Neue Dividendenkonzepte verbinden Prognosequalität und Wettbewerbsstärke

Traditionelle Dividendenindizes sind nach unserer Einschätzung zwar auf lange Sicht betrachtet robust stabil und ihr Kursverlauf weniger volatil als der breite Markt1. Da sie sich bei der Auswahl ihrer Index-Mitglieder jedoch auf rein quantitative Daten aus der Vergangenheit stützen, fehlt ihnen die Prognosequalität. Auch können diese Indizes, die Aktien auf Basis hoher Ausschüttungen auswählen, im Fall einer Korrektur zu höheren maximalen Verlusten führen. Diese eindimensionale Betrachtung führt laut langfristigen MSCI-Rückrechnungen nicht zum besten Rendite/Risiko-Verhältnis. So brachte eine reine Maximierung der Dividende eine Rendite von zehn Prozent bei einer Volatilität von über 20 Prozent, das führte zu einer Sharpe Ratio2 von 0,29. Wenn maximale Dividenden nicht im Fokus stehen, war dagegen eine höhere Rendite von knapp zwölf Prozent bei einer geringeren Volatilität von unter 20 Prozent möglich, und damit einer höheren Sharpe Ratio von 0,42. Ein neues Konzept sorgt für Abhilfe, indem es die Nachteile klassischer Dividendenindizes überwindet und ein besseres Risiko-Rendite-Profil ermöglicht.

Die Nachteile traditioneller Dividendenindizes überwinden

Das von Morningstar entwickelte "Dividend Yield Focus Indices" Konzept basiert auf einer qualitativen und prognostischen Methode und knüpft an die Idee von Warren Buffett3 an. Dieser betonte bereits 1999, dass der nachhaltige Wettbewerbsvorteil der Schlüssel zum erfolgreichen Investment ist. Nur Unternehmen, die einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil aufweisen, können Investoren mit hohen und kontinuierlichen Ausschüttungen an ihrem wirtschaftlichen Erfolg beteiligen. Um die künftige Wertentwicklung4 einer Dividendenaktie besser einschätzen zu können, muss man entsprechend mehr als reine Zahlen betrachten. So hat Morningstar den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, neben der Dividendenrendite, zu einem zentralen Auswahlkriterium für den "Morningstar Developed Markets Dividend Yield Focus Index" sowie für den US-Dividendenwerte repräsentierenden "Morningstar US Dividend Yield Focus UCITS Index" gemacht.

Wettbewerbsvorteil und finanzielle Stabilität im Fokus

Das Morningstar Konzept geht auf: Der 200 Titel umfassende Developed Markets Index geht im Backtesting5 bis zu 90 Prozent der Aufwärtsperformance seiner Benchmark mit, aber nur 86 Prozent der Abwärtsperformance. Und der den US-Markt abdeckende Index nimmt an bis zu 77 Prozent der Aufwärtsperformance seiner Benchmark teil, aber nur mit 61 Prozent der Abwärtsentwicklung.

Das gelingt, indem der Auswahlprozess neben der Dividendenrendite die Kriterien "Wettbewerbsvorteil" und "finanzielle Stabilität" in den Mittelpunkt stellt. Damit verleiht Morningstar seinen Indizes eine zusätzliche qualitative und eine prognostische Komponente. Natürlich ist eine gute Dividendenhistorie die Voraussetzung, um im Selektionsprozess überhaupt berücksichtigt zu werden. Für die engere Auswahl kommen daher nur Titel infrage, die in den vergangenen zwölf Monaten Dividenden gezahlt haben und ein Handelsvolumen von mehr als einer Million US-Dollar pro Tag aufweisen.

Dann könnte hier ein Wettbewerbsvorteil ins Spiel kommen: Je größer der Wettbewerbsvorteil ist, desto besser werden laut Morningstar die künftigen Renditen des Unternehmens durch einen "Burggraben" ("economic moat") gestützt. Zu den Faktoren, die in den Wettbewerbsvorteil einfließen, gehören immaterielle Vermögenswerte wie Marken, Patente und Lizenzen. Hinzu kommen potenzielle Wechselkosten für Kunden, sich mit jedem neuen Kunden selbst verstärkende Netzwerkeffekte, spezifische Kostenvorteile sowie Vorteile mittels einer effizienten Skalierung, die neue Wettbewerber daran hindern, in den Markt einzusteigen, weil die Gewinne hinter den erforderlichen Investitionen zurückbleiben würden. Geprüft wird, wie groß der Wettbewerbsvorteil ist, wie wahrscheinlich es ist, dass dieser Vorteil langfristig aufrechterhalten werden kann und wie lange dieser Vorteil voraussichtlich bestehen bleiben wird. Unternehmen ohne Burggraben können ihre überdurchschnittlichen Gewinne für höchstens zehn Jahre aufrechterhalten. Unternehmen mit Burggraben schaffen es, ihren Wettbewerbsvorteil über mindestens zehn Jahre oder mehr aufrechtzuerhalten. Nur solche Unternehmen können ins Index-Portfolio aufgenommen werden.

Ausfallindikator ermöglicht Transparenz

Zusätzliche Stabilität erhalten die Morningstar-Dividendenindizes durch einen Ausfallindikator, der das Risiko transparent macht, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte. Die endgültige Auswahl der Indexmitglieder folgt dann einem recht einfachen Prinzip: Die Aktien werden entsprechend ihrer jährlichen Dividendenrendite in absteigender Reihenfolge einem Dividenden-Ranking unterzogen. Durch ihre erweiterten Auswahlkriterien - Wettbewerbsvorteil, Dividendenrendite und finanzielle Stabilität - enthalten die Morningstar Dividenden-Indizes eine qualitative und prognostische Komponente, während die vergleichbaren Produkte anderer Anbieter auf rein quantitativen, vergangenen Daten beruhen. Xtrackers hat das Morningstar-Konzept über den Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF und den Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF für Anleger investierbar gemacht6.


1Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.
2Die den Geldmarkt übersteigende Rendite einer Wertpapieranlage im Verhältnis zur Höhe ihrer Kursschwankungen. Im Vergleich zweier sonst ähnlicher Wertpapiere ist das mit dem höheren Wert zu bevorzugen.
3/sup>Bekannter US-Investor und prominenter Vertreter der Value-Strategie (Investieren in besonders werthaltige Unternehmen).
4/sup>Wertentwicklung
5/sup>Prüfmethode, mit der anhand historischer Kursdaten getestet wird, wie sich eine bestimmte Anlagestrategie unter bestimmten Bedingungen verhalten hätte.
6/sup>Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de

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