Immobilienfonds vs. „Betongold“

Erwägt ein Anleger den direkten Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage, muss er im Prinzip im kleinen Maßstab dieselben Analyseschritte durchführen, die offene Fonds praktizieren, um eine möglichst hohe Erfolgswahrscheinlichkeit zu erreichen. Daraus wird direkt ein Dilemma ersichtlich: die Nutzung von Spezialistenwissen für einen einzelnen Fall dürfte sehr hohe Kosten verursachen, da keine Skaleneffekte genutzt werden können. Doch selbst, wenn ein professioneller Selektionsprozess sowie der Marktzugang zu aussichtsreichen Gelegenheiten sichergestellt sind, bringt das einzelne Direktinvestment noch einen anderen Nachteil mit sich. Das Kapital des Anlegers wird in einer einzigen (oder wenigen) Objekten gebündelt, der risikomindernde Diversifikationseffekt durch die Streuung im Portfolio kann nicht erzielt werden. Dem stehen die Fondskosten gegenüber, die mit einem Direktkauf eingespart werden können. Allerdings müssen in den Kostenvergleich noch weitere Größen einbezogen werden, wie etwa die Ausgaben für die laufende Immobilienbetreuung und für die Instandhaltung. Auch diesbezüglich können die Immobilienfonds vorteilhafte Größendegressionseffekte erzielen.

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