{"id":31364,"date":"2025-10-24T14:26:56","date_gmt":"2025-10-24T12:26:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/?p=31364"},"modified":"2026-05-04T16:56:19","modified_gmt":"2026-05-04T14:56:19","slug":"warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-und-nicht-mit-tesla-oder-apple","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/etf\/grundlagen-einstieg\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-und-nicht-mit-tesla-oder-apple\/net\/","title":{"rendered":"Warum dein erstes Depot mit ETFs starten sollte \u2013 und nicht mit Tesla oder Apple"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"container container--narrow\">\n    <div class=\"header\">\n                    <div class=\"header__image\">\n                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1792\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte.jpg 1792w, https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-1024x585.jpg 1024w, https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-768x439.jpg 768w, https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/warum-dein-erstes-depot-mit-etfs-starten-sollte-1536x878.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1792px) 100vw, 1792px\" \/>                            <\/div>\n                <div class=\"header__text\">\n                            <div class=\"headline headline--preline headline--h4 header__preline\">\n                                     <\/div>\n                                        <h1 class=\"headline headline--h1 header__headline headline--has-preline\">\n                    Warum dein erstes Depot mit ETFs starten sollte \u2013 und nicht mit Tesla oder Apple                <\/h1>\n                        <div class=\"header__excerpt flow-content\">\n                                    <p>Der Reiz ist verst\u00e4ndlich: Tesla mit seinen spektakul\u00e4ren Kursspr\u00fcngen, Apple als vermeintlich sichere Bank, Amazon als Wachstumsgarant. Doch die Statistik ist ern\u00fcchternd: Rund 90 % der Privatanleger, die auf Einzelaktien setzen, erzielen langfristig schlechtere Renditen als der breite Markt. ETFs (Exchange Traded Funds) bieten einen von Grund auf \u00fcberlegenen Einstieg \u2013 aus mathematischen wie psychologischen Gr\u00fcnden.<\/p>\n                            <\/div>\n            <div class=\"header__footer\">\n                <span class=\"header__meta\">\n                    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"header__author-image\"\n                         src=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Roland_Kuse-1-150x150.jpg\"\n                         width=\"58\"\n                         height=\"58\"\n                         alt=\"\">\n                    <span class=\"header__meta-info\">\n                        <span class=\"header__author-name\">\n                            von <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/author\/roland-kruse\/\" rel=\"author\" class=\"link link--no-underline\">Roland Kuse<\/a>                        <\/span>\n                        <span class=\"header__date\">\n                            <span class=\"hide-on-smartphone\">Aktualisiert am<\/span>\n                            <time datetime=\"2026-05-04 16:56\"\n                                  title=\"Aktualisiert am 04.05.2026\">\n                                04.05.26                            <\/time>\n                        <\/span>\n                    <\/span>\n                <\/span>\n\n                                    <div class=\"header__buttons\">\n                                                    <a class=\"fnet-button fnet-button--small\"\n                                                                  style=\"--button-background:#5396fc;--button-hover-background:#5396fc;\"\n                                                              href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/rechner-vergleiche\/etf-rechner\/\"\n                               target=\"\">\n                                zum Sparplanrechner                            <\/a>\n                                            <\/div>\n                            <\/div>\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"container container--narrow\" >\n    <div class=\"text\">\n        <div class=\"text__inner flow-content\">\n                            <h2><b>Was ETFs von Einzelaktien unterscheidet<\/b><\/h2>\n<p>Ein <b>ETF<\/b> (Exchange Traded Fund) ist ein b\u00f6rsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Aktienindex abbildet. W\u00e4hrend du mit einer Einzelaktie auf den Erfolg eines einzigen Unternehmens setzt, investierst du mit einem ETF gleichzeitig in Hunderte oder Tausende Unternehmen. Ein MSCI World ETF beispielsweise umfasst \u00fcber 1.600 Aktien aus 23 Industriel\u00e4ndern \u2013 mit einer einzigen Transaktion.<\/p>\n<p>Der Unterschied ist nicht graduell, sondern fundamental: Bei einer Einzelaktie tr\u00e4gst du das <b>Einzelwertrisiko<\/b> vollst\u00e4ndig selbst. Bei einem ETF wird dieses Risiko durch breite Streuung nahezu eliminiert.<\/p>\n<h2><b>Drei strukturelle Vorteile, die den Unterschied machen<\/b><\/h2>\n<h3><b>Risikoreduktion durch mathematische Streuung<\/b><\/h3>\n<p>Das zentrale Argument f\u00fcr ETFs liegt in der <b>Diversifikation<\/b>. Eine Studie von Hendrik Bessembinder (Arizona State University) zeigt: Von allen US-Aktien zwischen 1926 und 2016 generierten lediglich 4 % die gesamte \u00dcberrendite des Marktes. 96 % aller Titel erzielten langfristig nicht mehr als risikofreie Staatsanleihen.<\/p>\n<p>Mit Einzelaktien stehst du vor einem Wahrscheinlichkeitsproblem: Die Chance, einen der wenigen strukturellen Gewinner zu identifizieren, ist gering \u2013 selbst f\u00fcr professionelle Fondsmanager. Von den 500 gr\u00f6\u00dften US-Unternehmen im Jahr 1990 sind heute weniger als die H\u00e4lfte noch im S&amp;P 500 vertreten. Kodak, Sears, General Electric \u2013 einst Blue Chips, heute gefallen oder marginalisiert.<\/p>\n<p>Ein globaler ETF hingegen enth\u00e4lt automatisch die Gewinner: Unternehmen mit steigender Marktkapitalisierung werden h\u00f6her gewichtet, schrumpfende Firmen fallen heraus oder werden kleiner gewichtet. Du musst nicht prophezeien, wer die n\u00e4chsten Jahrzehnte dominiert \u2013 der Index tut es f\u00fcr dich.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die <b>Sonderverm\u00f6gen-Eigenschaft<\/b>: ETF-Anteile sind rechtlich vom Verm\u00f6gen der Fondsgesellschaft getrennt. Sollte der Anbieter insolvent werden, bleibt dein Kapital gesch\u00fctzt und wird auf einen anderen Anbieter \u00fcbertragen. Dieses Schutzniveau existiert bei Einzelaktien nicht \u2013 geht das Unternehmen unter, ist dein Investment verloren.<\/p>\n<h3><b>Minimaler Aufwand, maximale Effizienz<\/b><\/h3>\n<p>Einzelaktien zu analysieren erfordert Kompetenz und Zeit. Eine fundierte Bewertung umfasst Gesch\u00e4ftsmodellanalyse, Wettbewerbspositionierung, Bilanzpr\u00fcfung, Managementqualit\u00e4t und makro\u00f6konomische Einbettung. Professionelle Analysten arbeiten Vollzeit daran \u2013 und scheitern dennoch h\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Der <b>Cost-Average-Effekt<\/b> bei ETF-Sparpl\u00e4nen reduziert zudem das Timing-Risiko: Durch regelm\u00e4\u00dfige Investitionen kaufst du automatisch mehr Anteile bei niedrigen Kursen und weniger bei hohen. Du eliminierst die Notwendigkeit, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden \u2013 ein Unterfangen, das selbst institutionelle Investoren nicht konsistent gelingt.<\/p>\n<p>Ein MSCI World ETF bildet die Weltwirtschaft ab. Diese Investmentthese ist einfach: Die globale Wirtschaft w\u00e4chst langfristig. Du ben\u00f6tigst keine Quartalsberichte zu lesen, keine Managementwechsel zu bewerten, keine Produktpipelines zu analysieren.<\/p>\n<h3><b>Kosteneffizienz als Renditetreiber<\/b><\/h3>\n<p>Die <b>TER<\/b> (Total Expense Ratio) gibt die j\u00e4hrlichen Gesamtkosten eines ETFs an. Bei global diversifizierten ETFs liegt sie typischerweise zwischen 0,12 % und 0,20 %. Aktiv gemanagte Fonds verlangen oft 1,5 % bis 2,0 % \u2013 plus Ausgabeaufschl\u00e4ge von bis zu 5 %.<\/p>\n<p>Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Langzeitwirkung: Bei einem Startkapital von 10.000 Euro und einer j\u00e4hrlichen Bruttorendite von 7 % \u00fcber drei\u00dfig Jahre ergibt sich bei einer TER von 0,2 % ein Endkapital von rund 72.000 Euro. Bei einer TER von 2,0 % schrumpft es auf 43.000 Euro. Die Kostendifferenz von 1,8 Prozentpunkten kostet dich \u00fcber 40 % deines potenziellen Verm\u00f6gens.<\/p>\n<p>Willst du durch Einzelk\u00e4ufe eine vergleichbare Streuung wie ein MSCI World ETF erreichen, br\u00e4uchtest du mehrere Hundert Transaktionen. Bei durchschnittlichen Ordergeb\u00fchren von zehn Euro pro Trade entst\u00fcnden allein f\u00fcr den Depotaufbau mehrere Tausend Euro an Kosten.<\/p>\n<!-- Shortcode [empfehlung_der_redaktion_zero_trade-republic_oskar_kombiniert_short] does not exist -->\n<h2><b>Die psychologischen Stolpersteine bei Einzelaktien<\/b><\/h2>\n<p>Selbst rational denkende Anleger unterliegen systematischen Denkfehlern. Der <b>Overconfidence Bias<\/b> l\u00e4sst dich deine F\u00e4higkeit \u00fcbersch\u00e4tzen, unterbewertete Aktien zu identifizieren. Eine Studie von Barber und Odean (2000) zeigt: Privatanleger, die h\u00e4ufig handeln, erzielen durchschnittlich 6,5 Prozentpunkte weniger Rendite pro Jahr als der Markt.<\/p>\n<p>Der <b>Confirmation Bias<\/b> verst\u00e4rkt diesen Effekt: Du nimmst selektiv Informationen wahr, die deine Kaufentscheidung best\u00e4tigen, und filterst widerspr\u00fcchliche Signale heraus. Tesla-Investoren interpretieren Produktionsprobleme als \u201eAnlaufschwierigkeiten&#8220;, w\u00e4hrend sie bei Konkurrenten als Managementversagen gelten w\u00fcrden.<\/p>\n<p><b>Loss Aversion<\/b> \u2013 die psychologische Tatsache, dass Verluste etwa doppelt so stark schmerzen wie Gewinne erfreuen \u2013 f\u00fchrt zu Panikverk\u00e4ufen in Korrekturen. Genau dann, wenn antizyklisches Handeln rational w\u00e4re, verkaufst du aus Angst.<\/p>\n<p>ETFs reduzieren diese Fehlerquellen systematisch: Du kannst nicht einzelne Positionen emotional \u00fcberbewerten, keine selektiven Narrative konstruieren und bist weniger versucht, in Krisen zu handeln, weil du nicht t\u00e4glich einzelne Unternehmensnachrichten verfolgst.<\/p>\n<h2><b>Der praktische Einstieg: in drei Schritten zum ersten ETF-Depot<\/b><\/h2>\n<h3><b>Schritt 1: Broker-Auswahl nach objektiven Kriterien<\/b><\/h3>\n<p>Die Wahl der Depotbank beeinflusst deine langfristige Kostenstruktur erheblich. Relevante Vergleichskriterien sind:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Sparplanf\u00e4higkeit und Geb\u00fchren:<\/b> Viele Anbieter bieten kostenlose ETF-Sparpl\u00e4ne f\u00fcr bestimmte ETFs an, w\u00e4hrend andere ein bis zwei Prozent pro Ausf\u00fchrung verlangen.<\/li>\n<li><b>Orderkosten:<\/b> F\u00fcr einmalige K\u00e4ufe variieren die Geb\u00fchren zwischen null Euro (bei Neobrokern wie finanzen.net ZERO, Trade Republic oder Scalable Capital) und zehn bis f\u00fcnfzehn Euro bei klassischen Filialbanken.<\/li>\n<li><b>Regulierung und Sicherheit:<\/b> Eine BaFin-Lizenz und Mitgliedschaft in der Einlagensicherung sind Mindeststandards.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/broker\/produkte-vergleiche\/neobroker-vergleich\/\" data-ilm-light=\"50\" title=\"Neobroker Vergleich\">Neobroker<\/a> punkten mit Benutzerfreundlichkeit und niedrigen Kosten, bieten aber oft ein eingeschr\u00e4nkteres ETF-Universum. Direktbanken wie ING oder DKB haben h\u00f6here Geb\u00fchren, aber breitere Produktpaletten und etabliertere Prozesse.<\/p>\n<h3><b>Schritt 2: die Basis-Allokation definieren<\/b><\/h3>\n<p>F\u00fcr den Einstieg bieten sich global diversifizierte ETFs an. Die g\u00e4ngigsten Indizes sind:<\/p>\n<ul>\n<li><b>MSCI World:<\/b> Rund 1.600 Aktien aus 23 Industriel\u00e4ndern, Schwerpunkt USA (ca. 70 %). Schwellenl\u00e4nder fehlen.<\/li>\n<li><b>FTSE All-World:<\/b> \u00dcber 4.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenl\u00e4ndern, Emerging Markets mit rund 10 % Gewichtung.<\/li>\n<li><b>MSCI ACWI:<\/b> \u00c4hnlich dem FTSE All-World, etwas andere L\u00e4ndergewichtung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein h\u00e4ufig diskutiertes Modell ist das <b>70\/30-Portfolio<\/b>: 70 % MSCI World, 30 % MSCI Emerging Markets. Damit erh\u00f6hst du die Gewichtung von Schwellenl\u00e4ndern gegen\u00fcber ihrer nat\u00fcrlichen Marktkapitalisierung. Ein FTSE All-World ETF bildet diese Allokation n\u00e4herungsweise mit einem einzigen Produkt ab.<\/p>\n<p>Die Entscheidung zwischen <b>thesaurierenden<\/b> und <b>aussch\u00fcttenden<\/b> ETFs h\u00e4ngt von deiner Zielsetzung ab: Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und profitieren st\u00e4rker vom Zinseszinseffekt. Aussch\u00fcttende ETFs zahlen Ertr\u00e4ge aus \u2013 relevant, wenn du regelm\u00e4\u00dfige Cashflows ben\u00f6tigst.<\/p>\n<p>Die <b>Replikationsmethode<\/b> \u2013 physisch (der ETF kauft die Aktien tats\u00e4chlich) versus synthetisch (\u00fcber Swap-Gesch\u00e4fte) \u2013 hat praktisch geringe Auswirkungen. Physische Replikation gilt als transparenter, synthetische ETFs k\u00f6nnen bei exotischen M\u00e4rkten kosteng\u00fcnstiger sein. F\u00fcr Standardindizes ist die physische Variante \u00fcblich.<\/p>\n<p>Achte auf eine <b>Fondsgr\u00f6\u00dfe<\/b> von mindestens 100 Millionen Euro. Zu kleine ETFs k\u00f6nnten geschlossen und mit anderen verschmolzen werden \u2013 ein administrativer Aufwand, der vermeidbar ist.<\/p>\n<h3><b>Schritt 3: Sparplan etablieren und Disziplin sichern<\/b><\/h3>\n<p>Vor dem ersten Investment sollte ein <b>Notgroschen<\/b> von drei bis sechs Monatsgeh\u00e4ltern auf einem Tagesgeldkonto liegen. Nur Kapital, das du mindestens zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre nicht ben\u00f6tigst, sollte in Aktien-ETFs flie\u00dfen. Dieser Zeithorizont ist n\u00f6tig, um B\u00f6rsenkrisen auszusitzen \u2013 historisch wurden alle Crashs nach durchschnittlich drei bis f\u00fcnf Jahren ausgeglichen.<\/p>\n<p>Die Sparrate sollte realistisch und nachhaltig sein. Beginne mit einem Betrag, der dein Budget nicht belastet \u2013 viele Broker erm\u00f6glichen Sparpl\u00e4ne ab einem Euro. Entscheidender als die H\u00f6he ist die Kontinuit\u00e4t. Bei Gehaltserh\u00f6hungen oder Boni kannst du die Rate dynamisch anpassen.<\/p>\n<p>Monatliche Ausf\u00fchrung ist der Standard, viertelj\u00e4hrliche Sparpl\u00e4ne reduzieren bei einigen Anbietern die Transaktionskosten leicht. Der Unterschied ist marginal \u2013 wichtiger ist, dass der Prozess automatisiert l\u00e4uft und du nicht aktiv entscheiden musst.<\/p>\n<h2><b>Wann Einzelaktien eine Rolle spielen k\u00f6nnen<\/b><\/h2>\n<p>ETFs sollten die Basis bilden, nicht das gesamte Portfolio zwingend ausf\u00fcllen. Die <b>Core-Satellite-Strategie<\/b> kombiniert eine stabile ETF-Basis (Core) mit gezielten Einzelpositionen (Satellite). Voraussetzung: Du hast mehrere Jahre ETF-Erfahrung, verstehst Bilanzanalyse und kannst emotionale Entscheidungen kontrollieren.<\/p>\n<p>Marktbeobachter empfehlen typischerweise eine Satellite-Quote von maximal zehn bis zwanzig Prozent des Gesamtdepots. So bleibt das strukturelle Risiko begrenzt, w\u00e4hrend du gezielt \u00dcberzeugungen umsetzen kannst.<\/p>\n<p>Als Mittelweg zwischen Einzelaktien und breiten ETFs existieren <b>Themen-ETFs<\/b> oder <b>Sektor-ETFs<\/b> \u2013 etwa auf K\u00fcnstliche Intelligenz, Erneuerbare Energien oder Healthcare. Sie bieten Fokussierung ohne Einzelwertrisiko, haben aber oft h\u00f6here Kosten und Volatilit\u00e4t als globale Standardindizes.<\/p>\n<h2><b>H\u00e4ufige Einw\u00e4nde \u2013 und ihre empirische Widerlegung<\/b><\/h2>\n<h3><b>\u201eETFs sind langweilig \u2013 ich will schnelle Gewinne&#8220;<\/b><\/h3>\n<p>Die Datenlage ist eindeutig: Eine Studie der Behavioral Finance-Forscher Barber, Lee, Liu und Odean (2009) untersuchte 360.000 Privatanleger in Taiwan \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahre. Ergebnis: Nur 1 % erzielte nach Kosten dauerhaft \u00dcberrenditen durch <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/trading\/grundlagen-einstieg\/trading-lernen\/\" data-ilm-light=\"68\" title=\"Trading lernen\">Trading<\/a>. 99 % w\u00e4ren mit passivem Investieren besser gefahren.<\/p>\n<p>Verm\u00f6gensaufbau und Spekulation sind unterschiedliche Ziele mit unterschiedlichen Methoden. ETFs eignen sich f\u00fcr ersteres \u2013 wer kurzfristige Adrenalinsch\u00fcbe sucht, betreibt keine <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/ratgeber\/trading\/grundlagen-einstieg\/geldanlage\/\" data-ilm-light=\"32\" title=\"Geldanlage\">Geldanlage<\/a>, sondern Unterhaltung.<\/p>\n<h3><b>\u201eIch verpasse die gro\u00dfen Gewinner wie Amazon oder Tesla&#8220;<\/b><\/h3>\n<p>Der <b>Survivorship Bias<\/b> verzerrt die Wahrnehmung: Du siehst die erfolgreichen Tech-Giganten, nicht die Hunderte gescheiterten Startups. Auf jeden Amazon kommen Dutzende Wirecard, Enron oder Steinhoff.<\/p>\n<p>ETFs enthalten die Gewinner automatisch: Amazon macht heute rund 3 % des MSCI World aus \u2013 du h\u00e4ttest also von Beginn an partizipiert, ohne das Risiko eingehen zu m\u00fcssen, auf das falsche E-Commerce-Startup zu setzen. Tesla wurde 2020 in den S&amp;P 500 aufgenommen \u2013 jeder S&amp;P-500-ETF enthielt es ab diesem Zeitpunkt automatisch.<\/p>\n<h3><b>\u201eETFs k\u00f6nnen auch crashen \u2013 warum nicht auf die n\u00e4chste Krise warten?&#8220;<\/b><\/h3>\n<p>Korrekt: ETFs sind volatil und k\u00f6nnen drei\u00dfig bis f\u00fcnfzig Prozent an Wert verlieren \u2013 der entscheidende Unterschied zur Einzelaktie ist die fehlende Totalverlustgefahr. Der S&amp;P 500 hat seit 1926 jede Krise \u00fcberwunden und neue H\u00f6chstst\u00e4nde erreicht. Die durchschnittliche j\u00e4hrliche Rendite lag bei rund 10 % \u2013 trotz Weltwirtschaftskrise, Weltkriegen, \u00d6lkrisen und Finanzkrisen.<\/p>\n<p>Das Problem beim \u201eWarten auf die Krise&#8220;: Niemand kann konsistent Tiefpunkte vorhersagen. Eine Studie von JP Morgan Asset Management zeigt: Wer zwischen 2000 und 2020 die zehn besten Handelstage verpasste, halbierte seine Gesamtrendite. Diese besten Tage fielen oft in Krisenphasen \u2013 genau dann, wenn Anleger am Seitenrand standen.<\/p>\n<h2><b>Fazit: der strukturelle Vorteil liegt auf der Seite der ETFs<\/b><\/h2>\n<p>ETFs kombinieren drei entscheidende Vorteile f\u00fcr langfristigen Verm\u00f6gensaufbau: Sie minimieren das Risiko durch breite Streuung, reduzieren den Zeitaufwand auf ein Minimum und halten die Kosten strukturell niedrig. Diese Faktoren wirken nicht additiv, sondern multiplikativ \u00fcber Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Der wichtigste Hebel beim Investieren ist nicht die Auswahl einzelner Gewinner, sondern Zeit. Ein monatlicher Sparplan von 200 Euro bei durchschnittlich 7 % j\u00e4hrlicher Rendite ergibt nach drei\u00dfig Jahren rund 245.000 Euro \u2013 davon sind 173.000 Euro Zinseszinseffekt, nicht eingezahltes Kapital. Jedes Jahr, das du wartest, kostet dich diesen Effekt.<\/p>\n<p>Die zentrale Erkenntnis: Du musst die Zukunft nicht vorhersagen, um erfolgreich zu investieren. Du musst nur am Wachstum der globalen Wirtschaft teilhaben \u2013 und genau das erm\u00f6glichen ETFs mit minimalem Aufwand und Risiko.<\/p>\n                    <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"container container--narrow\">\n    <\/div>\n\n\n<div class=\"container container--narrow\" >\n    <div class=\"disclaimer flow-content\">\n                    <small>\n                <p style=\"font-size: 11pt\">Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschlie\u00dflich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gew\u00e4hr auf Vollst\u00e4ndigkeit, Richtigkeit und Aktualit\u00e4t. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen ber\u00fccksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator f\u00fcr zuk\u00fcnftige Wertentwicklungen. Aussagen \u00fcber zuk\u00fcnftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grunds\u00e4tzlich auf Annahmen und Einsch\u00e4tzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen k\u00f6nnen. Wir \u00fcbernehmen keine Haftung f\u00fcr Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.<\/p>\n<p style=\"font-size: 11pt\"><sup>1<\/sup>Hinweis zu ZERO: <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/zero\/?utm_source=finnet-ratgeber&amp;utm_medium=web&amp;utm_term=fnet_017m&amp;utm_campaign=content&amp;utm_content=[current_slug]\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">finanzen.net zero<\/a> ist ein Angebot der <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/zero\/impressum\/?utm_source=finnet-ratgeber&amp;utm_medium=web&amp;utm_term=fnet_017m&amp;utm_campaign=content&amp;utm_content=[current_slug]\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">finanzen.net zero GmbH<\/a>, einer Tochter der <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/impressum\">finanzen.net GmbH<\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-size: 11pt\"><sup>*<\/sup>Hinweis zu Affiliate-Links: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv und unabh\u00e4ngig erstellt, wobei mit Sternchen gekennzeichnete Links zur Finanzierung der kostenlosen Inhalte dienen. 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