Aktienanleihen: Wenn die Börsen auf der Stelle treten

Großbritannien will aus der EU austreten, die weltwirtschaftlichen Signale sind weder richtig gut noch richtig schlecht, die Notenbanken sind in eine abwartende Haltung zurückgekehrt - gestützt durch moderate Inflationsraten und eine geringere konjunkturelle Dynamik. In diesem Marktumfeld wechseln sich Hoffnung und Bangen ab, begleitet von einem Auf und Ab an den Aktienmärkten.

Anleger stellt diese Konstellation vor die Herausforderung, Geldanlagen zu finden, die auch bei seitwärts laufenden oder leicht fallenden Aktienmärkten höhere Renditen abwerfen als Aktien oder klassische Zinsanlagen, sowie ein deutlich geringeres Anlagerisiko aufweisen als die Direktanlage in Aktien. Eine solche Geldanlage können Aktienanleihen sein.

Denn Aktienanleihen richten sich an Anleger, die ihr Geld für einen planbaren Zeitraum anlegen, dabei eine attraktive und feste Verzinsung erzielen und gleichzeitig nicht auf einen Schutz gegen Kursrückgänge des Basiswerts verzichten wollen.

Überschaubarer Anlagezeitraum und attraktive Verzinsung

Ebenso wie herkömmliche Anleihen haben Aktienanleihen eine feste Laufzeit, die meist zwischen 6 und 18 Monaten liegt. In dieser Zeit wird der Nennbetrag der Aktienanleihe, in der Regel 1.000 Euro, fest verzinst. Die Höhe der Verzinsung hängt neben der Marktlage, der Laufzeit und der gewählten Produktvariante vor allem vom Basiswert ab. Basiswerte sind in der Regel einzelne Aktien oder Indizes wie etwa der EURO STOXX 50®. Aber auch ausgewählte Indizes wie der DivDAX®, Sektorindizes wie der STOXX® Europe 600 Automobiles + Parts und der STOXX® Europe 600 Oil + Gas sowie ETFs können als Basiswerte fungieren. Aktuell bieten Aktienanleihen je nach Ausgestaltung eine Verzinsung von etwa 2,00 bis 10,00 Prozent jährlich, zum Teil kann sie aber auch deutlich darüber liegen.

Risikopuffer gegen Kursrückgänge

Für ein erfolgreiches Investment in eine Aktienanleihe sind neben der Wahl eines geeigneten Basiswerts auch weitere wichtige Produkteigenschaften von Bedeutung. Speziell die Höhe der festgelegten Kursschwelle (je nach Ausgestaltung Basispreis oder Barriere), die als Risikopuffer fungiert, ist hier entscheidend. Denn dieses Kursniveau darf vom Basiswert - in der klassischen Variante - am Ende der Laufzeit nicht unterschritten werden, damit neben den Zinsen auch der Nennbetrag der Aktienanleihe vollständig in bar zurückgezahlt wird.

Gelingt es dem Basiswert nicht, am Bewertungstag auf oder über der Kursschwelle zu schließen, erfolgt statt der Nennbetragsrückzahlung die Übertragung einer von vornherein festgelegten Anzahl an Aktien des Basiswerts. Der Anleger wird dabei so gestellt, als wenn er die Aktien zum Basispreis erworben hätte. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die Aktien im Depot zu halten und auf eine Werterholung zu warten. Bei Indizes als Basiswert erfolgt die Rückzahlung in bar.

Über die Wahl der Höhe des Risikopuffers kann der Anleger entsprechend sein Kursrisiko steuern. Aktuell bieten Emittenten wie die DekaBank Aktienanleihen mit Kursschwellen von bis zu 60 Prozent des Startwerts an. Mit der Reduzierung des Kursrisikos geht allerdings auch eine niedrigere Verzinsung der Aktienanleihe im Vergleich zu Produkten mit höheren Kursschwellen einher.

Vielfältige Varianten für unterschiedliche Ansprüche

Emittenten von Aktienanleihen bieten Anlegern die Möglichkeit, nicht nur zwischen unterschiedlichen Basiswerten, Laufzeiten oder unterschiedlich hohen Risikopuffern zu wählen, sondern tragen den verschiedenen Rendite-/Risikoprofilen auch mit diversen Ausgestaltungen, die als Produktvarianten angeboten werden, Rechnung.

So können für tendenziell eher sicherheitsorientierte Anleger DuoRendite Aktienanleihen interessant sein. Hierbei werden zwei Anlageformen in einer Anlagelösung vereint: eine einjährige Festzinsanleihe und die eigentliche Aktienanleihe. Die erste Hälfte des Nennbetrags wird bereits nach einem Jahr zurückgezahlt - unabhängig von der Wertentwicklung des Basiswerts. Beim ersten Zinstermin erhält der Anleger zusätzlich einen festen Zinsbetrag ausbezahlt, der auf den vollen Nennbetrag gerechnet wird. Mit der anderen Hälfte bleibt der Anleger für die verbleibende Restlaufzeit weiterhin in der Aktienanleihe investiert. Diese entspricht ab dem Zeitpunkt der 50%igen Nennbetragsrückzahlung einer herkömmlichen Aktienanleihe. Die festen Zinsbeträge in den verbleibenden Jahren fallen demnach geringer aus, da sie nur noch auf die Hälfte des Nennbetrags gezahlt werden. Die finale Rückzahlung erfolgt dann analog zur klassischen Aktienanleihe.

Darüber hinaus gibt es Varianten wie die Aktienanleihe Pro oder Plus sowie Express-Aktienanleihen, die sich beispielsweise hinsichtlich der Betrachtung des Risikopuffers oder der Berechnung der Rückzahlung unterscheiden. Bei Express-Aktienanleihen ist zudem, wie bei Express-Zertifikaten, eine vorzeitige Rückzahlung möglich.

Diese Risiken müssen Anleger beachten

Bei Aktienanleihen definiert die feste Zinszahlung die maximal erzielbare Rendite. Mehr Ertrag kann die Aktienanleihe nicht einspielen, da der Anleger an einer positiven Entwicklung des Basiswerts nicht teilnimmt.


Bei der Rückzahlung entstehen Verluste, wenn der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts die definierte Kursschwelle unterschreitet. Der Gegenwert der übertragenen Aktien bzw. der Rückzahlungsbetrag ist dann geringer als der Nennbetrag. Ein Totalverlust kann entstehen, wenn die übertragenen Aktien wertlos geworden sind.

Wie bei jeder Schuldverschreibung besteht zudem ein Emittentenrisiko: Gerät der Herausgeber in finanzielle Schwierigkeiten oder wird er zahlungsunfähig, kann die Rückzahlung der Anleihe ganz oder teilweise ausfallen - unabhängig von der Entwicklung des Basiswerts.



Welche Aktienanleihen Anleger auch favorisieren, alle bieten die Möglichkeit, Zeiten der Richtungslosigkeit an den Aktienmärkten sowie des aktuellen Nullzinsumfelds mit attraktiven Renditemöglichkeiten zu überbrücken. Nähere Informationen zu Aktienanleihen der DekaBank erhalten Sie unter https://zertifikate.deka.de oder von den Sparkassen-Ansprechpartnern vor Ort.

Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Die Einschätzung kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Für vollständige Informationen zu Zertifikaten sollten potenzielle Anleger den Wertpapierprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Bedingungen und eventuellen Nachträgen sowie dem aktuellen Basisinformationsblatt bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich ist oder unter www.deka.de heruntergeladen werden kann.

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