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Finanzbildung und Altersvorsorge: Warum hier etwas nicht zusammenpasst

Bildquelle: KI generiert / finanzen.net Ratgeber

Rente in Eigenregie: Ab 2027 kommt das Altersvorsorgedepot. Doch laut OECD versteht rund jeder Vierte nicht, wie der Zinseszins wirkt. Was daraus folgt.

Immer mehr Menschen müssen ihre Rente selbst mitfinanzieren, doch vielen fehlt dafür das Wissen. Das zeigt eine globale Anlegerstudie des Vermögensverwalters Amundi, die am 22. September 2026 erschienen ist. Für Deutschland kommt das Ergebnis zu einem heiklen Zeitpunkt: Am 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot, eine staatlich geförderte private Rente, bei der Sparer selbst entscheiden, in welche Wertpapiere ihr Geld fließt. Genau dafür braucht es Grundwissen, das laut OECD vielen fehlt.

Was die Studie über Selbstbild und Wissen zeigt

Die Studie zeigt eine Lücke zwischen dem, was Anleger sich zutrauen, und dem, was sie tatsächlich wissen. Amundi hat dafür 18.000 Menschen in 26 Ländern befragt. Wer sich selbst als Experte einstuft, scheiterte in sieben von zehn Fällen an drei einfachen Wissensfragen. Zugleich erwarten die Befragten weltweit, rund 42 Prozent ihrer Altersvorsorge selbst finanzieren zu müssen, mehr als über gesetzliche oder betriebliche Rente. Von denen, die vor allem fürs Alter anlegen, sind nur 23 Prozent sehr zuversichtlich, das zu schaffen. 2025 waren es noch 26 Prozent.

In Deutschland planen nur 24 Prozent der Sparer, in den nächsten zwölf Monaten erstmals Geld am Kapitalmarkt anzulegen, also etwa in Aktien oder Fonds. Das ist gemeinsam mit Belgien der niedrigste Wert der Studie, Dänemark liegt mit 79 Prozent vorn.

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Wie es um das Finanzwissen in Deutschland steht

Beim reinen Wissen schneiden Erwachsene in Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut ab, bei der Vorsorge nicht. So steht es im OECD-Bericht „Finanzbildung in Deutschland“ von 2024, der auf einer Erhebung der Finanzaufsicht BaFin aus dem Jahr 2022 beruht. Demnach legen fast 90 Prozent der Erwachsenen Geld zurück, aber nur 18 Prozent besitzen Anlageprodukte wie Aktien oder Fonds. Nur 55 Prozent sind von ihren Finanzplänen fürs Alter überzeugt.

Rund 26 Prozent können die Frage zum Zinseszins nicht richtig beantworten. Zinseszins bedeutet, dass auch bereits erzielte Erträge weiter Erträge bringen: Aus 100 Euro werden bei 5 Prozent im Jahr nach zwei Jahren 110,25 Euro statt 110 Euro. Für Jugendliche fehlen vergleichbare Daten, weil Deutschland 2022 nicht am PISA-Test zur Finanzkompetenz teilnahm. In Mathematik verfehlten bei PISA 2025 aber 34 Prozent der 15-Jährigen das Grundniveau, 2022 waren es 30 Prozent.

Warum das Altersvorsorgedepot mehr Grundwissen verlangt

Das Altersvorsorgedepot überträgt Sparern mehr Verantwortung als die Riester-Rente, die es für neue Verträge ablöst. Gefördert wird ab 2027 erstmals die direkte Anlage in ETFs. Das sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden und das Geld auf viele Aktien auf einmal verteilen. Eine verpflichtende Garantie, dass die eingezahlten Beiträge erhalten bleiben, gibt es nicht. Sparer tragen Kursschwankungen selbst und können dafür bis zu 100 Prozent in Aktienfonds anlegen. Der Staat zahlt bis zu 540 Euro Zulage im Jahr dazu.

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Dazu passt ein weiterer Amundi-Befund: Die Hälfte der Befragten mit Anlageberatung ist sehr zuversichtlich, ihren Ruhestand finanzieren zu können, ohne Beratung sind es 14 Prozent. Wie Förderung, Kosten und Auszahlung im Detail funktionieren, erklärt der Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Welche Schlüsse Einsteiger daraus ziehen sollten

Die Verantwortung für die Rente wandert zu den Sparern, das nötige Wissen wächst nicht mit. Wer ab 2027 mit dem Altersvorsorgedepot vorsorgen möchte, sollte vorher drei Dinge verstehen: wie der Zinseszins wirkt, warum Kurse schwanken und warum es das Risiko senkt, Geld auf viele Aktien zu verteilen. Der Altersvorsorgedepot-Rechner zeigt, was die eigene Sparrate bringen kann, der Ratgeber erklärt die Regeln. Wer unsicher bleibt, findet unabhängige Beratung etwa bei den Verbraucherzentralen.

Hinweis: finanzen.net ZERO gehört zu finanzen.net.

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