Anlegen im Umfeld steigender Rendite-Aufschläge

Zur Vereinnahmung dieser Renditeaufschläge bieten sich traditionell Anlagen direkt in Unternehmensanleihen an. Allerdings stoßen Privatanleger hier auf Hindernisse: Unternehmensanleihen sind in der Regel nur in sehr großen Stückelungen, meist ab 50.000 Euro, erhältlich. Zudem ist das Angebot sehr limitiert bezüglich der emittierenden Unternehmen und dabei nicht auf die Wünsche der Anleger ausgerichtet, was beispielsweise unterschiedliche Laufzeiten anbetrifft.

Hier können Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen eine attraktive Alternative darstellen. Diese Produkte haben gegenüber Unternehmensanleihen zwei wesentliche Vorteile: Erstens weisen Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen im Vergleich zu klassischen Unternehmensanleihen tendenziell höhere Zinsen auf, da Anleger nicht nur eine Verzinsung für das Ausfallrisiko des Unternehmens, sondern auch das des Emittenten von Bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen erhalten. Zweitens können Anleger Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen bereits in Tranchen ab 10.000 Euro erwerben, während bei vielen Unternehmensanleihen häufig Mindestanlagen von 50.000 Euro oder mehr gefordert werden.

Bonität ist entscheidend

Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen richten sich somit an Anleger, die grundsätzlich einen festen Zinsertrag erzielen möchten und während der Laufzeit der bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen kein Kreditereignis beim Referenzschuldner erwarten.

Ein Kreditereignis in Bezug auf den Referenzschuldner (am Beispiel eines Unternehmens) tritt insbesondere im Falle eines der nachfolgenden Ereignisse ein:

  • Insolvenz: Beinhaltet alle Formen von Insolvenz-, Konkurs-, Liquidations-, Vergleichsverfahren sowie den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung oder von Vollstreckungshandlungen in das Vermögen des Referenzschuldners beispielsweise in Folge der Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen. Neben deutschen Insolvenzverfahren werden auch entsprechende Verfahren in anderen Ländern berücksichtigt.
  • Nichtzahlung auf eigene Verbindlichkeiten: Der Referenzschuldner kann Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern aus Verbindlichkeiten nicht ordnungsgemäß, nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht erfüllen.
  • Restrukturierung einer Verbindlichkeit: Dies beinhaltet in Bezug auf den Referenzschuldner jegliche Form einer Umstrukturierung von Zahlungsverpflichtungen. Erfolgt in der Regel bei einem in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen Schuldner.

Entscheidend für die Höhe der Verzinsung ist entsprechend die Bonität bzw. Kreditwürdigkeit - sowohl des Emittenten der Bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen als auch des Referenzschuldners. Dabei gilt: Je schwächer die jeweiligen Bonitäten, desto höher die möglichen Zinsen - und umgekehrt. Darüber hinaus ist die Laufzeit der bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen ausschlaggebend: Je länger die Laufzeit der Anleihe, desto höher ihr Zinssatz.

Als Orientierung, die Bonität eines Unternehmens oder eines Landes einzuschätzen, können die Einstufungen etablierter Ratingagenturen dienen. Diese Institutionen bewerten regelmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen aller Branchen sowie von Staaten anhand der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die bekanntesten Ratingagenturen sind Standard & Poor‘s, Moody’s und Fitch Ratings.

Sofern kein Kreditereignis beim Referenzschuldner eintritt, sind Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen durch einen 100%-igen Kapitalschutz durch die Emittentin zum Laufzeitende, bezogen auf den Nennbetrag, ausgestattet.

Um das Risiko eines Kreditereignisses für Privatanleger transparent zu machen und frühzeitig zu begrenzen, haben sich diejenigen Emittenten von Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen, die im Deutschen Derivate Verband organisiert sind, einer Selbstverpflichtung unterzogen. Dazu wurden zehn Grundsätze für mehr Transparenz und Anlegerschutz bei der Emission und beim Vertrieb formuliert. Diese Grundsätze beinhalten beispielsweise, dass ausschließlich einfach strukturierte Bonitätsabhängige Schuldverschreibungen mit einem festen Zins emittiert werden. Zudem werden die Referenzschuldner sorgfältig selektiert und nur solche mit hoher Kreditwürdigkeit ("Investment Grade" oder vergleichbare Bewertung) ausgewählt.

Darauf sollten Anleger zudem achten

Tritt ein Kreditereignis ein, entfallen bei der entsprechenden Bonitätsabhängigen Schuldverschreibung unmittelbar alle noch ausstehenden Zinszahlungen und das Papier wird vorzeitig zurückgezahlt. Der Anleger muss mit Verlusten rechnen, denn die Rückzahlung wird dann unter dem Nennbetrag liegen und kann im ungünstigsten Falle Null betragen. Während der Laufzeit können die Kurse der Produkte allerdings aufgrund verschiedener Faktoren - wie die Bonität des Referenzschuldners, die Bonität der Emittentin und/oder die allgemeine Zinsentwicklung - den Wert des Zertifikats nachteilig beeinflussen. Zudem gilt es, das Emittentenrisiko zu beachten. Demzufolge wären insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Emittentin Verluste bis hin zum Totalverlust möglich.

Nähere Informationen zu Bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen der DekaBank erhalten Sie unter www.zertifikate.deka.de oder von den Sparkassen-Ansprechpartnern vor Ort.

Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Die Einschätzung kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Für vollständige Informationen zu Zertifikaten sollten potenzielle Anleger den Wertpapierprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Bedingungen und eventuellen Nachträgen sowie dem aktuellen Basisinformationsblatt bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich ist oder unter www.deka.de heruntergeladen werden kann.

Bildquelle: Deka

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