Im Vergleich

Investiert man mit Faktor-Zertifikaten, entfällt die lästige lange Suche nach passenden Papieren. Ein Schein mit einem bestimmten Hebel auf einen bestimmten Referenzwert hat beim selben Emittenten immer die gleiche Wertpapierkennnummer. Man muss sich also nicht ständig durch ein schier undurchdringbares Meer von Zertifikaten kämpfen und die verschiedenen Kennwerte verschiedener Scheine miteinander vergleichen, um das passende Zertifikat zu finden.

Dieser Vorteil ergibt sich auch vor allem daraus, dass Faktor-Zertifikate kein Laufzeitende besitzen und auch nicht plötzlich ausgeknockt werden und aus dem Handel verschwinden können. Im Gegensatz zu anderen Hebelprodukten haben Faktor-Zertifikate keine begrenzte Laufzeit und besitzen auch keine Knock-Out-Schwelle, bei deren Erreichen sie wertlos verfallen. Stattdessen besitzen Faktor-Zertifikate eine Anpassungsschwelle, die bei einem bestimmten Tagesverlust ausgelöst wird. Sie ist daher aber auch nicht mit der Stop-Loss-Schwelle anderer Hebelprodukte zu vergleichen, da auch nach dem Erreichen der Anpassungsschwelle weitere Verluste eintreten können.

Der wichtigste Unterschied zwischen Faktor-Zertifikaten und anderen Hebelzertifikaten ist aber der konstante Hebel. Während Faktor-Zertifikate die Entwicklung des Referenzwertes mit einem konstanten Hebel abbilden, bilden andere Hebelprodukte die Kursentwicklung des Referenzwertes mit einem sich verändernden Hebel ab.

Während bei einem Faktor-Zertifikat der Hebel nun konstant bleibt, also auch die Wertentwicklung des Referenzwertes am nächsten Tag zweifach gehebelt wird, ändert sich die Hebelwirkung bei anderen Hebelprodukten. Während sich der Hebel beim Faktor-Zertifikat also nicht ändert, nimmt die Hebelwirkung bei bestimmten anderen Hebelprodukten ab und zwar wenn sich der Referenzwert, und damit auch der Schein, in die gewünschte Richtung entwickelt. Würde die Kursentwicklung negativ ausfallen, würde sich die Hebelwirkung hingegen verstärken.

Daraus ergibt sich auch gleich eine weitere Eigenschaft der Faktor-Zertifikate: Auch wenn sich der Kurs des Referenzwertes anders entwickelt als erwartet, bleibt der Hebel konstant. Es kommt zwar auch hier zu Verlusten, allerdings werden diese durch die Berechnungsweise des Faktor-Zertifikats tendenziell abgeschwächt, da der prozentuale Rückgang jeden Tag von einem geringeren Bewertungskurs aus berechnet wird und daher absolut gesehen kleiner ausfällt.

Aufgrund dieser Konstruktion mit dem konstanten Hebel fällt es weniger ins Gewicht, dass die verfügbaren Hebel bei Faktor-Zertifikaten kleiner sind als bei anderen Hebelprodukten. Meistens liegen sie sogar nur im einstelligen Bereich während andere Hebelprodukte mit Hebeln von 100 oder mehr aufwarten können. Diese Hebel verändern sich aber mit der Zeit und sinken, wenn sich der Referenzwert in die erwartete Richtung bewegt. Bei Faktor-Zertifikaten gibt es eine solche Verwässerung des Hebels jedoch nicht.

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