Vorwärtsgang im Seitwärtsmarkt: Express-Zertifikate

Wenn nicht mehr der Ausstieg aus der Niedrigzinsphase, sondern deren Verlängerung und Vertiefung auf dem Programm stehen, stecken Anleger in einem Dilemma. Bewährte festverzinsliche Papiere bieten zwar Sicherheit aber keine nennenswerte Rendite. Renditechancen gibt es folglich nur für Anleger, die bereit sind, gewisse Risiken einzugehen. Höhere Ertragschancen verspricht beispielsweise ein Engagement am Aktienmarkt.

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Grundsätzlich unterstützt eine lockere Geldpolitik den Aktienmarkt und hat den Aktien-Indizes weltweit bereits zu Jahreshöchstständen verholfen. Auch wenn weitere Zinssenkungsphantasien bereits eingepreist sind, sich Handelskonflikte verschärfen und Gewinnwarnungen häufen, kommt es laut den DekaBank-Analysten nur kurzfristig zu einer Phase der Ernüchterung. Mittelfristig sind die Aussichten leicht positiv: ein zumindest moderates Wirtschaftswachstum im Euroraum sollte für einen seitwärts tendierenden Aktienmarkt sorgen - auch wenn hohe Kursausschläge auf der Tagesordnung stehen können.

Bei unklarer Tendenz: Express-Chancen voraus

Wer die Erwartungshaltung der Analysten teilt, sieht Handlungsbedarf. Auf der Suche nach einer Anlage mit solidem Rendite-/Risiko-Profil fällt der Blick immer öfter auf strukturierte Wertpapiere. Hiermit lassen sich Aktienmarktrisiken besser als bei der Direktanlage steuern. Gerade in seitwärts tendierenden, nur leicht steigenden oder auch leicht fallenden Märkten spielen Express-Zertifikate ihre Stärken aus. Sie bieten eine interessante Zinschance einerseits und die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung (deshalb "Express") andererseits. Dafür gehen Anleger genau definierte Aktienkursrisiken ein.

Grundsätzlich weisen Express-Zertifikate eine feste Laufzeit auf, die jedoch vorzeitig enden kann. Die Entwicklung eines Basiswerts, beispielsweise einer Aktie, ist dafür ausschlaggebend. Liegt der Aktienkurs am jeweiligen Beobachtungstag auf oder über einer bei Auflage festgelegten Tilgungsschwelle, wird das Zertifikat vorzeitig zum Nennbetrag zurückgezahlt. Optimal für Seitwärtsmärkte ohne einheitliche Tendenz, bei dem sich der Aktienkurs letztendlich konstant hält. Die Zinszahlung kann je nach Variante fest oder variabel, also abhängig von der Entwicklung des Basiswerts, sein.

Schließt die Aktie unter der Tilgungsschwelle, läuft das Zertifikat weiter. Jährlich erfolgt die gleiche Prüfung. Wird das Zertifikat nicht vorzeitig fällig, ist der Kurs der Aktie am letzten Bewertungstag im Verhältnis zu der tiefer liegenden Barriere relevant. Wird diese nicht tangiert, erhält der Anleger ebenso den Nennbetrag. Andernfalls wird anstelle des Nennbetrags eine festgelegte Anzahl von Aktien geliefert. Das birgt Kursrisiken: Denn deren Gegenwert ist geringer als der Nennbetrag, sprich 100 Prozent.

Die Feinjustierung

Gut beraten sind Anleger mit Tilgungsschwellen bzw. Barrieren, die der persönlichen Risikoneigung entsprechen. Je niedriger diese Schwellen gewählt werden, umso größer ist der Risikopuffer. Mit der richtigen Ausstattung können sogar sicherheitsorientierte Anleger Express-Zertifikate als Anlagealternative in Betracht ziehen.

Beim Express-Zertifikat Relax sorgt beispielsweise eine schrittweise fallende Tilgungsschwelle dafür, dass die vorzeitige Rückzahlung zuzüglich Zinsen mit jedem Jahr wahrscheinlicher wird. Angenommen, die Schwelle von 100 Prozent wird im ersten Jahr unterschritten, dann liegt diese im Jahr zwei bei 95 Prozent usw. Damit wird die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung begünstigt. Beträgt die Barriere zudem nur 60 Prozent, kann der Basiswert um bis zu 40 Prozent fallen, bis Verluste eintreten. Zwischentiefs in volatilen Märkten werden so elegant umschifft und Anleger bleiben "relaxt".

Bei Express-Zertifikaten Memory mit Airbag werden Tilgung und Zins getrennt betrachtet. Die Tilgungsschwelle kann dabei beispielsweise bei 100 Prozent liegen, die für die Zinszahlung relevante Barriere hingegen bei 80 Prozent. Bewegt sich der Basiswert in einer Bandbreite von 80 bis 100 Prozent, vereinnahmt der Zertifikatsinhaber jährlich Zinsen, ohne dass das Zertifikat vorzeitig fällig wird. Durch die Memory-Funktion werden zudem ausgefallene Zinserträge aus den Vorjahren reaktiviert - nämlich dann, wenn an einem späteren Beobachtungstag die Bedingungen für eine Zinszahlung erfüllt sind. Quasi eine Anlage mit Gedächtnis.

Die unterschiedlichen Varianten wie Relax, Memory, Best-In oder Plus und das breite Angebot von Basiswerten bei Express-Zertifikaten bieten Investmentmöglichkeiten für unterschiedlichste Anlagepräferenzen.

Auf diese Risiken sollten Anleger achten

Bei Rückzahlung eines Express-Zertifikats tritt ein Verlust ein, wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter der Barriere notiert und der Gegenwert der gelieferten Aktien bzw. der Rückzahlungsbetrag (bei Indizes) plus gegebenenfalls erhaltene Zinsen geringer als der Erwerbspreis des Zertifikats ist. Express-Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen. Wie bei jeder Schuldverschreibung sollte das Emittentenrisiko daher nicht außer Acht gelassen werden. So wären insbesondere bei Zahlungsunfähigkeit der Emittentin Verluste bis hin zum Totalverlust möglich. Zudem gilt es zu beachten, dass während der Laufzeit verschiedene Faktoren - wie die Kursentwicklung des Basiswerts, die Schwankungsintensität und die Dividende des Basiswerts sowie die allgemeine Zinsentwicklung - den Wert der Zertifikate nachteilig beeinflussen können.

Nähere Informationen zu Express-Zertifikaten der DekaBank erhalten Sie unter https://zertifikate.deka.de oder von den Sparkassen-Ansprechpartnern vor Ort.

* Quelle: https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2019-03-06%20Aktieninstitut%20Aktionaerszahlen%202018.pdf

Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Die Einschätzung kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Vor einer Anlageentscheidung in Zertifikate wird potentiellen Anlegern empfohlen den Wertpapierprospekt zu lesen, um die potentiellen Risiken und Chancen der Anlageentscheidung vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospekts durch die zuständige Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Der Wertpapierprospekt und eventuelle Nachträge können unter https://www.deka.de/deka-gruppe/wertpapierprospekte unter dem Reiter "EPIHS-II-19" heruntergeladen werden. Sämtliche Wertpapierinformationen sowie die aktuellen Basisinformationsblätter sind ebenfalls bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale (www.deka.de), 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich. Sie sind im Begriff ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.

Bildquelle: Deka