Die wichtigsten Indizes

Seitdem Rohstoffinvestments nicht mehr nur Profiinvestoren vorbehalten sind, wurden die unterschiedlichsten Indizes geschaffen. Dabei fällt es zunehmend schwerer, einen Überblick über die komplette Indexwelt zu behalten. Dennoch sollten Anleger die vier wichtigsten Rohstoffindizes kennen: den Reuters/ Jefferies CRB Index (RJ/CRB), S&P Goldman Sachs Commodity Index (S&P GSCI), Rogers International Commodities Index (RICI) und den Dow Jones UBS Commodity Index (DJ-UBSCI).

Reuters/ Jefferies CRB Index

Der älteste der vier großen Indizes wurde schon im Jahr 1957 veröffentlicht. Erstellt wurde er vom Commodity Research Bureau (CRB), einem Verlagshaus, welches sich auf die Analyse der Terminmärkte spezialisierte. Die Entwicklung des Index findet auch unter Volkswirtschaftlern große Beachtung und nicht nur an den Rohstoffmärkten. Er gilt unteranderem als Frühindikator für die Entwicklung der Zinsen oder die Inflation. Doch das Image des Frühindikators leidet in den letzten Jahren zunehmend, da ein immer größerer Teil an Marktteilnehmern die Prognosefähigkeit durch Spekulationen verfälscht. Heutzutage sind Preisverzerrungen sehr viel wahrscheinlicher als früher, so wird eine volkswirtschaftliche Vorhersage auf Grund der Rohstoffpreisentwicklung immer ungenauer und schwieriger.

Im Ursprung bezog sich der Reuters/ Jefferies CRB Index auf 28 Rohstoffe, welche alle mit derselben Gewichtung in die Berechnung des Index einflossen. Seit dem Jahr 2005 bildet der Index nur noch 19 Rohstoffe ab. Diese werden mit kurzlaufenden Rohstofffutures abgebildet und sind in vier Kategorien eingeteilt. Die erste Kategorie beinhaltet die Petroleumarten wie Erdöl, Heizöl und bleifreies Benzin. In der zweiten Kategorie befinden sich sieben hochliquide Rohstoffe wie Gold, Kupfer und Mais. In der vorletzten Einteilung sind die liquiden Rohstoffe vertreten wie Kaffee, Zucker und Baumwolle. Die letzte Kategorie beherbergt diverse andere Rohstoffe wie Orangensaft oder mageres Schwein. Um die Indexgewichtung auf dem ursprünglich fixierten Niveau zu halten, werden jeden Monat übergewichtete Rohstoffe verkauft und untergewichtete dazugekauft.

S&P Goldman Sachs Commodity Index

Im Jahr 1991 kreierte die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs den vielleicht meistgenutzten Rohstoffindex der Welt. Laut der Investmentbank soll der GSCI einen Anteil von rund 70% aller Rohstoff-Index-Gelder auf sich vereinigt haben. Der Grund für die Auflegung des Index war, die hohen Zugangshürden von Rohstoffinvestments für Privatanleger abzubauen. Mit der Berechnung eines Rohstoffindex bietet sich die Möglichkeit eines passiven Investments an. Die Gewichtung der Rohstoffe innerhalb des Index erfolgt entsprechend dem Wert der durchschnittlichen Weltproduktionsmenge innerhalb der letzten fünf Jahre. Im Aktienbereich wird ein Index hingegen meinst nach der Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen gewichtet. Da sich der GSCI auf die durchschnittliche Weltproduktionsmenge bezieht, sind die Energierohstoffe mit rund zwei Dritteln sehr hoch gewichtet. So ist der GSCI kein klassischer Index mit einer breiten Diversifikation, da der Energieanteil überproportional hoch repräsentiert ist. Um genau diesem Problem entgegenzuwirken wurden einige Subindizes geschaffen. Diese Indizes haben eine weniger große Abhängigkeit vom Energiesektor. Der ursprüngliche GSCI hat einen Energieanteil von rund 70%. Die Subindizes haben noch einen Energieanteil von 48%, bei dem Reduced Energy GSCI 31% ,bei dem Light Energy GSCI, 19% bei dem Ultra Light Energy GSCI und 0% bei dem Non Energy GSCI. Mit den unterschiedlichen Gewichtungen soll jeder Anleger einen passenden Index zu seiner persönlichen Markteinschätzung erhalten. Im Jahr 2007 hat die Ratingagentur Standard & Poor´s den Index übernommen, seitdem wird der Index S&P GSCI genannt.

Rogers International Commodities Index

Der Index ist nach seinem eigenen Urheber benannt, Jim Rogers, ein US-amerikanischer Hegefondsmanager und Schriftsteller. Rogers gilt als Rohstoffexperte und besaß schon zu Lebzeiten gewissen Kultstatus. Der Mann, der meist eine Fliege am Hemdkragen trägt, kreierte den Index im Jahr 1998. Der RICI deckt die meistgehandelten Rohstoffe ab und beherbergt teilweise auch sehr exotische Rohstoffe. Keiner der anderen Rohstoffindizes kann mit so einer breiten Streuung für eine höhere Diversifikation sorgen. Zu den 38 enthaltenen Futures zählen Rohstoffe wie zum Beispiel: Sojaöl, Holz, Naturkautschuk, Adzukibohnen und Raps. Die einzelnen Gewichtungen werden einmal im Jahr von einem Komitee, mit der Leitung von Jim Rogers, festgelegt. Einige Experten bemängeln diese recht subjektive Gewichtung des RICI. Nichtsdestotrotz dient der Index einer Schar von Finanzprodukten als Benchmark.

Dow Jones UBS Commodity Index

Der Rohstoffindex startete im Jahr 1998 mit dem Namen Dow Jones-AIG Commodity Index. Anfang des Jahres 2009 erwarb die Schweizer UBS die Rechte an dem Index von der American International Group (AIG). Das Portfolio des Index enthält 19 unterschiedliche Werte, diese setzten sich aus den vier Kategorien Energiestoffe, Edelmetall, Agrarrohstoffe und Industriemetalle zusammen. Jede dieser Kategorien darf höchstens 33% der Gesamtportfolios ausmachen, einzelne Rohstoffe müssen mit mindestens 2% und maximal 15% gewichtet sein. Eine Anpassung des Portfolios wird alljährlich durchgeführt und ist abhängig von der Liquidität und der Handelsvolumen der einzelnen Rohstoff-Futures. Dir Futures die der Index enthält, werden bis auf Aluminium, Nickel und Zink an den amerikanischen Rohstoffbörsen gehandelt.


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