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Riester-Vertrag kündigen? Warum das über 10.000 Euro kostet

10.160 Euro weg, in einem einzigen Moment. So viel verliert eine Riester-Sparerin in unserem Rechenbeispiel, weil sie ihren Vertrag kündigt statt ihn stillzulegen. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots 2027 stellt sich diese Frage für viele Sparer neu. Die Antwort bleibt dieselbe: nicht kündigen. Es gibt vier bessere Wege.

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Was bei einer Kündigung passiert

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine schädliche Verwendung aus. Drei Dinge passieren dann gleichzeitig.

Die Zulagen sind zurückzuzahlen. Alle Grund- und Kinderzulagen, die du je erhalten hast, gehen an die Zulagenstelle zurück.

Der Steuervorteil ist zurückzuzahlen. Betroffen ist der Teil, den das Finanzamt über die Günstigerprüfung gesondert festgestellt hat, also die Steuerersparnis, die über die Zulagen hinausging.

Die Erträge sind zu versteuern. Kursgewinne und Zinsen, die der Vertrag erwirtschaftet hat, zählen als sonstige Einkünfte und werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz belastet, nicht mit der günstigeren Abgeltungsteuer.

Dazu kommen mögliche Stornokosten des Anbieters. Besonders bei Verträgen mit hohen Abschlusskosten in den ersten Jahren bleibt vom eingezahlten Geld dann wenig übrig.

💡 Gut zu wissen

Wenn das Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 startet, werden hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen. Die Folge: überlastete Systeme, lange Wartezeiten bei der Identitätsprüfung, verzögerte Freischaltungen. Und jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung – denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.

Rechenbeispiel: was eine Kündigung wirklich kostet

Maria, 45, hat seit 2012 einen Riester-Fondssparplan und ein Kind. Sie zahlt 1.125 Euro im Jahr ein und erhält 475 Euro Zulagen, also 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro Kinderzulage. Über die Günstigerprüfung kamen in 14 Jahren rund 2.100 Euro zusätzlicher Steuervorteil zusammen. Ihr Guthaben liegt heute bei 26.100 Euro.

KündigungStilllegen
Guthaben26.100 €26.100 € (bleibt investiert)
Rückzahlung Zulagen– 6.650 €0 €
Rückzahlung Steuervorteil– 2.100 €0 €
Steuer auf die Erträge– 1.110 €0 €
Stornokosten– 300 €0 €
Was übrig bleibt15.940 €26.100 €

Annahmen: 14 Beitragsjahre, 1.125 Euro Eigenbeitrag im Jahr, ein kindergeldberechtigtes Kind, 2,0 Prozent Rendite nach Kosten, 30 Prozent persönlicher Grenzsteuersatz auf die Erträge von 3.700 Euro, 300 Euro Stornokosten.

Maria verliert durch die Kündigung 10.160 Euro, also 39 Prozent ihres Guthabens.

Warum der Rückstand nie wieder aufgeholt wird

Der entscheidende Punkt kommt danach. Nach der Kündigung hat Maria 15.940 Euro statt 26.100 Euro. Legt sie das Geld an, startet sie mit 61 Prozent des Kapitals.

Dieser Rückstand bleibt bestehen, egal welche Rendite man unterstellt. Bei gleicher Verzinsung liegt der stillgelegte Vertrag in jedem einzelnen Jahr um 64 Prozent vorn. Nach zehn Jahren, nach zwanzig, nach dreißig. Der Abstand wächst sogar in absoluten Zahlen, weil er sich mitverzinst.

Aufholen könnte Maria nur, wenn das gekündigte Geld dauerhaft deutlich höher rentiert als der alte Vertrag. Genau dafür gibt es aber ab 2027 einen Weg, der ohne den Verlust von 10.160 Euro auskommt: die Übertragung ins Altersvorsorgedepot.

Vier Alternativen, die besser sind

Vertrag stilllegen. Keine weiteren Einzahlungen, das Guthaben bleibt investiert, die bisherigen Zulagen bleiben erhalten. Sinnvoll, wenn der Vertrag schon länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.

Beim selben Anbieter in die neue Fördersystematik wechseln. Du behältst den Vertrag und bekommst künftig die beitragsproportionale Zulage von bis zu 540 Euro statt der festen 175 Euro. Die Konditionen bleiben sonst unverändert. Der einfachste Weg, wenn dein Vertrag günstig ist. Voraussetzung ist, dass dein Anbieter das anbietet.

Guthaben ins Altersvorsorgedepot übertragen. Das gesamte Kapital wandert zu einem neuen Anbieter, Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, nichts wird zurückgefordert. Besonders attraktiv für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig hatten und nun von niedrigeren Kosten und voller Aktienquote profitieren.

Zu den Kosten: Liegt der Vertragsschluss weniger als fünf Jahre zurück, darf der abgebende Anbieter bis zu 150 Euro berechnen, danach muss er kostenfrei übertragen. Unabhängig davon darf der aufnehmende Anbieter eine einmalige Verwaltungspauschale von höchstens 150 Euro verlangen.

Vertrag unverändert weiterlaufen lassen. Die alte Förderung mit festen 175 Euro Grundzulage und Kinderzulagen bis 300 Euro gilt für Bestandsverträge weiter. Der Vorteil des alten Systems ist allerdings geschrumpft, weil die volle Kinderzulage im Altersvorsorgedepot schon ab 25 Euro Eigenbeitrag im Monat erreicht wird. Behalten lohnt sich vor allem noch bei sehr kleinen Eigenbeiträgen und mehreren Kindern sowie bei Altverträgen aus den Jahren 2002 bis 2004, in denen ein Garantiezins von 3,25 Prozent steht. Wann das alte System besser abschneidet, zeigen wir mit konkreten Vergleichen im Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

⚠️ Wichtig

Wenn du den Altvertrag behalten und daneben ein Altersvorsorgedepot besparen willst: Mit dem Abschluss eines neuen Altersvorsorgevertrags endet der Bestandsschutz des Altvertrags. Kläre vorher mit deinem Anbieter, was das für deinen Fall bedeutet.

Wann Stilllegen nicht die beste Lösung ist

Ein ruhender Vertrag ist nicht kostenlos. Die Verwaltungskosten laufen weiter, bei Versicherungen oft als fester Mindestbetrag pro Jahr. Bei kleinen Guthaben können diese Kosten den Wert über die Jahre spürbar aufzehren, während keine neuen Zulagen mehr hinzukommen.

In diesen Fällen ist die Übertragung ins Altersvorsorgedepot der bessere Weg als das Stilllegen. Sie kostet einmalig höchstens 150 Euro und beendet die laufende Belastung. Sieh deshalb in der jährlichen Kosteninformation nach, was der Vertrag im Ruhezustand kostet, bevor du dich für das Stilllegen entscheidest.

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Fazit

Eine Kündigung ist in den allermeisten Fällen die teuerste Variante. Der Verlust ist sofort und sicher, während der Vorteil des frei verfügbaren Geldes erst über Jahrzehnte und nur bei deutlich höherer Rendite entstehen könnte. Wer mit seinem Vertrag unzufrieden ist, hat ab 2027 drei Wege, die alle ohne Rückzahlung auskommen. Alle Optionen für Riester-Sparer und wie das Altersvorsorgedepot funktioniert, erklären wir im Ratgeber.

Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen berücksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgfältig geprüft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.

1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH.