Was wäre wenn …? Die volkswirtschaftlichen Szenarien von Schroders

Das Team um Chefvolkswirt Keith Wade sowie Azad Zangana und Craig Botham entwirft mögliche Szenarien, in denen die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage in die Zukunft projiziert wird. Was diese Überlegungen im Vergleich zum aktuellen Basisszenario bedeuten und wie sich diese Gedankenspiele in der realen Weltwirtschaft auswirken würden, verbirgt sich hinter den Überschriften in der folgenden Liste.

Inflation: Anstieg der Preise von Waren und Dienstleistungen im Zeitverlauf
Deflation: Geringeres Wirtschaftswachstum, niedrigere Inflation
Stagflation: Geringeres Wirtschaftswachstum, höhere Inflation
Reflation: Höheres Wirtschaftswachstum, höhere Inflation
Produktivitätsschub: Höheres Wirtschaftswachstum, niedrigere Inflation

Basisszenario

Darum geht es

Das Basisszenario ist die Prognose von Schroders für die voraussichtlich eintretende wirtschaftliche Entwicklung.

So sieht das Szenario aus

  • Das globale Wirtschaftswachstum bleibt robust.
  • Wir haben allerdings zum zweiten Mal in Folge unsere Prognose für 2018 von 3,4 % auf 3,3 % und für 2019 von 3,2 % auf 3,0 % nach unten korrigiert.
  • Die signifikantesten Anpassungen haben wir in Europa und Japan vorgenommen, nachdem das Wachstum in der ersten Jahreshälfte enttäuscht hat.
  • Zudem haben wir auch unsere Einschätzung hinsichtlich des Wachstums für die USA und die Schwellenländer geringfügig nach unten korrigiert.
  • Der Grund für unsere schwächere Wachstumseinschätzung liegt darin, dass wir nun davon ausgehen, dass der Handelsstreit zwischen China und den USA längere Zeit andauern und die negativen Auswirkungen ausgeprägter ausfallen werden als bisher gedacht.
  • Unserer Meinung nach wird der Konflikt bis 2019 andauern und weitreichende Zölle auf verschiedene Güter zwischen den beiden Nationen mit sich bringen. Von China erwarten wir ebenfalls direkte Maßnahmen gegen US-Unternehmen, die innerhalb von China operieren.
  • Der globale Handel und die Kapitalausgaben leiden unter diesem Umfeld.
  • Wir haben unsere Inflationsprognose als Resultat steigender Zölle und höherer Ölpreise von 2,4 % auf 2,7 % nach oben angepasst.

Diese Faktoren könnten außerdem wichtig werden

  • Wir rechnen mit zwei weiteren Zinsschritten der US-Notenbank 2018 und zwei im kommenden Jahr, sodass die Federal Funds Rate gegen Mitte 2019 auf 3 % steigt.
  • Die EZB sollte im 4. Quartal ihr Lockerungsprogramm beenden und den Leitzins 2019 zwei Mal anheben.
  • Von Japans Notenbank erwarten wir keine weiteren geldpolitischen Veränderungen über den Prognosezeitraum hinweg, nachdem die Ausrichtung der Geldpolitik zunächst leicht modifiziert wurde.
  • In Großbritannien werden wir 2019 wohl weitere Zinsschritte sehen, wenn es mehr Klarheit über die Ausgestaltung des Brexit gibt.
  • Auf der anderen Seite ist davon auszugehen, dass die niedrigere Preissteigerungsrate und die anhaltenden Liquiditätsbedenken in China dazu führen, dass Chinas Notenbank ihre Geldpolitik eher lockern wird.
  • Von Russland erwarten wir ebenfalls eine lockere Zinspolitik im Jahr 2019.
  • Brasilien wird dahingegen eher Indien folgen und die Geldpolitik straffen.
  • In diesem Umfeld rechnen wir damit, dass der US-Dollar mittelfristig noch weiter aufwerten kann, bevor er dann 2019 an Dynamik verliert.

Auswirkung: -

Eintrittswahrscheinlichkeit des Basisszenarios: 65%

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