen der 39-Billionen-Schwelle im März. Allein der Zinsdienst verschlingt rund 1,2 Billionen Dollar im Jahr. Dass das Finanzministerium ausgerechnet jetzt in den Anleihemarkt eingreift, lesen Beobachter als Signal, dass Washington eine höhere Inflation in Kauf nehmen würde, um die Schuldenlast zu dämpfen.

Für Anleger ist die Überlegung dahinter simpel: Verliert Geld an Kaufkraft, gewinnen jene Güter an Wert, die sich nicht beliebig vermehren lassen. Gold ist knapp, weil es gefördert werden muss. Bitcoin ist knapp, weil der Programmcode die Menge auf 21 Millionen Stück begrenzt – mehr wird es nie geben. Genau deshalb zogen in der vergangenen Woche Gold, Silber und Bitcoin gemeinsam an.

An den Finanzmärkten hat dieses Muster einen Namen: Debasement Trade, zu Deutsch etwa Wette auf die Geldentwertung. Der Begriff geht auf die Münzverschlechterung zurück, als Herrscher den Edelmetallgehalt ihrer Münzen senkten, um Kriege zu finanzieren. Heute beschreibt er die Flucht in Vermögenswerte außerhalb des staatlichen Geldsystems.

Fabian Dori, Investmentchef bei Sygnum, ordnete den Vorgang gegenüber CoinDesk ein: Die Maßnahme sei keine Geldpolitik im engeren Sinne, weil der Mechanismus bei der Finanzbehörde und nicht in der Notenbankbilanz liege. Das Signal aber zähle, weil es dieses Narrativ neu befeuere. Dass Gold, Silber und Bitcoin gemeinsam angezogen sind, wertet er als Rotation in knappere, nicht staatliche Vermögenswerte. Robin Brooks, Senior Fellow der Brookings Institution und früherer Chefökonom des Bankenverbands IIF, formulierte es schärfer: Die Märkte seien wachsam gegenüber hochverschuldeten Regierungen, die mit Anleiherenditen spielten.

Wie eng die Bewegung zusammenhängt, zeigt der Goldpreis. Das Edelmetall hat sich über 4.600 Dollar zurückgekämpft, ein Plus von rund 15 Prozent binnen eines Monats. Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold ist laut Bloomberg-Daten so positiv wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr.

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Politischer Rückenwind aus dem Weißen Haus

Neben der Geldpolitik wirkt die Regulierung. Am Donnerstag rief US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Krypto-Führungskräften im Weißen Haus den Kongress auf, eine faire Version des CLARITY Act zu verabschieden. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten zwischen Börsenaufsicht SEC und Terminmarktaufsicht CFTC für Kryptowerte klären – es ist im Senat blockiert. Zwei Tage zuvor hatte die SEC bereits ein Regulierungsrahmenwerk vorgeschlagen, das bestimmte Krypto-Unternehmen von US-Wertpapierregeln ausnehmen und die Kapitalbeschaffung erleichtern soll.

Die Erwartung allein reicht offenbar schon. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt an acht Handelstagen in Folge Zuflüsse von zusammen 2,8 Milliarden Dollar – die längste Serie seit April. Im gesamten August summieren sich die Zuflüsse auf über drei Milliarden Dollar, mehr als in jedem anderen Monat dieses Jahres. Eine bemerkenswerte Kehrtwende: Noch im Frühsommer hatten dieselben Produkte über zwölf Handelstage hinweg rund vier Milliarden Dollar verloren.

Wie viel davon war echte Nachfrage?

Hier wird es für Anleger interessant, denn an diesem Punkt gehen die Einschätzungen auseinander. Nach Daten des Derivate-Anbieters CoinGlass mussten bis Freitag mehr als vier Milliarden Dollar an bärischen Krypto-Positionen liquidiert werden. Viele Marktteilnehmer hatten auf einen gedeckelten Bitcoin-Kurs gesetzt und wurden vom Anstieg auf dem falschen Fuß erwischt. Alex Kuptsikevich, Chefmarktanalyst bei FxPro, führt die Rally maßgeblich auf diese Welle von Short-Eindeckungen nach wochenlangem, extrem engem Handel zurück.

Das Chartbild: Golden Cross in Sicht

Charttechnisch hat der Kurs die 50-Tage-Linie bei 64.518 Dollar und die 200-Tage-Linie bei 68.962 Dollar hinter sich gelassen. Die 200-Tage-Linie gilt vielen Marktteilnehmern als Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmarkt, überwunden wurde sie zum ersten Mal seit neun Monaten.

Interessant wird nun die Stellung der beiden Durchschnitte zueinander. Die 50-Tage-Linie liegt noch unter der 200-Tage-Linie, beginnt aber zu drehen. Kreuzt sie die längere Linie von unten, entsteht ein sogenanntes Golden Cross – ein Signal, das viele Anleger als Bestätigung eines neuen Aufwärtstrends lesen.

Das erste Etappenziel ist erreicht: Die 80.000er-Marke fiel Ende August. Das eigentliche Nadelöhr liegt nun bei 82.814 Dollar, dem Mai-Hoch, an dem den Käufern zuletzt die Puste ausging – rund 3,5 Prozent über dem aktuellen Kurs. Nach unten hat sich die Lage entspannt: Die 200-Tage-Linie bei 69.275 Dollar ist vom Widerstand zur ersten Auffanglinie geworden. Darunter gilt weiter die Marke von 58.000 Dollar als Verteidigungslinie – kein willkürlicher Analystenwert, sondern das Verlaufstief vom 1. Juli, das exakt bei 57.740 Dollar lag. Die aggregierte Kostenbasis aller Anleger, also der durchschnittliche Einstandspreis im Markt, liegt bei 54.000 Dollar. Unter diese Schwelle ist der Kurs im gesamten Abschwung nicht gefallen.

Was Marktbeobachter jetzt erwarten

Unter Analysten wächst die Zuversicht, dass die Erholung trägt. Joel Kruger, Marktstratege bei der LMAX Group, hält Rücksetzer inzwischen für begrenzt und nennt das Mai-Hoch knapp unter 83.000 Dollar als nächste Station. Sein Argument: Der Markt habe die Angebotsüberhänge auf dem Weg nach oben bereits abgearbeitet.

Ähnlich, aber vorsichtiger klingt das Analystenteam der Handelsplattform Bitfinex. Es beschreibt die Bewegung als Squeeze, der auf eine begrenzte Zahl verkaufswilliger Anleger getroffen sei: Zwischen 77.100 und 80.000 Dollar habe die Nachfrage am Spotmarkt das dort liegende Angebot aufgesogen. Beide Einschätzungen laufen auf dieselbe Frage hinaus – ob nach dem Abarbeiten dieser Zone noch genug frisches Kapital nachkommt.

Was für 100.000 Dollar nötig wäre

Der Vermögensverwalter 21Shares hält an seinem Basisszenario einer Erholung auf 100.000 Dollar bis Ende 2026 fest. Die Begründung ist zyklisch: Der Bereich um 60.000 Dollar liegt in jenem Fenster, in dem alle drei bisherigen Bitcoin-Zyklen ihren Tiefpunkt erreichten – rund ein Jahr nach dem jeweiligen Höchststand und zweieinhalb Jahre nach dem Halving. Käufe in diesem Zeitfenster brachten historisch im Schnitt eine Wertsteigerung von rund 130 Prozent bis zum nächsten Halving. Auch der Vergleich mit früheren Abschwüngen fällt milde aus: Rund 54 Prozent Rückgang stehen gegen Bärenmärkte vergangener Zyklen mit teils mehr als 80 Prozent Verlust.

Chefanlagestratege Adrian Fritz knüpft seine Prognose an zwei Bedingungen: sinkende Zinsen und ein Ende des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Bei der zweiten Bedingung hat sich zuletzt etwas bewegt – die Einigung über die Straße von Hormus hat den Ölpreis deutlich gedrückt. Die erste dagegen entfernt sich: Der Terminmarkt preist derzeit eher eine Zinserhöhung als eine Senkung ein. Vom aktuellen Niveau aus wären bis zur 100.000er-Marke rund 25 Prozent nötig.

Ein Detail für Anleger im Euroraum

Eine Einordnung noch, weil die Schlagzeilen in Dollar rechnen: Wie viel von einem Anstieg auf 100.000 US-Dollar im Depot ankommt, hängt zusätzlich vom Wechselkurs ab. Gerade der Debasement Trade lebt von einem schwächeren Dollar – und genau der schmälert den Gewinn, wenn am Ende in Euro abgerechnet wird.

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Erst verstehen, dann kaufen

Für Einsteiger ist die entscheidende Frage nicht, ob der Kurs 100.000 erreicht, sondern ob sie die Schwankungen aushalten. Ein Minus von 54 Prozent binnen neun Monaten hat der Markt gerade erst geliefert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte drei Dinge geklärt haben, bevor Geld fließt: was Bitcoin überhaupt ist, wo man ihn kauft und wie man ihn anschließend verwahrt.

Alle drei Punkte erklärt unser Ratgeber Krypto kaufen 2026: Sicher starten als Einsteiger Schritt für Schritt – von der Kontoeröffnung über den Unterschied zwischen offener Gebühr und verstecktem Spread bis zur Haltefrist von einem Jahr, nach der Gewinne steuerfrei bleiben. Wer speziell zum größten Coin einsteigen will, findet in Bitcoin kaufen die passende Anleitung. Zur Wahl des richtigen Brokers hilft der Krypto-Broker-Vergleich.

Fazit

Die Erholung hat sich in der zweiten Woche als tragfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten: Die 80.000er-Marke ist gefallen, die ETF-Zuflüsse laufen seit acht Handelstagen, und mit der Entspannung am Ölmarkt ist ein Inflationsrisiko kleiner geworden. Getragen wird die Bewegung aber weiterhin von einer Wette darauf, dass Washington die eigene Zinslast nur über eine höhere Inflation in den Griff bekommt – und die Notenbank sieht das erkennbar anders. Kurzfristig entscheidet sich an der 82.814er-Marke, ob aus der Gegenbewegung ein Trend wird.

Fakten in aller Kürze:

  • Bitcoin stieg binnen zwei Wochen von knapp 63.000 auf über 81.000 US-Dollar und knackte die 80.000er-Marke. Für den August steht ein Plus von rund 23 Prozent – der stärkste Monat seit 2017.
  • Der Auslöser kam nicht aus dem Kryptomarkt, sondern vom Anleihemarkt: Das US-Finanzministerium verdoppelte die Rückkäufe eigener Staatsanleihen auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation.
  • Die Nachfrage hält an: US-Bitcoin-ETFs sammelten an acht Handelstagen in Folge 2,8 Milliarden Dollar ein – die längste Zuflussserie seit April.
  • Den ersten Schub trugen allerdings Zwangsverkäufe: Über vier Milliarden Dollar an Wetten auf fallende Kurse wurden glattgestellt. Ein Teil des Anstiegs war damit Eindeckung, nicht neue Nachfrage.
  • Charttechnisch ist die 200-Tage-Linie erstmals seit neun Monaten überwunden. Das eigentliche Nadelöhr liegt bei 82.814 Dollar, dem Mai-Hoch.
  • 21Shares hält 100.000 Dollar bis Jahresende für erreichbar – Bedingungen sind u. a. sinkende Zinsen. Der Terminmarkt preist derzeit eher eine Erhöhung ein.
  • Wenn du Bitcoin oder andere Kryptowährungen handeln willst, eröffne ein Depot – zum Beispiel bei finanzen.net ZERO¹, Bitpanda* oder Trade Republic*.
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