Eröffne jetzt Dein Depot beim Kostensieger von Stiftung Warentest (12/2025)

Riester-Rente wird abgeschafft: So viel Geld haben Sparer seit 2002 verloren

Was wäre passiert, wenn es das Altersvorsorgedepot schon 2002 gegeben hätte? Wir haben es für vier Sparergenerationen durchgerechnet: 100 Euro im Monat, einmal in einem typischen Riester-Vertrag, einmal in einem Altersvorsorgedepot mit Welt-ETF und den Zulagen der Reform von 2026. Die Differenz reicht von 8.170 bis 42.765 Euro. Überraschend ist dabei, woher sie kommt: Von den 42.765 Euro der ältesten Generation stammen nur 1.505 Euro aus der besseren Förderung. Der Rest sind Kosten und Aktienquote.

✨ Kostenlos & unverbindlich finanzen.net zero

Jetzt für das Altersvorsorge-Depot anmelden und die volle Förderprämie sichern.

Trag dich ein und wir informieren dich, sobald das Altersvorsorgedepot bei unserem Broker finanzen.net ZERO startet. Damit verpasst du keinen Monat wertvolle Prämie.

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden.
Deine Anmeldung war erfolgreich! Wir melden uns bei dir.

🔒 Kein Spam · Jederzeit abmeldbar · Deine Daten sind sicher

So haben wir gerechnet

Beide Seiten zahlen denselben Eigenbeitrag von 100 Euro im Monat, also 1.200 Euro im Jahr, jeweils am Jahresende. Gerechnet wird bis einschließlich 2026. Alle Werte sind Modellrechnungen mit konstanter Rendite, keine historischen Wertverläufe.

Die Renditeannahme ist für beide Seiten dieselbe Ausgangsgröße: 7,2 Prozent pro Jahr, die durchschnittliche Wertentwicklung des MSCI World seit 1972. Davon gehen ab:

RiesterAltersvorsorgedepot
Ausgangsrendite7,2 %7,2 %
Renditenachteil durch die Beitragsgarantie– 3,0 %0,0 %
Produkt- und Fondskosten– 1,7 %– 1,0 %
Rendite nach Kosten2,5 %6,2 %

Der Abschlag von 3,0 Prozentpunkten bildet ab, dass die verpflichtende Beitragsgarantie Riester-Anbieter zwang, den Großteil des Kapitals in Anleihen statt in Aktien zu halten. Die 1,7 Prozent Produktkosten liegen im unteren Bereich dessen, was für Riester-Verträge üblich ist. Der Verband Finanzwende kommt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass 65 Prozent der Riester-Produkte nicht einmal 2 Prozent Bruttorendite erreichen. Die hier unterstellten 2,5 Prozent nach Kosten sind für Riester also eine freundliche Annahme.

Beim Altersvorsorgedepot rechnen wir mit 1,0 Prozent Gesamtkosten, zusammengesetzt aus 0,2 Prozent Fondskosten und 0,8 Prozent Produkt- und Depotkosten. Das entspricht dem gesetzlichen Kostendeckel für Standardprodukte und liegt deutlich über dem, was ein selbst zusammengestelltes ETF-Depot kostet.

Die Zulagen. Für Riester setzen wir die Grundzulage von 175 Euro über die gesamte Laufzeit an. Tatsächlich lag sie bis 2017 bei 154 Euro und in den Anfangsjahren deutlich darunter. Auch diese Vereinfachung rechnet zugunsten von Riester. Für das Altersvorsorgedepot gilt die Zulage der Reform: 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro, 25 Cent je Euro darüber, bei 1.200 Euro Eigenbeitrag also 390 Euro im Jahr.

Die Steuerersparnis. Beide Systeme kennen den Sonderausgabenabzug mit Günstigerprüfung. Wir rechnen mit einem Grenzsteuersatz von 28 Prozent. Absetzbar sind bei Riester Eigenbeitrag plus Zulage bis 2.100 Euro, beim Altersvorsorgedepot Eigenbeitrag bis 1.800 Euro plus Zulageanspruch. Vom Ergebnis wird jeweils der Zulageanspruch abgezogen, weil das Finanzamt nur den überschießenden Teil erstattet. Die Erstattung fließt nicht ins Depot, sie ist in den Depotwerten daher nicht enthalten und wird gesondert ausgewiesen.

Der Sparer ist in allen Fällen ledig und kinderlos. Kinderzulagen bleiben außen vor, weil sie das Bild in beide Richtungen stark verschieben würden.

💡 Gut zu wissen

Wenn das Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 startet, werden hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen. Die Folge: überlastete Systeme, lange Wartezeiten bei der Identitätsprüfung, verzögerte Freischaltungen. Und jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung – denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.

Vier Generationen im Vergleich

StartLaufzeitEigenbeiträgeDepotwert RiesterDepotwert AltersvorsorgedepotDifferenz
200225 Jahre30.000 €46.967 €89.732 €42.765 €
200522 Jahre26.400 €39.686 €70.681 €30.995 €
201017 Jahre20.400 €28.689 €45.660 €16.971 €
201512 Jahre14.400 €18.969 €27.139 €8.170 €

Wer 2002 angefangen hat, steht im Modell mit 46.967 Euro da und hätte mit dem Altersvorsorgedepot 89.732 Euro erreicht. Aus 30.000 Euro Eigenbeitrag werden im einen Fall gut das Anderthalbfache, im anderen fast das Dreifache.

Auch kurze Laufzeiten fallen ins Gewicht. Selbst die jüngste Generation liegt nach zwölf Jahren um 8.170 Euro zurück, das sind 57 Prozent des gesamten Eigenbeitrags.

Wo die Differenz herkommt

Die naheliegende Erklärung wäre die höhere Zulage. Sie ist es nicht. Rechnet man die gesamte Förderung zusammen, also Zulagen und Steuererstattung, dreht sich das Bild sogar teilweise um.

Generation 2002, 25 JahreRiesterAltersvorsorgedepot
Zulagen gesamt4.375 €9.750 €
Steuererstattung gesamt5.250 €1.380 €
Förderung gesamt9.625 €11.130 €

Die Zulage ist im neuen System mehr als doppelt so hoch. Die Steuererstattung fällt dafür deutlich niedriger aus, weil das Finanzamt den Zulageanspruch gegenrechnet. Unter dem Strich bleiben 1.505 Euro Vorsprung über 25 Jahre.

Von den 42.765 Euro Gesamtdifferenz stammen also rund 1.500 Euro aus der Förderung und rund 41.300 Euro aus zwei anderen Quellen:

Die Kosten. 1,7 gegen 1,0 Prozent pro Jahr. Über 25 Jahre wirkt dieser Unterschied auf ein wachsendes Kapital und summiert sich entsprechend.

Die Beitragsgarantie. Der Abschlag von 3,0 Prozentpunkten ist der größte Einzelposten. Er ist der Preis dafür, dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen müssen, und er fällt in jedem einzelnen Jahr an, auch in den guten.

Das ist die eigentliche Lehre dieser Rechnung, und sie steht quer zu dem, womit für das neue System geworben wird. Die Zulage ist gut sichtbar und leicht zu erklären. Entscheidend ist sie nicht.

Zum Vergleich: ein Sparplan ganz ohne Förderung

Wer 2002 einfach 100 Euro monatlich in einen Welt-ETF gespart hätte, ohne Zulagen und ohne Steuervorteile, stünde im Modell bei rund 81.200 Euro. Nach Abgeltungsteuer beim Verkauf bleiben davon rund 74.100 Euro.

Annahmen: 7,0 Prozent Rendite nach 0,2 Prozent Fondskosten, jährliche Vorabpauschale bei einem Basiszins von 2,5 Prozent, Teilfreistellung von 30 Prozent für Aktienfonds, Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag von 26,375 Prozent.

Das ungeförderte Depot schlägt den Riester-Vertrag also um rund 27.000 Euro, obwohl der Staat keinen Cent dazugibt. Der Unterschied zum geförderten Altersvorsorgedepot fällt dagegen mit rund 15.600 Euro kleiner aus, und zwar zugunsten des Altersvorsorgedepots, weil dort Zulagen fließen und die Ansparphase steuerfrei bleibt. Zu beachten ist, dass die Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot später voll als Einkommen versteuert wird, beim ungeförderten Depot dagegen nur der Gewinn.

Warum der Unterschied so groß ausfällt

Drei Effekte verstärken sich über die Zeit.

Die Kosten. Riester-Produkte kosten typischerweise 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr. Im Altersvorsorgedepot mit selbst gewähltem ETF liegen die Kosten bei 0,1 bis 0,2 Prozent, beim Standardprodukt sind sie auf 1,0 Prozent gedeckelt. Der Unterschied wirkt auf das gesamte Kapital, nicht nur auf die neuen Beiträge.

Die Garantie. Die verpflichtende Beitragsgarantie zwang Riester-Anbieter in Anleihen und Garantiefonds. In der Niedrigzinsphase blieb davon kaum Ertrag. Im Altersvorsorgedepot gibt es keine Garantiepflicht, bis zu 100 Prozent Aktienquote sind möglich. Wer Sicherheit will, kann freiwillig ein Garantieprodukt wählen.

Die steuerfreie Ansparphase. Im Altersvorsorgedepot fallen keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale an, und Umschichtungen zwischen Fonds lösen keine Steuer aus. Dieser Vorteil bestand bei Riester rechtlich ebenfalls, lief dort aber weitgehend ins Leere, weil wegen der Garantie kaum Gewinne entstanden, die hätten besteuert werden können.

Was die Zahlen nicht zeigen

  • Das Altersvorsorgedepot gab es 2002 nicht. Die Zulagen und die steuerfreie Ansparphase stammen aus der Reform von 2026. Die Rechnung zeigt, was mit diesen Regeln möglich gewesen wäre, nicht was tatsächlich erreichbar war.
  • Wir rechnen mit einer konstanten Rendite von 7,2 Prozent für jeden Zeitraum. Tatsächlich schwanken die Märkte erheblich, und die Reihenfolge von Gewinn- und Verlustjahren verändert das Endkapital auch dann, wenn der Durchschnitt derselbe bleibt. Die Werte für einzelne Jahrgänge lägen real teils deutlich darüber, teils darunter.
  • Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die Zukunft. Wer 2027 ein Altersvorsorgedepot eröffnet, weiß nicht, wie die nächsten 20 Jahre verlaufen.
  • Alle Werte verstehen sich vor der Besteuerung der Auszahlung. Beide Produkte werden nachgelagert besteuert, die Steuer verschiebt daher beide Seiten in ähnlicher Größenordnung. Die Differenz bleibt bestehen, fällt aber etwas kleiner aus.
  • Für eine Gruppe war Riester kein schlechtes Geschäft: Bei kleinem Einkommen greift der Sockelbetrag von 60 Euro als Mindesteigenbeitrag, sodass schon geringe Beiträge die vollen Zulagen auslösten. Wer mehrere Kinder hatte und wenig sparen konnte, fuhr damit gut. Für Singles, Paare und Gutverdiener galt das nicht.

Vergleich Riester-Rente und Altersvorsorgedepot über vier Sparergenerationen

✨ Kostenlos & unverbindlich finanzen.net zero

Jetzt für das Altersvorsorge-Depot anmelden und die volle Förderprämie sichern.

Trag dich ein und wir informieren dich, sobald das Altersvorsorgedepot bei unserem Broker finanzen.net ZERO startet. Damit verpasst du keinen Monat wertvolle Prämie.

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden.
Deine Anmeldung war erfolgreich! Wir melden uns bei dir.

🔒 Kein Spam · Jederzeit abmeldbar · Deine Daten sind sicher

Fazit

Die Riester-Rente war gut gemeint. Die Beitragsgarantie, die Anleger schützen sollte, hat den Großteil der Rendite gekostet, die Produktkosten den Rest. Das Altersvorsorgedepot korrigiert beides.

Was es nicht wesentlich verbessert, ist die Förderung. Über 25 Jahre liegt sie in unserer Rechnung um 1.505 Euro höher als bei Riester. Wer ab 2027 vergleicht, sollte deshalb nicht auf die Zulage schauen, sondern auf zwei andere Zahlen: die Effektivkosten und die Aktienquote. Dort entscheidet sich, was am Ende im Depot steht.

Annahmen im Überblick: ledig, keine Kinder, 100 Euro Eigenbeitrag im Monat, Einzahlung jeweils zum Jahresende, Laufzeit bis einschließlich 2026. Riester: 175 Euro Grundzulage, 2,5 Prozent Rendite nach Kosten (7,2 Prozent abzüglich 3,0 Prozentpunkten für die Beitragsgarantie und 1,7 Prozent Produktkosten), Sonderausgabenabzug bis 2.100 Euro. Altersvorsorgedepot: 390 Euro Grundzulage, 6,2 Prozent Rendite nach Kosten (7,2 Prozent abzüglich 1,0 Prozent Gesamtkosten aus 0,2 Prozent Fondskosten und 0,8 Prozent Produktkosten), Sonderausgabenabzug bis 1.800 Euro zuzüglich Zulageanspruch. Grenzsteuersatz 28 Prozent. Ausgangsrendite 7,2 Prozent entsprechend der durchschnittlichen Wertentwicklung des MSCI World seit 1972. Alle Werte vor Besteuerung der Auszahlung. Steuererstattungen sind gesondert ausgewiesen und in den Depotwerten nicht enthalten.

© finanzen.net. Die Übernahme von Texten, Grafiken und Inhalten aus diesem Artikel ist gestattet, sofern ein aktiver Link auf
finanzen.net/ratgeber/vorsorge/altersvorsorgedepot als Quelle gesetzt wird.

Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen berücksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgfältig geprüft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.

1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH.