Warum ESG-Kriterien kein kurzlebiger Trend sind

Der Klimawandel ist heutzutage ein unausweichliches Thema und stellt für viele Unternehmen ein erhebliches operatives Risiko dar. Ein Risiko, welches mit fortschreitender globaler Erwärmung weiter zunehmen wird. So führen zum Beispiel extreme Wetterlagen zu hohen Kosten und können Gewinne gefährden. Selbst wenn man die Kohlendioxidemission am heutigen Tag komplett stoppen würde, müsste man sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren dennoch auf extreme Wetterlagen einstellen. Dies zeigt, dass der Klimawandel spürbare Folgen hat und es unausweichlich ist diese Risiken in die Anlageentscheidung einzubeziehen.

Um das Bewusstsein in den Unternehmen für die steigenden Risiken des Klimawandels zu schärfen, befragt die DWS Unternehmen u.a. bezüglich deren Gefährdung durch physische Klimarisiken in ihrer Geschäftstätigkeit, in ihrer Lieferkette und in ihrem Markt, sowie darüber, wie sie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Risiken erhöhen. Zudem ermöglichen es neue Verfahren, systematisch wetterbedingte Risikofaktoren zu erkennen, schon bevor diese zu finanziellen Schäden in Unternehmen führen.

Mit ETFs Klimarisiken im Portfolio reduzieren

Immer mehr Anleger erkennen das Risiko und möchten solche Kriterien in Ihre Investitionsentscheidung miteinfließen lassen. Der bekannteste sogenannte Environmental, Social, und Corporate Governance Ansatz (kurz ESG) geht der Frage nach, ob bei der Entscheidung von Unternehmen ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung mitberücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund der sich verfestigenden Erkenntnis über den Zusammenhang zwischen der Einhaltung hoher ESG-Standards sowie der finanziellen Leistungsfähigkeit von Unternehmen, konzentrieren sich Anleger zunehmend auf solche Portfolios. Seit den 1970er Jahren wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien über den Zusammenhang zwischen der Einhaltung hoher ESG-Standards sowie der Wertentwicklung von Unternehmen durchgeführt. Laut einer 2015 von der DWS unterstützten Analyse , sehen die meisten der Studien einen positiven Zusammenhang zwischen ESG-Kriterien und der Unternehmensperformance. Mittlerweile gilt der ESG-Ansatz als zuversichtlicher Indikator der Ertragsvolatilität, weshalb immer mehr Anleger ihr Kapital in verschiedene ESG-Indexfonds anlegen. Das Anlagevolumen entsprechender ETFs lag Stand Ende 2017 bei bereits 39,2 Milliarden US-Dollar. Bis eine breitere Übereinstimmung und Verfügbarkeit standardisierter Methoden zur Bewertung des Klimarisikos in Investmentportfolios besteht, dürfte es jedoch noch eine gewisse Zeit dauern. Doch eine verbesserte Offenlegung ist zwingend erforderlich, um Klimarisiken genauer einschätzen zu können2.

Als einer der Pioniere im Bereich nachhaltigen Investierens, hat die DWS ihre ESG-konforme Produktpalette ausgeweitet und stützt die These, dass das Thema kein kurzlebiger Trend ist, sondern eines, mit einem immer größeren Einfluss auf den Kapitalmarkt. "Ein Beleg dafür ist, dass die Regulierungsbehörden die Pflicht zu Nachhaltigkeitsberichten eingeführt haben, in denen Unternehmen den Stand ihrer ESG-Aktivitäten darlegen müssen. Innerhalb der verschiedenen ESG-Themen sehen wir Governance, also die verantwortungsvolle Unternehmensführung, als besonders wichtig an," so Eric Wiegand, Leiter Xtrackers Vertriebsstrategie Europa & Asien Pazifik.

Auf Unternehmen mit höchsten ESG-Ratings setzen

Die Xtrackers ETFs bevorzugen gut bewertete Unternehmen in Bezug auf ESG-Kriterien und schließen Unternehmen mit sehr hohen CO2-Emissionen aus. Anleger können über verschiedene Indexkonzepte diese Strategie in ihrem Depot umsetzen. Beispielsweise hat der Indexanbieter MSCI in seinem Index ESG Leaders Low Carbon verschiedene Komponenten kombiniert. Zu den "ESG Leaders" zählen die Unternehmen mit den höchsten ESG-Ratings relativ zu ihrem Sektor. Unternehmen mit Aktivitäten beispielsweise in Alkohol, Glücksspiel und Nuklearenergie werden ausgeschlossen. Die Low Carbon-Indizes sind so konstruiert, dass die aufgenommenen Unternehmen einen um mindestens 50 Prozent geringeren Carbon-"Footprint" im Vergleich zum breiten Marktindex haben und damit die Unternehmen mit den höchsten Treibhausemissionen und den höchsten fossilen Reserven ausschließen.

Ausbau der Xtrackers ESG-Produktpalette

In diesem Jahr hat die DWS das Portfolio an Xtrackers ETFs ausgebaut, die auf ESG-Indizes basieren und im Mai vier Xtrackers ETFs aufgelegt, die MSCI ESG-Indizes mit Fokus auf Europa, Japan, die USA und den globalen Aktienmarkt abbilden. Ein Beispiel ist der Xtrackers ESG MSCI World UCITS ETF. Diese Indizes wenden strikte Filter basierend auf dem MSCI ESG-Research an. Dies bedeutet, dass diese Unternehmen strenge Vorgaben in Bezug auf ESG-Kriterien und dem Ausstoß von CO2-Emissionen erfüllen müssen. Die vier neuen Xtrackers ESG Aktien ETFs ergänzen den bestehenden Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond UCITS ETF, der bereits über 70 Millionen Euro eingenommen hat.

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